Die Lebensfrohen

Nepal

Nepal

- Der Berg ruft

Was macht man, wenn man seit einigen Monaten in einer der größten und aufregendsten Städte der Welt “festsitzt”? Richtig, man fährt in den Urlaub. Kleiner Scherz. ;P Wie schon in unserem “Zwischenfazit 2024” erwähnt, haben Christoph und ich vor, weiterhin die Welt bereisen, auch wenn wir die meiste Zeit in Bangkok verbringen. Vor allen Dingen wollten wir Bhutan besuchen, was wir letztes Jahr nicht geschafft haben, da wir die Saison verpasst hatten. Und wenn man schon mal in der Gegend ist, dann kann man ja auch das Nachbarland Nepal mitmachen. Auch war unser Gedanke, dass Bhutan auf einer ziemlichen Höhe liegt, an die man sich vorher gewöhnen sollte und Nepal nur etwas niedriger liegt. Dass wir am Ende gar nicht so hoch waren und nichts gespürt haben, lassen wir mal beiseite. Wir haben uns für eine geführte Rundreise durch beide Länder entschieden, wobei ich die Gründe dafür in meinem Artikel “Bhutan” aufführen werde. Also, auf nach Nepal. 

Kathmandu
Nepal Karte

Jeder kennt die merkwürdig geformte Flagge von Nepal (zwei Dreiecke untereinander), aber was weiß man noch über dieses Land? Das Land Nepal ist eingequetscht zwischen Indien und Tibet und der ganze Norden wird vom Himalaya-Gebirge beherrscht. Nepal hat ungefähr eine Fläche von Österreich und der Schweiz zusammengenommen und ist mit 30 Millionen Einwohnern gar nicht so klein, wie man glaubt. Die Hauptstadt Kathmandu ist mit ca. 1 Million Bewohnern bei weitem die größte Stadt. Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus über 100 verschiedenen Volksgruppen zusammen und die meisten leben immer noch in ihren ursprünglichen Dörfern. Daher ist das Land noch sehr landwirtschaftlich ausgerichtet. Seit 2008 ist Nepal eine demokratische Republik, aber mit der Umsetzung hakt es bis heute. 80% der Bevölkerung gehören dem Hinduismus an, was man natürlich vor allen Dingen an den Tempeln bemerkt. Das war eine kleine Einführung in ein weitgehend unbekanntes Land, damit man sich unter dem Begriff “Nepal” zumindest etwas vorstellen kann. 

Nepal Land
Nepal Land

Christoph und ich sind also eines Nachmittags in Kathmandu gelandet. Unser Hotel lag im Süden der Stadt, in einem der vielen kleinen Zentren von Kathmandu. Dort haben wir erst einmal unserer Guide (ein sehr netter und geselliger Mann) und unsere Mitreisenden kennengelernt. Außer einem gemeinsamen Abendessen hatten wir die restliche Zeit frei, also haben wir einen kurzen Blick auf die Umgebung geworfen. Und uns ist sofort etwas ins Auge gesprungen. Kathmandu ist eine kleine, nicht ganz so laute Version von Indien. Nepal pflegt aufgrund der Lage und der Religion natürlich sehr enge Kontakte zu Indien und viele Menschen haben auch eine indische Abstammung oder Verwandtschaft. So erzählen es jedenfalls die äußeren Merkmale.

Der Verkehr ist genauso chaotisch, die Straßen ähnlich dreckig und auch die Küche hat bestimmte Gemeinsamkeiten. Ich sage nicht, dass die Gesellschaft eins zu eins wie die Indische ist, aber eine gewisse Ähnlichkeit besteht. Keine 5 Minuten Fußweg von uns entfernt findet man den Patan Darbar Square. Der Platz wird von den Überbleibseln des ehemaligen Königspalasts dominiert, in dem sich heutzutage ein Museum befindet. Davor kann man sich einige alte Tempeln anschauen und wer von denen nicht beeindruckt ist, hat etwas an den Augen. Dreistöckige Gebäude erinnern von den Grundstruktur an die japanischen Pagoden, nur dass hier die Tempel aus Steinen gemauert wurden. Die Dächer sind roten Ziegeln und werden gestützt von wunderschön verzierten Pfeilern. Generell sind die Tempel mit Statuen und Dekorationen aus Bronze oder Gold ausgestattet und bieten einen einmaligen Anblick. Abends werden die Tempel sogar beleuchtet und wirken dadurch noch größer und geheimnisvoller. Ansonsten ist der Platz ein offener Markt mit Geschäften, Restaurants und Straßenhändlern. Ein buntes Treiben und ein erster guter Eindruck von dem, was einen in Nepal erwartet. 

Kathmandu Patan Darbar Square
Kathmandu Patan Darbar Square
Kathmandu Patan Darbar Square
Kathmandu Patan Darbar Square
Kathmandu Patan Darbar Square

Am nächsten Morgen mussten wir sehr früh aufstehen, denn unsere erste Aktivität war auch das Highlight der Nepalreise: Ein Rundflug über den Himalaya. Zurück am Flughafen wurden wir in ein kleines, aber normales Passagierflugzeug gesetzt, nur dass jeder einen Fensterplatz bekam, das heißt, jeder hatte zwei Sitze für sich. Leider hat es etwas gedauert, bis wir starten konnten und haben so den Sonnenaufgang verpasst. Das war aber schon beim Start wieder vergessen, hat man doch einen tollen Blick auf die Stadt unter einem bekommen und wir Kathmandu in der vollen Größe bewundern. Und dann, als wir durch die Wolkendecke gestoßen sind, wurde uns ein Anblick zuteil, der schwer zu beschreiben ist, aber auf jeden Fall eine Menge Glücksgefühle freisetzte. Wir flogen knapp oberhalb der Wolkendecke und immer wieder wurde am Horizont die Decke von weißen Bergspitzen durchbrochen. Manchmal mehr, manchmal weniger, aber bald reihte sich eine Bergkette an die nächste. So viel natürliche Schönheit auf einmal war schon fast zu viel, wusste man doch nicht, wo man hinschauen sollte. Man wollte jede Sekunde davon aussaugen. Man wurde innerlich zerrissen von der Frage, ob man lieber Fotos und Videos machen sollte oder ob man einfach den Moment genießen sollte. Zum Glück waren wir zu zweit und so konnte jeder Mal einfach nur aus dem Fenster starren und die Welt zu ihrem Wunder beglückwünschen.

Nachdem wir schon eine halbe Stunde in der Luft waren, haben wir endlich gesehen, warum uns dieser Flug so wichtig war. Der Mount Everest, der höchste Berg der Welt. Die Stewardessen haben uns netterweise genau gezeigt, welcher der Berge der Mount Everest ist, damit wir nicht den Berg aller Berge verpassen würden. Es war ein Moment, den man nicht wieder vergisst. Man fliegt auf gleicher Höhe wie die Spitze des Mount Everest. In diesem Augenblick bewundert man jeden Menschen, der es dort hinauf geschafft noch mehr und gleichzeitig dankt man dem Fortschritt der Menschheit, dass man dieses Naturwunder auch so aus einem Flugzeug sehen kann. Leider war der Moment nur flüchtig, aber zum Glück wendete das Flugzeug bald darauf und so hatte man (bzw. die andere Seite der Passagiere) noch einmal die Gelegenheit den Mount Everest und seine “kleinen” Geschwister zu bestaunen. Auf dem Rückweg lichtete sich die Wolkendecke etwas und man konnte mehr von den riesigen Ausmaßen des Himalaya-Gebirges sehen. Zuerst sieht man eine große Fläche an grauem Gestein, bis sich daraus eine weiße Spitze erhebt, die teilweise noch von weißen Wolken umrundet ist, um dann im strahlend blauen Himmel zu verschwinden. Das sind Fotos, die man sich Wand groß ausdruckt und aufhängt. Gänsehaut-Moment!

Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Flug Himalaya
Nepal Himalaya Mount Everest

Danach ging es mit einer Stadtführung weiter. Erster Halt war die Buddha Stupa, eine buddhistische Andachtsstätte. Ein riesiges, weißes Quadrat mit einer weißen Kuppel und einer goldenen Spitze, von der die bunten Gebetstücher in alle Himmelsrichtungen flattern. Ein beeindruckendes Bauwerk, das umrundet wird von Souvenirläden und Cafés, deren Besuch sich lohnt, denn diese haben Dachterrassen, von denen man einen tollen, erhabenen Blick auf die Stupa hat. In der Sonne sitzen, einen Lassi schlürfen und die Pracht des Gebäudes bewundern, so genießt man eine Verschnaufpause am besten. 

Kathmandu Buddha Stupa
Kathmandu Buddha Stupa
Kathmandu Buddha Stupa
Kathmandu Buddha Stupa

Der Durbar-Platz ist ein berühmter königlicher Komplex mit mehreren Palästen, Tempeln, Innenhöfen und einem Museum. Ein hübscher, roter Pavilion steht in der Nähe des Eingangstores und ist vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gespendet. Angeblich sogar von seinem eigenen Geld (wer’s glaubt – -‘). Ein ausführlicher Rundgang mit ausgelassenen Fotostopps lohnt sich. Und wer dann noch Zeit hat, sollte durch die umliegenden schalen Gassen schlendern. Dort findet man nicht nur die typischen Souvenirs, sondern auch detaillierte Mosaik-Gemälde und die bekannten schwarzen Töpfereien. 

Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Durbar-Platz
Kathmandu Keramik
Kathmandu Mandala
Kathmandu Mandala

Am Ende des Tages wurden wir in das Zuhause einer Gruppe von Frauen eingeladen, die uns die Kunsthandfertigkeit des Momo-Machens gezeigt haben. Die Frauen gehören einem sozialen Verein an, der Frauen eine Gelegenheit gibt, ihr eigenes Geld zu verdienen und nicht finanziell abhängig zu sein. Momos sind Teigtaschen (wie chinesische Dumplings), die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt und dann gedämpft werden. Sehr lecker! Das Kochen war lustig und ein schöner Abschluss eines langen Tages. 

Nepal Momos
Nepal Momos
Nepal Momos

Am nächsten Tag hatten wir wieder die Gelegenheit zu fliegen und zwar zu unserem nächsten Stopp Pokhara. Eigentlich kann man die Strecke mit dem Bus fahren, aber das hätte 10 Stunden gedauert und da wir nur so wenig Zeit in Nepal hatten, haben wir lieber etwas mehr bezahlt und sind gerade einmal eine halbe Stunde zur zweitgrößten Stadt in Nepal geflogen. Wie sich herausstellte, war das die beste Entscheidung auf der gesamten Reise, aber dazu nachher mehr. Pokhara im zentralen Teil des Landes liegt direkt am Phewa-See und ist ein beliebter Ausgangspunkt für viele Touristen, die eine Wanderung zum Himalaya-Gebirge machen wollen. Eine schöne Promenade entlang des Seeufers legt den Blick auf das Gewässer und die umliegenden Berge frei. Besonders abends mit der Beleuchtung und die bunten Booten am Steg ist das ein fotogener Anblick. Oder man legt die Kamera ab und setzt sich in einer der unzähligen Bars und Restaurants an der Promenade und genießt einfach den Anblick. 

Nepal Pokhara
Nepal Pokhara

Ein erneutes frühes Aufstehen lohnt sich noch einmal, wenn man dadurch den Sonnenaufgang beim Himalaya sieht. Vom Sarangkot View Point hat man einen der schönsten Ausblicke über die Gegend und auf einige der höchsten Bergspitzen der Welt, die 6000 m Höhe mit Leichtigkeit überragen. Leider war es an unserem Besuchstag etwas neblig, sodass wir keine absolut klare Sicht hatten, aber das hat der Schönheit dieses Spektakels keinen Abbruch getan. Dunkle Umrisse von Bergen, die von einem sanften Blau umrahmt werden und von einem rosa Himmel beleuchtet werden, zieren wohl die meisten Fotografien von diesem Ort. Das würde etwas Magisches und Mystisches anziehen, wenn nicht auch andere dutzende Touristen mit ihren Kameras herumwedeln würden. 

Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point
Pokhara Sarangkot View Point

Auf der anderen Seite des Sees sieht man schon von Weitem einen der bekanntesten Hindutempel der Gegend, den Pumdikot. Eine riesige 15 m Statue von Shiva sitzt auf einer weißen Stupa und gewährt einem einen weiteren Rundumblick über die Gegend von Pokhara. Zu der Zeit, als wir dort waren, war gerade ein religiöses Fest im Gange. Das bedeutete Gesang, Tänze und hinduistische Rituale, aber leider auch einen Berg an Menschenmassen. Es waren so viele, dass man sich nicht einmal mehr umdrehen konnte und das war Christoph und mir einfach zu viel. Es ist sicherlich ein schöner Ort und die Statue ist beeindruckend, aber in diesem Moment wollten wir einfach nur weg. 

Pokhara Pumdikot Tempel
Pokhara Pumdikot Tempel
Pokhara Pumdikot Tempel
Pokhara Pumdikot Tempel

Da war die World Peace Pagode schon etwas ganz anderes. Nur eine kurze 15-minütige Autofahrt von der Shiva-Statue entfernt, kann man einen schmalen Pfad entlang wandern und trifft auf ein buddhistisches Friedensdenkmal im Pagodenstil. Absolute Stille ist dort verpflichtend und macht diesen Ort zu einer friedlichen Oase.

Pokhara World Peace Pagode
Pokhara World Peace Pagode
Pokhara World Peace Pagode

Von dort kann man hinunter zum See wandern, um dort in einem kleinen Ruderboot wieder zum anderen Ufer zu gelangen. Auf der Reise kann man von Nahem den Tal Barahi Tempel bewundern, der sich auf einer kleinen Insel mitten auf dem See befindet. Jeden Abend rudern dort etliche Gläubige hin, um zu ihrer Gottheit zu beten. Das ist immer ein buntes Treiben mit Gesängen und Laternen, was es auch für Touristen zu einer spannenden Exkursion macht. 

Nepal Pokhara
Nepal Pokhara
Nepal Pokhara
Nepal Pokhara

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus zum Chitwan-Nationalpark. Für eine Strecke von 150 km benötigt man auf den Straßen von Nepal über 3 ½ Stunden. Das liegt einerseits natürlich an der bergigen Landschaft, gerade Strecken sind hier eine Seltenheit, aber vor allen Dingen liegt es aber an den Straßen selbst, wenn man sie überhaupt so bezeichnen kann. Nicht alle Straßen sind asphaltiert und selbst wenn sie es sind, sind sie in einem osteuropäischen Zustand. Heißt: Schlaglöcher. Und ich benutze hier absichtlich die Mehrzahl, denn so viele wie es sind, bestehen die Straßen nur aus Schlaglöchern. Man kam sich in das 18. Jahrhundert zurückversetzt vor, als man noch in Kutschen über die ausgetretenen Wanderpfade geholpert ist. Als wir endlich ankamen, wollte ich mich nur noch hinlegen und einen Magentee trinken. Eine solche Tortur habe ich selten erlebt. Die Anstrengungen der Fahrt wurden (fast) wieder gutgemacht durch die herzliche Begrüßung unserer Gastgeber. Die traditionellen Stämme rund um den Nationalpark bieten ihre Behausungen den Touristen an und verdienen mittlerweile dadurch ihr Geld. Die Unterkünfte und die Verpflegung sind schlicht, aber ausreichend und die abendliche Aufführung von traditionellen Gesängen und Tänzen ist wahrhaftig eine Show. Egal, ob der Tanz für eine Regengottheit ist oder für das Erblühen der Blumen, die Kostüme, die rhythmischen Bewegungen und die Ausgelassenheit sind ein wahrer Augenschmaus und machen Lust zum Mittanzen (was man auch beim letzten Tanz durfte). 

Nepal Taro-Stamm

Der erste Nationalpark Nepals wurde 1973 gegründet und hat eine Fläche von 932 km². Er ist die Heimat für zahlreiche Tierarten, aber besuchen tut man ihn hauptsächlich für zwei Tiere. Den Königstiger, bei dem wir mal wieder Pech hatten und ihn nicht gesehen haben, und dem Panzernashorn. Und bei denen hatten wir Glück, konnten wir sogar einmal aussteigen und uns an ein Nashorn heranpirschen, was auf der anderen Seite des Flussufers gerade trank. Da pumpt das Herz, denn so ein Panzernashorn kann mit einer Höhe von durchschnittlich 1,70 m und einer Länge von 3,50 m ein Gewicht von 2 Tonnen erreichen. Das ist kein Kinderspielzeug mehr und sollte mit Ehrfurcht behandelt werden. Zugegebenermaßen sind wir schon in einem ugandischen Nationalpark einem Nashorn näher gekommen, aber das heißt nicht, dass dieses Erlebnis weniger aufregend war. Hier konnten wir sogar aus der Ferne eine Mutter mit ihrem Kind beobachten. Solche Ausflüge machen die Welt der Tiere immer interessanter und man möchte danach mehr über die Tierarten, die man tagsüber gesehen hat, wissen. Man hat natürlich noch kleinere Tiere gesehen, wie mehrere Vogelarten, Rehe, Affen etc., aber seien wir mal ehrlich, die Größten sind auch die Coolsten. 

Nepal Chitwan-Nationalpark
Nepal Chitwan-Nationalpark
Chitwan-Nationalpark Panzernashorn
Chitwan-Nationalpark Panzernashorn
Chitwan-Nationalpark Panzernashorn

Wenn einem noch etwas Zeit bleibt, kann man eine Fahrradtour durch die Gegend um den Nationalpark machen. So sieht man etwas von den Ansiedlungen der Einwohner und wie sie leben. Wir wurden netterweise in ein Haus einer einheimischen Familie eingeladen und durften uns umsehen. Traurigerweise kein schöner Anblick, sind die meisten Familien doch sehr arm und müssen sich eine kleine, niedrige Hütte mit ca. 8 anderen Personen teilen. In der Nähe gab es noch ein Elefantenheim für Senioren, wo man sich die Dickhäuter ansehen kann. Wir hatten Glück und kamen genau zu der Zeit an, wo sie aus ihren Gehegen gebracht wurden, um einen Spaziergang zu machen. Aber füttern oder streicheln darf man sie nicht. 

Nepal Fahrradtour
Nepal einheimisches Haus
Nepal Elefant
Nepal Elefant

Der nächste Tag war der längste Tag meines Lebens, ging es doch vom Chitwan-Nationalpark wieder zurück nach Kathmandu. Über 5 Stunden im Bus auf diesen *** Straßen. Da half auch tiefes Durchatmen nichts. Etwas zur Entspannung musste her und da wir auch gute Massagen in Thailand haben, wagten wir uns mal an etwas ganz anderes heran: Sound Healing. Das ist eine Art Therapie, bei der Klang und Vibrationen zur Förderung von Heilung und Wohlbefinden eingesetzt werden. Sie umfasst verschiedene Techniken wie den Einsatz von Klangschalen, Gongs und manchmal sogar der menschlichen Stimme, um spezifische Klangfrequenzen zu erzeugen, die Entspannung fördern und Stress abbauen. Klingt erst einmal nach Hokuspokus (besonders aus Christophs Sicht), aber aus Versuch wird man klug. Unser Guide hat uns zu einem der bekanntesten Mediatoren in Kathmandu gebracht und es hat sich gelohnt. Danach war die Welt eine andere, es war eine transzendale Erfahrung. Man wurde mit Hilfe von Klängen durch verschiedene Erinnerungen und Emotionen geführt und hatte danach das Gefühl, wirklich etwas verarbeitet zu haben. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, für Christoph und für mich, das wir unbedingt wiederholen wollen, hatte es doch eine solche Wirkung auf uns. Jeder reagiert natürlich anders, aber für einen Mann wie Christoph, der fest an Wissenschaft und moderne Medizin glaubt und sich selbst mit einer normalen Meditation schwer tut, sich so fallen zu lassen, ist es einfach unglaublich!

Nepal Sound Healing
Nepal Sound Healing

Am letzten Abend gab es natürlich ein Abschiedsessen und so wird es auch hier Zeit, das Thema Nahrung zu besprechen. Die bekannten Momos hatte ich ja schon vorher erwähnt und sollten von jedem einmal probiert werden. Ob gebraten oder gedämpft, mit scharfer Soße oder ohne, es spielt keine Rolle, denn sie sind immer super lecker. Einmalig sind die gebratenen Momos mit Käse überbacken, sogenannte “Pizza Momos”, in die könnte ich mich reinlegen!. Das restliche Essen besteht ehrlicherweise aus immer denselben Zutaten und lässt somit etwas an Variation mangeln. Das traditionelle Essen ist Tali, ein großer Teller, auf dem Reis, Fleisch, Gemüse und Soße separat serviert werden. So gesehen ist es ganz lecker, man muss nur aufpassen, denn die nepalesische Küche ähnelt der indischen. Kurz gesagt – scharf. Das hat aber auch etwas Gutes, gibt es dadurch auch viele indische Restaurants und wenn man keine Lust mehr auf das Nationalgericht hat, kann man sich auf die indische Karte stürzen. Etwas Abwechslung bietet zum Beispiel ein Yakmilch-Joghurt. Klingt gewöhnungsbedürftig, unterscheidet sich aber vom Geschmack her nicht gravierend von normalem Joghurt. Die nepalesischen Bieren hatten mehr Abwechslung zu bieten als das Essen und boten erfrischende Durstlöscher an. Unbedingt durchkosten. 

Nepal Essen
Nepal Essen
Nepal Essen
Nepal Essen
Nepal Essen

Nepal ist nicht unbedingt ein Land, was viele auf ihrer Reiseliste stehen haben. Und ich kann verstehen warum, ist es doch ein Land der Abenteurer. Es gibt hier natürlich mehr zu sehen als das Himalaya-Gebirge, aber das ist der Hauptgrund warum die Menschen hierher kommen. Und das ist in Ordnung, hat aber den Nachteil, dass alles darauf ausgerichtet ist. Zudem kommt noch, dass es ein Entwicklungsland ist. Die Unterhaltskosten sind sehr niedrig, aber so ist auch der Komfort. Die Straßen sind schlecht und spärlich ausgebaut, Internet gibt es nur stellenweise, das Essen ist günstig, aber einfach. Es ist nicht wirklich schlecht, aber richtig gut ist es ebenfalls nicht. Es war interessant zu sehen und wir hatten eine tolle Zeit dort, aber so schnell wieder hin müssen wir nicht. Ich würde es eher Menschen als Reiseziel empfehlen, die sportliche Aktivitäten und eher den Backpacker-Lebensstil mögen. 

Weltreise Zwischenfazit 2024

Weltreise Zwischenfazit 2024

Auch 2024 war wieder ein aufregendes Jahr für Christoph und mich. Es ist viel passiert, wir haben viel erlebt und wie immer viel gegessen. ;P Sobald wir zu Hause in Wien und Hamburg waren, wurden wir wieder mit Fragen durchlöchert. Wer aber keine Gelegenheit hatte, uns zu fragen, kann sich hier unsere Highlights des Jahres 2024 durchlesen.

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Punakha Dzong

Bhutan Rundreise

Bhutan liegt (wie Nepal) eingequetscht zwischen Tibet und Indien und wird im Norden vom Himalaya-Gebirge beschützt. Seine Größe kann sich mit der Schweiz vergleichen lassen, doch die Bevölkerungszahl kommt nicht einmal auf 1 Million. Damit wird recht schnell klar, wie dünn besiedelt das Land ist. Dennoch hat das Land des Drachen es geschafft, zu einer wirtschaftlichen Größe zu werden. Seit 2008 hat Bhutan eine konstitutionelle Monarchie mit einem parlamentarischen Regierungssystem.

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