Die Lebensfrohen

Da Nang Blick auf Stadt

Da Nang

- Das Miami von Asien

Eine kilometerlange Promenade an einem weißen Sandstrand entlang mit Palmen gesäumt, auf der Straßenseite reiht sich ein Hotel an das nächste – woran erinnert das einen? An Miami Beach natürlich. Aber falsch gedacht, dieser Traumort befindet sich auf der anderen Seite der Welt. In der Mitte von Vietnam, um genauer zu sein, und doch wird diese 1,3 Millionen Einwohner Stadt immer wieder mit dem kulturellen und sozialen Zentrum von Florida verglichen. Aber kann Da Nang Miami wirklich das Wasser reichen? Oder sogar besser sein? Christoph und ich haben beide Städte besucht und können ein klares Fazit ziehen. Bevor wir aber dazu kommen, möchte ich zuerst einmal unsere Eindrücke und Erlebnisse schildern.

Da Nang hat einen eigenen kleinen Flughafen, von dem man nur 15 Minuten in die Innenstadt braucht. Obwohl Innenstadt hier die falsche Beschreibung ist, spielt sich natürlich alles entlang der Strandpromenade ab. Die Hotelpreise sind so günstig, dass man sich sogar ein Luxushotel leisten könnte (es ist immer noch teurer als andere Hotels, aber günstiger als in anderen Ländern). Wir haben uns für ein kleines 4-Sterne-Boutique-Hotel in der zweiten Reihe entschieden. Etwas hellhörig, aber mit einem winzigen Fitnessraum und einem kleinen Pool auf dem Dach. Alles in allem gut und keine 5 Gehminuten vom Strand entfernt.

Hotel Da Nang
Hotel Da Nang

Dem Strand widme ich hier einen eigenen Absatz, denn er ist ohne Übertreibung einer der schönsten Strände, die wir bisher besuchen durften. Er ist für mich das Ideal eines Strandes. Weißer, ganzer feiner Sand zerrinnt unter den Füßen, ein warmes Lüftchen sorgt für eine leichte Abkühlung und die Palmen spenden den nötigen Schatten. Und wenn es bei den durchschnittlich 30°C ganzjährig doch zu heiß wird, kann man in ein glasklares, türkisblaues Wasser springen, das bei Durchschnittstemperaturen von 25°C nicht wirklich runter kühlt, aber perfekt zum Schwimmen und Schnorcheln ist. Klingt noch nicht perfekt genug? Am Strand kann man sich Liegen (richtige Liegen und nicht nur Stühle) mit Sonnenschirm für 2€ pro Tag mieten und die Bars bieten Kokosnüsse und andere Erfrischungsgetränke für genauso viel Geld an. Kurzum, wer einfach nur am Strand liegen möchte und einen wortwörtlichen Badeurlaub verbringen möchte, ist in Da Nang genau richtig. Etwas besseres gibt es doch gar nicht!

Strand Da Nang
Strand Da Nang

Wem der Strand auf Dauer zu langweilig wird, kann an der über 6 km langen Strandpromenade entlang spazieren und sich der Stadt zuwenden. Die Stadt ist typisch vietnamesisch, das heißt, die Fußwege sind nicht überall gut ausgebaut und man muss teilweise auf der Straße laufen (aufpassen auf die Mopedfahrer!), aber es gibt viel zu sehen. Egal, in welchem Viertel man sich befindet, auf jeder Straße findet man links und rechts Restaurants, Cafés, Bars und andere kleine Shops. Um Klamotten kaufen zu können, muss man zwar eine XS-Größe haben, aber Vietnam ist mittlerweile auf dem Vormarsch im Segment der Pflege- und Schönheitsprodukte und kommt an die Qualität von koreanischen Produkten ran. Was ich damit sagen möchte, ist, dass man auf jeden Fall ein Souvenir finden wird.

Strandpromenade Da Nang
Strandpromenade Da Nang

Das Viertel rund um den Strand ist natürlich touristischer, was sich aber höchstens in den Preisen niederschlägt. Wer es dennoch etwas einheimischer haben möchte, sollte sich der anderen Flussseite zuwenden. Da Nang wird vom Han-Fluss zerteilt und gleichzeitig von mehreren Brücken wieder zusammengehalten. Die berühmteste von ihnen ist die Drachenbrücke, die, wie der Name schon suggeriert, von einem chinesischen Drachen in der Mitte verziert wird. Die 666m lange Brücke verbindet den Flughafen direkt mit dem My Khe-Strand und ist die neueste der insgesamt 6 Brücken. Jeden Abend wird der Drache beleuchtet, sodass die goldene Haut plötzlich blau und grün erscheint. Am Wochenende um 21 Uhr spuckt der Drachenkopf sogar Feuer und wird somit zu einem touristischen Highlight. Kleiner Geheimtipp: gegenüber der Brücke befindet sich ein Markt mit tollen Essensständen und eine kleine Rooftop Bar, von der man die Brücke aus sehen kann.

Drachenbrücke Da Nang
Drachenbrücke Da Nang
Drachenbrücke Da Nang

Im Phu Gia-Bezirk, also auf der anderen Flussseite, befinden sich weitere Luxushotels und ebenfalls eine Promenade entlang des Flusses. Wer alles sehen möchte, kann natürlich eine Bootsfahrt auf dem Han-Fluss machen. Abends sind viele Häuser und Brücken beleuchtet, was dem ganzen eine besonders schöne Atmosphäre verleiht. Wenn man Glück hat, ist sogar das Riesenrad beleuchtet, was man von weitem sehen kann.

Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten der Region befinden sich aber am Stadtrand von Da Nang. Etwas weiter im Süden der Stadt, dort wo die Hotels etwas dünner besiedelt sind, kann man wohl eine der schönsten Aussichten über die Stadt genießen. Die sogenannten Marble Mountains, sind eine kleine Bergkette, aus denen man früher Marmor gewonnen hat. Heutzutage ist es eine Parkanlage, auf der man klettern und wandern kann. Am Anfang wird man sogar mit dem Aufzug hinauf transportiert, bevor man Höhlen, Tempel und die Aussicht über Da Nang bewundern kann. Es ist ein wunderschöner Park, der einen in das alte Vietnam mit seinem Dschungel zurück bringt und eine Atempause von der Stadt und dem dazugehörigen Lärm zulässt.

Marble Mountain Tempel Da Nang
Marble Mountain Tempel Da Nang
Marble Mountain Tempel Da Nang
Marble Mountain Höhle Da Nang
Marble Mountain Höhle Da Nang
Marble Mountain Höhle Da Nang
Marble Mountain Da Nang
Marble Mountain Da Nang

Die Lady Buddha Statue am nördlichen Zipfel der Stadt bietet zwar ebenfalls einen tollen Ausblick über Meer, Strand und Stadt, ist leider aber mehr überlaufen von Touristen. Die Tempelanlage befindet sich auf der Son Tra Peninsula, in den Monkey Mountains. Auch hier ist der Name Programm, laufen hier die Affen kreuz und quer über die gesamte Anlage. Aber wie immer gilt: Fotos ja, anfassen und füttern, nein. Der Tempel besteht aus einer wunderschönen Pagode, einem Park und natürlich der Statue. Die 67 m hohe junge Vietnamesin steht auf einer Lotusblüte und soll die buddhistische Version von der Göttin der Gnade darstellen. Die Statue ist nicht nur eine der wenigen weiblichen Buddha-Statuen, sondern gehört auch zu den größten Statuen in Vietnam.

Lady Buddha Ausblick Da Nang
Lady Buddha Da Nang
Lady Buddha Da Nang
Lady Buddha Da Nang
Lady Buddha Da Nang

Ca. 1 Stunde Fahrt von Da Nang befindet sich eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Das Ba-Na-Hills-Resort ist ein Freizeitpark im Truong-Son-Gebirge, einem Naturschutzgebiet. Die Frage, was mittendrin eine Abbildung eines alten, französischen Dorfes und hunderte von Besuchern zu suchen haben, lässt man besser außer Acht. Um auf den Berg überhaupt zu kommen, muss man erst kreuz und quer durch eine Art Einkaufsmall laufen, um dann mit einer Seilbahn hinauf gebracht zu werden. Von der Seilbahn aus kann man allerdings schon sehen, warum alle Menschen dorthin gehen: die goldene Brücke. Die 150 Meter lange und mit Goldfarbe bemalte Fußgängerbrücke wird von zwei riesigen,  Steinhänden „gehalten“ und ist damit mehr ein Kunstwerk als eine Brücke. Insbesondere da die Brücke nicht einmal zwei separate Teile miteinander verbindet, sondern eher eine Art Aussichtsplattform ist. Was die Erbauer des Parks und der “Brücke” anscheinend nicht bedacht haben, war, dass zwar am Strand Sonne und Sommertemperaturen herrschen, aber auf über 1400 m es wesentlich kühler (15°C) ist und es aber auch mehr regnet, mehr Wind aufkommt und Nebel ein alltäglicher Anblick sind. Man sollte aber gierige Touristen und Influencer nicht unterschätzen, denn trotz diesen suboptimalen Bedingungen tummeln sich hier jeden Tag hunderte Menschen, die alle auf diese Brücke und ein Foto mit den Händen machen wollen. Und genau das war unser Erlebnis: Vom Temperaturabfall haben wir gefroren (wir hatten zum Glück Pullover mit), der Wind hat die Haare so zerzaust, dass ein gutes Foto fast unmöglich war, der Nebel hing so dick, dass es der Brücke zwar eine mystische Atmosphäre verliehen hat, aber dafür konnte man von der Aussicht nichts sehen und die Massen haben gedrängelt und ein Foto “alleine” auf der Brücke war unmöglich. Gut, mit etwas Geduld und Willenskraft haben wir trotzdem ein paar nette Souvenirs geschossen, aber nach nicht mal einer Viertelstunde waren wir schon wieder von der Brücke herunter.

Golden Bridge
Golden Bridge
Golden Bridge
Golden Bridge

Drumherum ist eine Art Vergnügungspark, doch nicht in dem Sinne, in dem wir Europäer ihn kennen. Es ist eher nur ein Park mit Gaststätten, verzierten Grünanlagen zum Flanieren und Tempeln. Die Asiaten finden es klasse, die Anspielung auf das alte Frankreich, aber uns hat es nicht beeindruckt. Essen war natürlich überteuert und so steuerten wir nach einer kurzen Erkundungstour den Ausgang an. Ob sich der Eintrittspreis von 30€ pro Person lohnt, muss jeder selbst wissen, denn es ist (und bleibt wahrscheinlich für einige Zeit) die Touristenattraktion schlechthin in der Da Nang-Region. Noch einmal würden Christoph und ich aber auf gar keinen Fall hinfahren.

Ba-Na-Hills-Resort
Ba-Na-Hills-Resort

Schon bei unserem ersten Besuch in Vietnam haben wir uns in die vietnamesische Küche verliebt und das hat sich bis heute nicht geändert. Die traditionelle Nudelsuppe Pho oder die verschiedenen Sandwich-Varianten des Banh Mi gehen immer und findet man auch überall. Allein davon könnten wir uns tagelang ernähren. Kommt noch ein echter Kokosnuss-Kaffee dazu, mit echtem Vanilleeis und karamellisierten Kokosflocken dazu, sind wir im (Genuss-)Himmel. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, neue Sachen auszuprobieren und so haben wir dieses Mal Gỏi Cuốn ausprobiert. Das ist eine Art Frühlingsrolle, die man sich selbst zusammenstellt. In dünnes Reispapier legt man Reisnudeln, Garnelen oder Schweinefleisch, Salat, Kräuter (Minze, Koriander, Thai-Basilikum) und eingelegtes Gemüse. Dann wickelt man es fest ein und dippt es in einen Hoisin-Erdnuss-Dip oder Nước Chấm (Fischsauce mit Limette, Knoblauch, Chili). Wer so etwas nicht gewohnt ist, braucht vielleicht ein paar Versuche, um die richtige Mischung und Wickeltechnik zu erlernen, aber dann offenbart sich ein Geschmackserlebnis sondergleichen. Einfach, sehr leicht und nicht fettig und eignet sich besonders bei den hohen Temperaturen. Deswegen heißen sie auch Sommerrollen. Einfach nur lecker.

Kokonuss-Kaffee Vietnam
Banh Mi Vietnam
Da Nang Bun Cha

Auf dem Rückweg wurde uns dann eine weitere Delikatesse von Da Nang gezeigt: Avocado-Eis mit Kokosnuss. Und da scheiden sich die Geister, mir hat es gar nicht geschmeckt, obwohl ich immer für neue Eissorten zu haben bin, dafür hat Christoph dann sogar meine Portion aufgegessen. Sollte man selber probieren, um sich eine Meinung bilden zu können. 

Durch Zufall sind Christoph und ich über einen kleinen Laden gestolpert, der texanisches BBQ verkaufte. Die Köche haben in Amerika gelernt und das schmeckt man. Wir müssen eingestehen, dass es eines der besten BBQs war, die wir hatten. Das ist zwar kein vietnamesisches Essen, aber so lecker wie es war, muss man da auf jeden Fall noch einmal hin. 

Avocado Eis Vietnam
BBQ Vietnam

Da Nang ist ein kleines Juwel in der Mitte von Vietnam, was von vielen Besuchern leider ignoriert oder gar nicht erst wahrgenommen wird. Eine Schande, ist es doch eines der schönsten Ziele, die wir bisher besucht haben. Wunderschöne Landschaft, ein Traumstrand, köstliches Essen und am besten: günstig! Wer kann da schon Nein sagen? Wir auch nicht, also müssen wir wohl oder übel noch einmal hinfliegen. ;P

Punakha Dzong

Bhutan Rundreise

Bhutan liegt (wie Nepal) eingequetscht zwischen Tibet und Indien und wird im Norden vom Himalaya-Gebirge beschützt. Seine Größe kann sich mit der Schweiz vergleichen lassen, doch die Bevölkerungszahl kommt nicht einmal auf 1 Million. Damit wird recht schnell klar, wie dünn besiedelt das Land ist. Dennoch hat das Land des Drachen es geschafft, zu einer wirtschaftlichen Größe zu werden. Seit 2008 hat Bhutan eine konstitutionelle Monarchie mit einem parlamentarischen Regierungssystem.

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Beitragsbild Da Nang

Da Nang

Eine kilometerlange Promenade an einem weißen Sandstrand entlang mit Palmen gesäumt, auf der Straßenseite reiht sich ein Hotel an das nächste – woran erinnert das einen? An Miami Beach natürlich. Aber falsch gedacht, dieser Traumort befindet sich auf der anderen Seite der Welt.

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