Die Lebensfrohen

Perth

Perth

- Australiens Berlin

Von Melbourne sind wir nach Perth an die Westküste geflogen. Und zwar 4 Stunden lang, im selben Land 4 Stunden von einem Ort zum anderen zu fliegen, zeigt die wahrhaftige Größe dieses Kontinents und dabei war es nicht einmal von einem anderen Ende zum anderen. Wir sind nun also auf der anderen Seite des Kontinents und wie wir schon in Amerika festgestellt haben, unterscheiden sich die Ost- und Westküste wesentlich voneinander. In Amerika und Kanada zum Beispiel ist die Westküste eher eleganter, klassischer, fast schon snobistisch, wohingegen die Ostküste eher als kreativ und künstlerisch gilt. Wie alles im Land auf der anderen Seite der Erdkugel ist es auch hier andersherum. Wenn man Sydney mit München und Melbourne mit Hamburg vergleichen könnte, wäre Perth Berlin. Dreckig, hipp und überbewertet. Wenn man es schmeichelnd formulieren möchte, kann man auch “alternativ” dazu sagen. 

Perth ist im Vergleich zu Sydney und Melbourne mit seinen 2 Millionen Einwohner wesentlich kleiner und das schließt das CBD mit ein. Auch hier kann man alles bequem zu Fuß erreichen, obwohl das gar nicht nötig wäre, denn auch hier sind die Busse im Stadtzentrum gratis (Achtung, man muss auf die Busfarbe achten, um die Richtigen zu erwischen). Perth stand, um ehrlich zu sein, nicht auf unserer Liste, aber die meisten Flüge in Richtung Europa fliegen über Perth und wenn man sowieso schon einmal dort ist, kann man sich die Stadt auch anschauen. So war jedenfalls unser Gedankengang und wir blieben für 2 volle Tage in Perth. Den ersten Tag nutzten wir, um uns die Stadt anzuschauen und was gibt es besseres dafür als eine Free Walking Tour? 

Perth CBD
Perth CBD
Perth CBD

In der Nähe des Rathauses wurde der Rundgang gestartet, um uns dann die beiden Haupteinkaufsstraßen zu zeigen. Die Murray und die Hay Street sind zwei parallel zueinander laufende Fußgängerzonen, die einzelne Geschäfte, aber auch Malls und Arkaden zu bieten haben und jedes Shoppingherz würde hier höher schlagen. Es gibt in der Gegend zwar einige hübsche Häuser, aber nicht wirklich etwas Besonderes. Außer dem London Court, eine kleine Gasse, deren Eingang mit einem großen Tor verziert ist. Alles hier schreit förmlich nach dem klassischen London, aber so soll es auch sein, besteht die Gasse doch schon seit dem 19. Jahrhundert und war früher die Einkaufsstraße der reichen Leute. Toll, dass sie die Straße so bewahren konnten und die alte Uhr über dem Tor, die zu jeder vollen Stunde laut schlägt, macht die Erfahrung noch besser. 

Perth CBD
Perth CBD
Perth CBD
Perth CBD
Perth CBD

Etwas nördlich von den Zwillingsstraßen liegt der Hauptbahnhof von Perth, aber mehr interessiert einen, was man sieht, wenn man durch den Bahnhof hindurch geht. Hier beginnt nämlich der riesige Gebäudekomplex, der mehrere Museen, Galerien und die öffentliche Bibliothek miteinander vereint. Die Kunstgalerie von Westaustralien oder das naturgeschichtliche Museum sind nur einige der spannenden Kulturorte und man bräuchte wahrscheinlich mehr als einen Tag, um sich alles anzuschauen. Dafür hatten wir leider nicht die Zeit, aber wir hatten Glück und haben durch eine kleine Tanzvorstellung des Aborigines auf dem Platz davor einen Vorgeschmack auf die ausgestellte Geschichte bekommen können. 

Perth Museum

Auf der anderen Seite der Innenstadt befindet sich der Hafen, auch Elizabeth Quay genannt. Das wohl faszinierendste Bauwerk in Perth ist der “Bell Tower”, ein gläserner Glockenturm, der gleichzeitig mithilfe einer Plattform einen tollen Ausblick über den Hafen sowie die Innenstadt bietet. Doch auch schon von außen ist das Gebäude einen zweiten Blick wert und bietet sich selbst als grandioses Fotomotiv an. Direkt am Hafen gibt es natürlich auch eine Promenade, die mehrere Kilometer lang ist und einen Spaziergang wert ist. Auf einer Seite die Aussicht über die Bucht, auf der anderen ein Park und dahinter die Hochhäuser der Stadt, wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, ist jeder Schritt ein Genuss. 

Perth Bell Tower
Perth Elizabeth Quay

Südöstlich vom Hafen wurde damals der King’s Park angelegt und obwohl man eine ordentliche Steigung überwinden oder, wenn man die Jacobs Leiter nimmt, viele, viele Stufen hinaufklettern muss, so lohnt sich der Ausblick allemal. Der Swan Lake erstreckt sich zu den Füßen und man kann den Wind in den Bäumen hören, während die Häuser und Menschen winzig klein wie Puppen aussehen. Der Park hat aber noch viel mehr zu bieten: eine gläserne Brücke, ein Aussichtsturm (von dem man aber nicht wirklich viel sieht, wie Christoph festgestellt hat) oder den Dryandra Lookout. Was aber in einem Park nun wirklich nicht fehlen darf, sind natürlich Flora und Fauna. Christoph und ich hatten mal eine andere Art einer Free Walking Tour und wurden von zwei sehr netten älteren Damen in einer kleinen Gruppe durch den botanischen Garten geführt. Dabei haben sie uns mit vielen Informationen über die einheimischen Blumen und Bäumen gefüttert, die Informationsmenge war so groß, dass wir nach Ende der Tour gar nicht mehr den Anfang wussten. Dennoch war es eine Erfahrung der anderen Art und würde jedem Hobbygärtner gefallen. Die australischen Blumen und seltenen Orchideen sind ein wunderschöner Anblick und für einen Teil des Weges hat man sich tatsächlich ein bisschen wie im Outback gefühlt. 

Perth Skyline
Perth Skyline
Perth botanischer Garten
Perth botanischer Garten
Perth botanischer Garten
Perth botanischer Garten

Den zweiten Tag haben wir, Überraschung, auf einer Weintour verbracht. Die Westküste hat nämlich genauso viele Rebsorten zu bieten wie der Osten und man muss schließlich vergleichen können. Leider fanden wir dieses Mal die Weinverkostungen im Swan Valley geschmacklich nicht ganz so gut und wurden von der Qualität enttäuscht. Die Paarverkostung mit verschiedenen Käsesorten und die Schokolade am Ende waren zwar ein kleiner Trost, konnten das Ruder aber auch nicht rumreißen. Das war leider eine der schlechteren Weinverkostungen auf unserer Reise. 

Australien Swan Valley
Australien Swan Valley
Australien Swan Valley
Australien Swan Valley

Wie ich schon am Anfang erwähnt habe, erinnert uns Perth stark an Berlin und wenn man vielleicht die Spitze raushört, kann man daraus (richtig) schließen, dass wir nicht die größten Freunde von Berlin sind. Genauso geht es uns auch mit Perth. Nett, es mal gesehen zu haben, aber noch einmal brauchen wir es nicht zu besuchen. Die Stadt hat nichts besonderes zu bieten, ist an vielen Ecken dreckig und es begegnen einem viele merkwürdige Gestalten und Obdachlose. In Australien selbst scheint Perth beliebt zu sein, aber wir haben auch viele Australier getroffen, die noch nie in Perth waren. Ein paar ganz nette Sachen können den nicht besonders guten Eindruck halt nicht aufwiegen. Aber man muss ja auch nicht alle Städte mögen. 

Australien als ganzer Kontinent hat uns aber positiv überrascht und uns Lust auf mehr gemacht. Wir wollen noch mal dorthin und dann auch den Rest, inklusive dem gruseligen Outback, erkunden. Wir denken, es lohnt sich und wir können mittlerweile die Begeisterung für dieses doch recht “laidback” Land nachvollziehen. Das Essen ist gut, die Menschen sind freundlich, obwohl sie sehr schnell sprechen und einen dicken Dialekt haben, und das Land hat so unterschiedliche Facetten, dass sich ein zweiter und dritter Blick sicherlich lohnt. 

Melbourne

Melbourne wurde schon öfters zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt und jedes Mal fühlt sich Christoph in seiner Ehre als Wiener angegriffen. Wien liefert sich mit Melbourne oft ein Wettrennen um diesen besonderen Titel und hat dabei mindestens genauso oft gewonnen wie verloren (wer unserer Meinung nach gewinnt, erfahrt ihr am Ende des Artikels). Abends angekommen, konnte sich Melbourne schon den ersten Pluspunkt ergattern, denn innerhalb der Innenstadt kann man kostenlos die Straßenbahn benutzen.

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Dubai

Seit einigen Jahren ist Dubai zum Hotspot aller Reiseziele geworden. Besonders junge Menschen zieht dieser Ort magisch an und steht auf der Wunschliste ganz oben. Aber warum ist das so? Mitten am Rand der heißen Wüste ist Dubai mit seinem Zugang zum Meer eine Oase im Nirgendwo. Die Gründung der Stadt ist keine 200 Jahre her und erst in den letzten 30 Jahren hat die Entwicklung Fahrt aufgenommen. Heute ist Dubai eine Megacity, die mit ihrer Modernität und den Annehmlichkeiten lockt.

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