Die Lebensfrohen

Nordindien

Nordindien

- Fremdes Land, alte Klischees

Indien ist wohl für viele Menschen der Inbegriff eines fremden, fernen Landes. Bunte Farben, fremdartige Gebräuche und exotisches Essen – wer Abenteuer sucht, wird es in Indien finden. Das haben Christoph und ich uns auch gedacht und waren sehr gespannt auf unsere Reise nach Indien. Wir sind jedoch vorher nicht sehr oft in Kontakt mit der indischen Kultur gekommen und waren sehr unsicher, auch zugegebenermaßen beeinflusst von den Nachrichten, die über Indien kursieren. Leider sind davon nicht alle positiv und auch von Mitreisenden haben wir teils positive, teils negative Erfahrungsberichte gehört. Um nicht die ganze Zeit überfordert zu sein, haben wir beschlossen, wieder eine vorgefertigte Rundreise zu buchen, die uns zuerst nach Nordindien und dann in den Süden des Landes führt. Hotels, Inlandsflüge, Transfer und Kulturprogramme werden von der Agentur übernommen und man selbst lehnt sich nur zurück und genießt. Das ist ja manchmal auch ganz schön, so ganz ohne Streß zu reisen. 

Unsere erste Begegnung mit Indien war nicht im Land selbst, sondern auf dem 5-stündigen Flug dorthin, bei dem wir von Indern umzingelt waren. Nichts für Ungut, aber die Inder sind schon ein anstrengendes Volk, anders kann ich es gar nicht beschreiben. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass sie nie alleine sind und es überall so voll ist, aber sie drängen, können nicht still sitzen und bahnen sich einfach einen Weg, auch wenn es gar keinen gibt. Sie meinen es nicht böse, aber es nervt tierisch. Dagegen sind die Chinesen ja schon fast rücksichtsvoll. Durchgekämpft sind wir endlich um Mitternacht in Delhi gelandet. Unser Fahrer für die erste Woche hat uns gleich abgeholt und sicher zum Hotel gebracht.

Und da ist uns gleich die zweite unangenehme Art der Inder aufgefallen. Jeder möchte Trinkgeld bekommen und zwar wirklich jeder. Vom Rezeptionisten über Gepäckträger und Restaurantpersonal bis hin zu den Rikscha-Fahrern. Natürlich haben wir nichts dagegen Trinkgeld zu geben, solange es angebracht ist. Wir geben meistens erst am Ende Trinkgeld, denn dann kann man die gebrachte Leistung evaluieren und angemessen belohnen. Das haben aber anscheinend nicht alle verstanden, denn wir haben einige missbilligende Blicke geerntet, wenn wir nicht gleich Trinkgeld oder in ihren Augen zu wenig gegeben haben. Wenn man dann nicht einmal ein Danke oder ein Lächeln zurückbekommt, wird man reluktanter überhaupt Trinkgeld auszuteilen. Und wenn man über eine Stunde auf sein Essen wartet, während der Kellner nicht versteht, was man überhaupt bestellt hat, ja, dann sehe ich nicht ein, noch ein großzügiges Trinkgeld zu geben. Und dann kommen die Leute noch dazu, die schon mit offener Hand vor einem stehen und überhaupt nicht locker lassen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch nervig und schon ist man den gesamten Dienstleistern misstrauischer eingestellt. So eine extreme Trinkgeldkultur haben wir nicht einmal in den USA oder Mexiko erlebt, auch wenn man es natürlich am Rande versteht bei einem so armen Land, trotzdem sollte man sich nicht ausbeuten lassen und gerecht bezahlen. Natürlich waren nicht alle Inder so, unser Fahrer für die erste Woche zum Beispiel war ein sehr netter, geduldiger Mann, der auf jeden unserer Wünsche eingegangen ist und sich immer um unser Wohlbefinden gekümmert hat. So jemanden belohnt man gerne! 

Nordindien Karte

Unser erster Stopp in Nordindien war also Delhi, die Hauptstadt des riesigen Landes. Wir hatten leider nur einen Tag Zeit sie zu erkunden, aber mit unserem netten Tourguide haben wir das Beste daraus gemacht. Zuerst haben wir uns das Regierungsviertel angeschaut. Wie jedes Viertel, in dem eine Regierungsstelle sitzt, war auch dieser Bereich sehr sauber, ruhig und sicher. Der Präsidentenpalast war leider abgesperrt, doch auch von der Seite konnte man die Schönheit und schiere Größe dieses Gebäudes sehen und so erraten, dass das Gebäude von den Briten errichtet worden ist. Direkt gegenüber kann man sich das indische Tor anschauen, ein Kriegsdenkmal, das dem Arc de Triomphe in Paris verblüffend ähnlich sieht. Rundherum findet man weitere Regierungsgebäude und Ministerien – alle riesig und sehr neu. Wer das wohl bezahlt hat?

Delhi Parlament
Delhi Tor von Indien

Indien hat den zweitgrößten Anteil von Muslimen in einem nicht islamischen Land und so ist es kein Wunder, dass Jama Masjid einer der größten Moscheen weltweit und in Indien die größte überhaupt ist. Schon im 17. Jahrhundert gebaut, gehört sie zu dem alten Stadtkern von Delhi. Den durften wir bei einer Rikscha-Fahrt näher kennenlernen, wo wir durch schmale Gassen und holprige Straßen an unzähligen kleinen Shops vorbei geführt worden sind. Hier sieht man das “wahre” Indien. Dreckige Straßen, herunterhängende Stromkabel, winzig kleine und zugleich so kunterbunte Shops, bei denen man nie weiß, wo man jetzt genau hinschauen soll. Und natürlich das ständige Gewusel von Menschen und das permanente Brummen und Summen von Geräuschen. Wir kennen laute Städte, aber das war wirklich eine andere Liga und was einen wirklich überfordert hat, war die Konstanz des Lärmpegels. Es gab keine Ecke, die leiser war, gehört hat man immer etwas. Wir kamen auch an Marktständen mit den berühmten Gewürzen vorbei und die Farben und Gerüche sind genauso auf die Sinnesorgane eingeprallt wie alles andere in diesem Land. Ein toller Zeitpunkt um Fotos zu machen oder um permanent zu niesen. ;D

Delhi Jama Masjid
Delhi Rikscha Fahrt
Delhi Rikscha Fahrt

Das Grab des wohl berühmtesten Mannes Indiens darf natürlich auch nicht auf der To-Do-Liste fehlen und so fanden wir uns in einer riesigen Parkanlage wieder, um uns vor dem Grabstein von Mahatma Gandhi zu verbeugen. Denn diesem Mann sollte man auf jeden Fall Respekt zollen. Eine weitere Grabstätte, die man gesehen haben muss, ist Humayun’s Grab. Ein wunderschöner Gebäudekomplex, der zu den ersten Exemplaren gehört, die den Mogul-Architekturstil zeigen und somit zu Recht zu einem Weltkulturerbe gemacht wurde. Die Ähnlichkeit zum Taj Mahal ist natürlich verblüffend (abgesehen von der Steinfarbe), wurde aber ca. 80 Jahre vorher gebaut und ist somit quasi das “Vorbild” für den Taj Mahal und nicht andersherum. 

Delhi Mahatma Gandhis Grab
Delhi Mahatma Gandhis Grab
Delhi Humayun’s Grab
Delhi Humayun’s Grab

Ein Besuch eines Sikh-Tempels stand auch auf unserem Tagesplan und das war besonders spannend, denn einen Sikh-Tempel haben wir noch nie von innen gesehen. Leider sind hier Fotos und Videos verboten und so kann ich nur versuchen die Pracht, das viele Gold und das heilige Treiben zu beschreiben. Oder ich kann es lassen und nur dazu raten, auch einmal einen Sikh-Tempel zu besuchen, denn die Erfahrung wird sich auf jeden Fall lohnen. Eine andere heilige Stätte, die man in Delhi besucht haben sollte, ist einer der weltweit nur acht Bahai-Tempel. Das Bahaitum ist eine internationale und doch noch unbekannte Glaubenslehre, die dazu aufruft, die Erde als „nur ein Land und alle Menschen als seine Bürger“ zu betrachten. Gut umgesetzt wird das beim größten Tempel dieser Religion, dem Lotus-Tempel. Aus weißem Marmor umschließt das Gebäude in Form einer Lotusblüte das heilige Innere, in dem alle Religionen ihren Glauben anbeten dürfen. Es ist wahrlich einer der schönsten Gebäude in ganz Indien und zieht Menschen aus aller Welt an. 

Delhi Sikh-Tempel
Delhi Sikh-Tempel
Delhi Lotus Tempel

Dann kam der krönende Abschluss, der Qutub-Komplex. Eine Ruinenstadt und in der Mitte das Qutub-Minarett und mit seiner ungewöhnlichen Form und dem roten Sandstein fällt der Turm sofort ins Auge. Von oben betrachtet sieht der Turm aus wie eine offene Lotusblüte, eine Blume, die viel im Hinduismus und Buddhismus eingesetzt wird und im Islam so gut wie nie vorkommt. Daraus lässt sich vermuten, dass vorher zumindest die ersten zwei Stockwerke einem hinduistischen Tempel gehörten, dieser dann aber zerstört wurde und eine islamische Andachtsstätte darauf gesetzt wurde. Wir persönlich fanden den Turm ein architektonisches Meisterwerk, das beide Religionen vereint und so etwas außergewöhnliches erschaffen hat. Es war auf jeden Fall ein würdiger Abschluss für unseren langen Tag in Delhi. 

Delhi Qutub-Komplex
Delhi Qutub-Komplex Minarett
Delhi Qutub-Komplex

Am nächsten Tag führte uns unsere Reise durch Nordindien nach Jaipur – die pinke Stadt. Und pink war sie, wobei das beste Beispiel hierfür wohl der Palast der Winde (Hawa Mahal) war. Das alte, mehrstöckige Gebäude ist mit seiner rosa Fassade und den fast 600 kleinen Fenstern ein richtiger Touristenmagnet und repräsentiert die Stadt wie kein anderes Gebäude. Das heißt nicht, dass es hier keine anderen Sehenswürdigkeiten gibt. Der Mubarak Mahal Stadtpalast ist heutzutage ein kleines Museum, das zwar einen kleinen Einblick in die Geschichte der Gegend gewährt, aber um ehrlich zu sein, schaut man es sich wegen der Architektur des Gebäudes an. 

Jaipur Palast der Winde (Hawa Mahal)
Jaipur Palast der Winde (Hawa Mahal)
Jaipur Mubarak Mahal Stadtpalast
Jaipur Mubarak Mahal Stadtpalast

In der Nähe findet man einen Stadtpark mit einem Observatorium (Jantar Mantar). Im ganzen Park stehen komplexe Gebilde, die zum Messen der Zeit und der Sterne und seit über 100 Jahren verwendet werden. Noch heute geht die Sonnenuhr auf 20 Sekunden genau und auch Geburtsdaten und Horoskope können damit immer noch genau berechnet und beschrieben werden. Leider war es an diesem Tag sehr heiß und es gibt dort kaum Schatten, also haben wir uns die Gerätschaften etwas schneller angeschaut, aber die Thematik an sich und wie sie hier dargestellt wird, ist sehr faszinierend. Auch Menschen, die sich nicht für Naturwissenschaften interessieren, sollten hier vorbeischauen, denn es ist ein Teil der Geschichte von Indien und wie die Menschen schon damals Fortschritte in der Wissenschaft gemacht haben.

Jaipur Observatorium (Jantar Mantar)
Jaipur Observatorium (Jantar Mantar)
Jaipur Observatorium (Jantar Mantar)
Jaipur Observatorium (Jantar Mantar)

Am Rande der Stadt findet man aber die eigentliche Attraktion – das Amber Fort. Der riesige Palastkomplex thront auf einem Berg und lässt sich eher als Kleinstadt bezeichnen als den Sitz einer einzelnen Person. Im 16. Jahrhundert gebaut, verbindet er Hindu und Rajput Elemente miteinander und erstrahlt im gelben und rosa Sandstein mit weißem Marmor. Zuerst tritt man durch das “Mondtor”, um auf einem riesigen Innenhof stehen zu bleiben und das Meisterwerk zu bewundern. Direkt hinter dem zweiten Innenhof befindet sich ein kleiner Treppenaufstieg, der zu einer schmalen Galerie führt, von der schon die damaligen Damen auf das Treiben des Palastes herunter schauen konnten. Ein kleiner Garten in der Mitte des dritten Hofs lässt den Palast etwas grüner und heimeliger erscheinen. Die Spiegel-Halle ist das Prunkstück der Anlage. Eine kleine Halle für Bankette und Audienzen komplett ausgekleidet mit tausenden Spiegelfragmenten. Eine Art Discokugel der damaligen Zeit und noch heute jedes Foto wert. Gegenüber der Halle befanden sich die Privatgemächer des Königs mit einem ausgeklügelten Windsystem, damit das Zimmer im Sommer gekühlt werden konnte. Dahinter, im vierten Hof, befanden sich die Gemächer der Frauen und waren so angelegt, dass der König zu jeder Frau gehen konnte, ohne von den anderen Damen gesehen zu werden. Ganz schön schelmisch. 

Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort
Jaipur Amber Fort

Auch dort gibt es einen Aussichtspunkt, um auf das Tal blicken zu können, aber der Anblick ist nicht so schön, wie vom gleich danebenliegenden Jaigarh Fort. Kleiner in der Struktur, aber etwas höher gelegen, kann man vom Dach über die Stadt Jaipur und dem dazugehörigen See blicken. Ein schöner Anblick und ein toller Fotospot, gibt es doch einen Überblick über die Strukturen von Nordindiens Städten. Man kann sogar den kleinen Palast, der mitten im See liegt, entdecken. Der ist heutzutage leider leerstehend, aber soll bald zu einem Restaurant umgebaut werden und wenn dem so ist, sollte man sich überlegen, dort unbedingt essen zu gehen, auch wenn man nur mit einem Boot dahin kommt.

Jaipur Jaigarh Fort
Jaipur Jaigarh Fort
Jaipur Jaigarh Fort
Jaipur Jaigarh Fort

Weiter unten, in der Nähe zur Stadt gibt es eine kleine Anlage, in der Elefanten geritten, gestreichelt, gefüttert und gebadet werden können. Natürlich wollten wir mal ausprobieren, wie es sich auf einem Elefanten reitet und mussten dazu nur eine ca. 2,5 m hohe Treppe erklimmen, um auf dem grauen Riesen Platz nehmen zu können. Ich bin hier jetzt ganz ehrlich und gebe zu: ich musste nach einigen Schritten wieder herunter. Nicht nur die Höhe von fast 3 Metern, sondern auch das ziemliche Schwanken haben meine Höhenangst diesmal gewinnen lassen und ich wollte nur noch runter. Christoph war mutiger und hat eine schöne “Spazierfahrt” mit dem Elefanten unternommen. Gefüttert und gestreichelt wurde die Elefantendame aber danach von uns beiden. Ein Abenteuer, das man einmal ausprobiert haben sollte, denn ob man nun reitet oder nicht, sind Elefanten spannende und ehrwürdige Geschöpfe und die einmal von Nahem zu sehen, ist immer etwas Besonderes.

Indien Elefanten reiten
Indien Elefanten reiten

Weiter ging es mit der nordindischen Rundreise nach Ranthambore, mit dem Ziel, im dazugehörigen Nationalpark einen indischen Tiger zu entdecken. Aus unserer jeweiligen Vormittags- und Nachmittagssafari haben wir zwar einen Bären, Pfauen, Wildschweine und Rehe gesehen, hatten aber leider kein Glück bei den Tigern. Das passiert natürlich bei wildlebenden Tieren, enttäuschend war es dennoch. Generell waren wir von diesem Abstecher weniger begeistert, denn das Hotel war in die Jahre gekommen, das Personal unfreundlich und konnte kein Wort Englisch sprechen und die Morgensafari (für die wir um 4 Uhr morgens aufstehen mussten) hatten sie vergessen und musste auf den nächsten Tag verschoben werden, was unseren Zeitplan für den Tag durcheinander gebracht hat. Man hätte denken können, dass auch die Natur und ihre Schönheit ausreichen würde, um es wieder gutzumachen, aber um ehrlich zu sein, war die Landschaft (wie der Rest des Ausfluges) etwas enttäuschend. Es war sehr staubig, trocken, steinig und selbst wenn es etwas Grün gab, war es nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Keine besonderen Blumen, Früchte oder riesige Bäume, nichts stach hervor oder ließ einen ins Staunen geraten. Fazit: hätten wir uns sparen können. 

Ranthambore Nationalpark
Ranthambore Nationalpark
Ranthambore Nationalpark Wildschwein
Ranthambore Nationalpark Schwarzbär
Ranthambore Nationalpark Reh

In aller Eile ging die Fahrt also weiter mit einem Zwischenstopp bei Fatehpur Sikri, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert. Die dazugehörige Moschee beherbergt in einem Mausoleum das Grab des heiligsten Mannes Indiens. Der Wunderheiler war besonders bekannt für die Erfüllung nach einem Kinderwunsch und sorgte dafür, dass der damalige Maharaja endlich einen Sohn bekam. Noch heute pilgern tausende Menschen hierher und beten um die Erfüllung ihrer Wünsche. Nach einer kleinen Opfergabe kann man in der Grabstelle ein Band mit 3 Knoten anhängen, wobei jeder Knoten für jeweils einen Wunsch steht. Dann drücken wir mal die Daumen. 

Leider konnten wir uns nur kurz umschauen und mussten dann schnell zurück zum Fahrer. Eigentlich eine kurze Strecke, aber weil wir so unter Zeitdruck standen, durften wir eine ganz besondere Erfahrung machen. Zu dritt auf einem Motorrad. Eine in vielen Teilen der Erde übliche Praxis, bei uns in Europa aber verboten. Sagen wir es so, danach wussten wir warum. Mit dem Magen in der Hand und dem Puls auf 180 wurden wir kurz zum Hotel gebracht, um gleich danach von einem Tuktuk zum Taj Mahal gefahren zu werden. Warum eigentlich diese Eile? Es war Donnerstagabend und freitags ist das Taj Mahal geschlossen. 

Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri

Es war also donnerstags 17 Uhr und bei Taj Mahal war es proppenvoll. Obwohl wir noch “Glück” hatten, denn es geht, laut Bildern und Guide, noch voller. Mit etwas Geduld hat man es geschafft anständige Bilder zu schießen, ohne zertrampelt zu werden. Die restlichen Menschen muss man dann halt raus retuschieren. Aber mein Gott lohnt es sich! Die Zeit, das Gedränge, die Lautstärke – all das vergisst man sofort, wenn man vor einem der schönsten und prächtigsten Gebäude der Welt steht.

Je näher man zum Hauptgebäude herantritt, desto beeindruckender werden die Details. Der schneeweiße Marmor umschließt die Ecken, die Wände und den Boden perfekt und lässt nicht einmal die feinste Lücke zu. Die polierten Edelsteine sind in wunderschönen Blumenmuster angelegt und direkt in den Marmor eingebettet. Keine einzige Unebenheit ist zu erkennen und das spiegelt sich im ganzen Gebäudekomplex wider. Wenn ein Gebäude “perfekt” sein kann, dann steht hier in Indien wohl eines der besten Beispiele. Man kommt aus dem Fotografieren und Staunen gar nicht mehr heraus. Man darf nur nicht vergessen, dass es im Grunde immer noch ein Grabmal ist und im inneren Kern zwei Särge (König und Königin) stehen, denen man sich gegenüber Respekt zeigen sollte. Das Fotografieren ist im Inneren des Mausoleums verboten, aber es gibt drumherum unzählige Orte, an denen die schönsten Motive zu finden sind. Wir hatten Glück und unser Guide gehörte wohl zu den geduldigsten und fotoaffinsten Guides in ganz Indien, denn er zeigte uns nicht nur diese Hotspots, sondern hatte auch die Geduld unzählige Fotos von uns zu machen. Besonders beliebt ist eine kleine Steinbank in der Mitte des Teichs, wo man den Taj Mahal im Hintergrund in einer perfekten Distanz hat. Hier sind wohl einige der schönsten Fotos auf unserer gesamten Reise entstanden. 

Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal
Taj Mahal

Erschöpft, aber glücklich, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, damit wir am nächsten Tag genügend Energie hatten, um uns die restlichen Highlights der Umgebung anzuschauen. Das Agra Fort besteht aus rotem Sandstein und bietet einen tollen Ausblick über die Stadt und die nordindische Landschaft.

Das Itmad-ud-Daulha-Mausoleum wird oft auch als das “Baby Taj Mahal” bezeichnet und sobald man davor steht, weiß man auch warum. Wesentlich kleiner, aber in seinem Prunk um nichts nachstehend, wurde dieses Grab von einer Prinzessin für ihren Vater erbaut, keine 6 km vom Taj Mahal entfernt. Hier wurde nicht nur weißer Marmor verwendet, sondern man entdeckt auch immer wieder rote Sandsteinelemente, die die Entdeckungsreise nur aufregender machen. Kleine Edelsteine schmücken auch hier die Ecken und Decken und erstrecken sich in den aufwändigsten Mustern, sodass man schon fast einen steifen Nacken bekommt vom vielen Herumschauen. Im Gegensatz zum Taj Mahal ist es hier aber fast wie ausgestorben und man kann alles in Ruhe bewundern und durch den überraschend grünen Garten schlendern. Wenn man schon beim Taj Mahal ist, sollte man sich dieses kleine Juwel nicht entgehen lassen und auf jeden Fall vorbeischauen.

Agra Fort
Agra Fort
Itmad-ud-Daulha-Mausoleum
Itmad-ud-Daulha-Mausoleum
Itmad-ud-Daulha-Mausoleum
Itmad-ud-Daulha-Mausoleum

Am letzten Tag ging es zurück nach Delhi, um von dort in den Süden Indiens zu fliegen. Unsere Zeit in Nordindien war also um, aber wie es in Indien weiterging und wie unser Fazit über das Land der tausend Gewürze ausfällt, könnt ihr im Artikel “Südindien” weiterlesen. Dort werde ich mich auch endlich mit dem Thema “Essen” beschäftigen und erklären, warum wir unbedingt nach dieser Reise einen Burger essen wollten.

Laos Tempel

Luang Prabang

Unsere Wahl fiel auf die Kleinstadt Luang Prabang im Norden des Landes. Keine 70.000 Einwohner bestreiten hier ihr Leben, aber das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum es als die schönste Stadt in Laos gilt. Und nach unserer Reise dorthin können wir das nur bestätigen. Direkt am Mekong, dem längsten Fluss in Südostasien und dem zwölftlängsten der Welt, gelegen, wird die ruhige Stadt von hauptsächlich Wäldern und Reisfeldern umgeben.

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Südindien

Goa wird als das indische Traumziel von vielen Urlaubern genannt. Es soll das versteckte Paradies in Südindien sein, doch Christoph und ich haben statt eines Paradies nur die Hölle vorgefunden. Es beginnt beim Verkehr, der ehrlicherweise in ganz Indien einfach nur furchtbar ist, aber in Goa hatten wir den schlimmsten Fahrer aller Zeiten. Den Verkehr und seine “Regeln” in Indien zu beschreiben, ist fast eine unmögliche Aufgabe.

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