Die Lebensfrohen

Kuala Lumpur

Kuala Lumpur

- Ein Zwilling ist schwer zu finden

Wer kennt die Hauptstadt von Malaysia? Ganz ehrlich, wahrscheinlich nur die wenigsten und mir erging es nicht anders. Was viele auch nicht wissen, ist dass die 2 Millionen Stadt Kuala Lumpur aber auch Drehpunkt für viele Flüge ist und eine Brücke zwischen Asien und Australien bildet. So haben wir Kuala Lumpur als letztes Ziel in Asien ausgewählt, bevor wir weiter nach Neuseeland fliegen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum wir unbedingt hier einen Stop einlegen wollten. Wir sind große Fans von dem Film “Verlockende Falle” mit Catherine Zeta-Jones und Sean Connery aus 1999. Was Kuala Lumpur mit dem Kultfilm zu tun hat? Ein Teil des Films spielt in der malaysischen Hauptstadt und die Petronas-Türme spielen eine entscheidende Rolle (keine Spoiler für alle, die ihn noch nicht gesehen haben). 

Kuala Lumpur Petronas-Towers

So ist es ja klar, dass unser erster touristische Ausflug zu den Zwillingstürmen ging. Mit ihren über 450 m Höhe waren sie eine Zeit lang das höchste Gebäude der Welt und sind noch heute die größten Zwillingstürme (sie überragten auch die Twin Towers in New York). Die Türme wurden von der Ölfirma Petronas gebaut und so ist es kein Wunder, dass sich in den meisten Stockwerken noch immer Büros befinden, aber für Touristen gibt es trotzdem eine Möglichkeit, die Türme zu erklimmen. Zwischen dem 41. und 42. Stockwerk befindet sich die Skybridge, die die beiden Türme miteinander verbindet. Die fast 60 m lange Brücke kann man als Tourist für 10 Minuten überqueren und Fotos machen. Der Andrang an Besuchern ist jeden Tag so groß, dass die Tickets sehr schnell ausverkauft sind (am besten vorher im Internet reservieren) und es für jede Gruppe nur eine bestimmte Zeit gibt, um die Brücke zu besichtigen.

Auf der Aussichtsplattform im 86. Stockwerk hat man mehr Zeit sich umzuschauen, tolle Fotos von der Aussicht zu machen und sich über das Gebäude zu informieren. Ein Foto vor dem Gebäude darf natürlich auch nicht fehlen. Überquert man den Platz vor den Türmen und stellt sich vor den Brunnen, hat man wahrscheinlich das perfekte Foto. Auf den Mauern neben dem Brunnen kann man aber auch einzigartige Motive von diesem architektonischen Wunderwerk schießen. Ein Besuch bei Nacht lohnt sich übrigens ebenfalls, denn die Türme sind jeden Abend hell beleuchtet und ein Anlaufpunkt für Jung und Alt. Übrigens hatten wir von dem Fitnessstudio in unserem Gebäude einen tollen Blick auf die Zwillingstürme. Das motiviert einen gleich zum Trainieren. ;P

Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers
Kuala Lumpur Petronas-Towers

Eine andere Aussichtsplattform über die Stadt wäre noch der Fernsehturm. Der große Turm soll eine wunderbare Aussicht über die Stadt, aber vor allen Dingen über den botanischen Garten, den ihn umgibt, bieten. Da wir aber schon auf den Petronas Towers waren, dachten wir, dass wir uns diese Kosten sparen können. Das neue höchste Gebäude ist das Merdeka 118 und ist mit 644 m sogar das zweithöchste Gebäude der Welt. Leider ist es noch nicht komplett fertig und so kann man dort als Besucher noch nicht hinauf. Vielleicht beim nächsten Besuch. 

Kuala Lumpur hat aber natürlich mehr zu bieten als hohe Gebäude. Die Altstadt befindet sich links und rechts vom “Fluss des Lebens”, dem Klang-Fluss. Direkt bei einer Gabelung wurde 1909 die Hauptmoschee, Jamek Moschee, gebaut und obwohl es heute größere und modernere Moscheen in der Stadt gibt, bleibt sie doch bis heute ein Wahrzeichen und Touristenmagnet. Vom Masjid Jamek Lookout Point hat man nicht nur einen tollen Blick auf die Moschee und dem davor liegenden Platz, sondern auch auf die wunderschön bemalten Häuser daneben. Das schreit schon förmlich nach einem Instagram-Bild. 

Kuala Lumpur Jamek Moschee
Kuala Lumpur Jamek Moschee
Kuala Lumpur Jamek Moschee
Kuala Lumpur Jamek Moschee

Zwei Straßen weiter findet man den Merdeka Square, einen riesigen Platz umrundet von den schönsten Regierungsgebäuden, die man sich vorstellen kann. Das Sultan Abdul Samad Building aus dem 19. Jahrhundert mit seinen Kupferkuppeln streitet sich mit der öffentlichen Bücherei und dem Royal Selangor Club, einem englischen Herrenclub ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, sowie mit der St Mary’s Kathedrale um die Aufmerksamkeit der Besucher. Egal, wohin man blickt, es gibt immer etwas zu entdecken und zu fotografieren. 

Kuala Lumpur Merdeka Square
Kuala Lumpur Merdeka Square

Pasar Seni oder einfach der Central Market ist eine Markthalle im Artdéco-Stil, in der man noch heute viele tolle kleine Läden mit Kunsthandwerk und Essen findet. Jeder, der auf Individualität steht und ein besonderes Souvenir nach Hause bringen möchte, sollte sich zuerst einmal hier umschauen. Wer eher günstige Kleidung und typische Souvenirs kaufen möchte, kann sich in der Pasar Jalan Petaling Straße umschauen. Die lange Einkaufsstraße führt einmal quer durch Chinatown und ist sogar teilweise überdacht. Hier herrscht immer ein buntes Treiben und es ist recht voll, aber die Preise lohnen sich und wer hier eher wegen des Essens ist, wird nicht enttäuscht.

Die Durian-Frucht ist eine große, stachelige Kugel, die durch ihren penetranten Gestank bekannt geworden ist. In vielen südostasiatischen Ländern ist sie deshalb auch in Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Dennoch sollte man sie einmal probiert haben, denn das Fruchtfleisch ist sehr süß und cremig, der Geschmack erinnert etwas an Vanille. Christoph und ich haben Durian schon vorher gegessen, aber hier haben wir zum ersten Mal ein Durian-Eis probiert. Sehr außergewöhnlich. Das chinesische Viertel schließt direkt an das Indische an und so ist es kein Wunder, dass man nur die Straße runter gehen muss, um sich den Hindutempel Sri Maha Mariamman und sein kunstvoll geschnittenes Eingangstor anschauen zu können. 

Kuala Lumpur Marktplatz
Kuala Lumpur Petaling Street
Kuala Lumpur Sri Maha Mariamman

Etwas außerhalb des alten Stadtkerns findet man weitere Sehenswürdigkeiten, bei denen man mal vorbeigeschaut haben sollte. Die Masjid Negara Moschee ist die heutige malaysische Nationalmoschee und mit dem sternförmigen Dach ein wunderschöner Anblick. Hochpolierte Marmorböden, fein säuberlich angelegte Gärten, die schlichte Gebetshalle und das Mausoleum ebenfalls unter einer sternförmigen Kuppel strahlen Eleganz und Erhabenheit aus. Das hier ist ein moderner, ruhiger Ort für die innere Einkehr und Gebete. Da die Terrasse etwas höher gelegen ist, bietet sie einen großartigen Ausblick auf die Innenstadt und den Merdeka 118 Turm. Gleich daneben liegen das islamische Kunstmuseum und das Planetarium, die wir uns beide nicht angeschaut, aber nur das Beste davon gehört haben. 

Kuala Lumpur Masjid Negara Moschee
Kuala Lumpur Masjid Negara Moschee
Kuala Lumpur Masjid Negara Moschee
Kuala Lumpur Masjid Negara Moschee

Weiter im Süden der Stadt wurde vor ca. 30 Jahren ein buddhistischer Tempel auf einem Hügel erbaut. Der Thean Hou Tempel besteht aus 6 Stockwerken mit einer prächtigen Gebetshalle und kunstvoll dargestellten Details. Die Laternen und Lichterketten geben dem Tempel eine feierliche und fröhliche Atmosphäre. Und dann steht man auf der Terrasse, die einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt Kuala Lumpur bietet. Ironischerweise sieht man die Petronas Türme zwar nicht, aber das macht in diesem Fall gar nichts, denn der Anblick ist so gewaltig und einfach nur schön, dass das Fehlen des Wahrzeichens kaum auffällt. Lustig ist auch der Garten drumherum, der mit Statuen der 12 Tierkreiszeichen und deren Eigenschaften geschmückt ist. Wisst ihr, welches Tierkreiszeichen ihr seid?

Kuala Lumpur Thean Hou Tempel
Kuala Lumpur Thean Hou Tempel
Kuala Lumpur Thean Hou Tempel
Kuala Lumpur Thean Hou Tempel

Fährt man eine halbe Stunde aus der Stadt hinaus, kann man eine weitere Attraktion von Malaysia besuchen. Die Batu-Höhlen sind eine heilige hinduistische Stätte, die man über 272 Stufen erreichen kann. Der Weg zu den Kalksteinhöhlen ist verziert mit Figuren und schön geschnitzten Toren, die den doch recht anstrengenden Aufstieg versüßen sollen. Was den Weg aber tatsächlich leichter macht, ist der Anblick der Affen, die dort auf Nahrung warten. Aber Achtung, es sind wilde Affen, die auch mal nicht nur das Essen aus den Händen klauen oder auch aggressiv werden können. Ein bisschen Abstand sollte man also lassen und nicht versuchen sie zu streicheln. Einen süßen Anblick und auch ein tolles Fotomotiv bieten sie trotzdem. Im Inneren der Tropfsteinhöhle wurde ein kleiner Tempel angelegt, der etwas in den Hintergrund rückt, wenn man etwas weiter geht und sich plötzlich in einer Seitenhöhle die Decke auftut. Durch ein Loch kommt ein Lichtstrahl hinein und taucht die Höhle in ein sanftes Licht, was sich in einer mystischen und doch heimeligen Atmosphäre auswirkt. Perfektes Licht für einen Tempel und man versteht, warum sich die Menschen ausgerechnet eine Höhle 100 Meter über dem Boden für ihre Gebete ausgesucht haben. 

Kuala Lumpur Batu-Höhlen
Kuala Lumpur Batu-Höhlen
Kuala Lumpur Batu-Höhlen
Kuala Lumpur Batu-Höhlen
Kuala Lumpur Batu-Höhlen
Kuala Lumpur Batu-Höhlen

Auf dem Rückweg kamen wir an einem Batik-Shop vorbei. Die Kunst der Batik gehört in Malaysia zu den traditionellen Kunsthandwerken und wird noch von Generation zu Generation weitergegeben. Wir durften es auch einmal probieren und die Farbe blieb durch einen Trick sogar innerhalb der Linien. Viele der Kleidungsstücke werden heutzutage maschinell bedruckt, aber es gibt immer noch echte Künstler, die ausgewählte Stücke per Hand bemalen. Die sind natürlich dementsprechend teurer, sind aber auch ein ganz besonderes Mitbringsel. Der Königspalast hatte leider zu und so konnten wir nur einen kurzen Blick auf das äußere Tor erhaschen. Dennoch lohnt sich eine Annäherung an die politische Lage von Malaysia (auch wenn es nur durch ein Tor ist), denn sie ist wirklich außergewöhnlich. Die 9 Klans der verschiedenen Gebiete in Malaysia stellen durch ein Rotationsprinzip alle 5 Jahre einen neuen König für die konstitutionelle Monarchie dieses Landes. Von so einem Arrangement haben wir vorher noch nie gehört und doch scheint es seit über 60 Jahren zu funktionieren. 

Malaysia Batik
Malaysia Batik
Malaysia Königspalast

Kuala Lumpur ist bei Auswanderern und digitalen Nomaden sehr beliebt, da die Infrastruktur gut ausgebaut ist, die Lebensunterhaltskosten niedriger als im Westen sind und es ein Drehkreuz für viele verschiedene Nationen ist. Und so findet man hier eine hohe Anzahl von Ausländern aus allen Teilen der Welt. Obwohl Bahasa Melayu die offizielle Amtssprache ist, sprechen die meisten Malaien einen Mischmasch aus Malaiisch, Englisch und Indonesisch. So können viele Menschen ganz gut Englisch sprechen und es gibt kaum Kommunikationsschwierigkeiten. Das spiegelt sich auch im Nachtleben wider. Coole Rooftopbars, Clubs und westliche Restaurants geben sich die Klinke in die Hand und jeden Abend ist etwas los. Besonders im Viertel Bukit Bintang treffen sich die Nachtschwärmer und genießen die Auswahl an Nachtmärkten, Bars und Essensständen so weit das Auge reicht. 

Die Vielfalt der Kulturen zieht sich natürlich auch durch das Essensangebot und die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Ein traditionell malaysisches Essen wäre das Gericht Nasi Lemak, Kokosreis mit scharfer Chilisauce, garniert mit frittierten Sardellen, Erdnüssen, Gurkenscheiben und einem hartgekochtem Ei. Durch die Sardellen hat es einen etwas strengen Geruch, aber es schmeckt immer frisch und knusprig. Wer keine Sardellen mag, kann auf andere Gerichte ausweichen, wie Nasi Goreng und Satay. Obwohl diese eher indonesisch sind, erfreuen sie sich hier großer Beliebtheit und wer sagt schon zu Fleischspießen nein?

Malaysia Essen
Malaysia Essen
Malaysia Essen

Nach unserem Besuch in Kuala Lumpur können wir die Begeisterung der anderen Expats verstehen, denn die Stadt ist sauber, modern und hat eine gute Infrastruktur. Es gibt viele Dinge zu sehen, zu bestaunen und zu entdecken, so schnell wird einem hier nicht langweilig. Bei unserem nächsten Besuch wollen wir uns mehr Zeit lassen und noch mehr herumgehen, um die Atmosphäre der Stadt wirklich aufzunehmen. 

Jakarta

Wir präferieren das bunte Stadtleben statt einer ruhigen Insel und so flogen wir lieber nach Jakarta, in die Noch-Hauptstadt von Indonesien. Ich sage noch Hauptstadt, denn durch die Nähe zum Meer, ergeht es Jakarta wie vielen anderen Städten auch: es versinkt. Natürlich sehr langsam, aber jedes Jahr holt sich das Wasser mehr Land zurück und so haben die Führungskräfte des Landes entschieden, dass die neue Hauptstadt Nusantara auf der Insel Borneo extra für diese Zwecke von Grund auf neu gebaut wird.

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Auckland

Das Land Neuseeland, bestehend aus zwei großen und vielen kleinen Inseln, ist nur etwas kleiner als Deutschland und bekannt für zwei Sachen: Es gibt mehr Schafe als Einwohner und hier wurden die Herr der Ringe-Filme gedreht. Wie wir im Laufe unserer Reise aber feststellen durften, hat das kleine, fortschrittliche Land aber wesentlich mehr zu bieten. Neuseeland ist teuer und wir wussten nicht viel darüber, also haben Christoph und ich uns nur für einen kurzen Aufenthalt mit Auckland als Angelpunkt ausgesucht, um das Land kennenzulernen.

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