Die Lebensfrohen

Singapur

Singapur

- Utopia gefunden!?

Singapur ist ein winzig kleines Land eingequetscht zwischen Malaysia und Indonesien und dennoch stellt es beide Länder mit seiner Reputation in den Schatten. Es gilt als eines der sichersten und modernsten Länder der Welt und das mussten Christoph und ich natürlich mit eigenen Augen sehen. Und oh mein Gott, wer auch immer den Begriff “Metropole” erfunden hat, hatte dabei wohl das Bild von Singapur im Kopf. Der Großteil der 6 Millionen Einwohner konzentriert sich auf die Stadt Singapur und wenn man schon den Flughafen betritt, weiß man warum. Der Flughafen gehört zu den Umschlagplätzen der Welt und ist bekannt für seine moderne Architektur und seinen Indoor-Wasserfall. Für viele ist der Flughafen selbst schon eine Sehenswürdigkeit und viele Touristen planen mehr Zeit vor ihrem Flug ein, um den Flughafen zu erkunden. Das haben wir zwar nicht extra getan, aber allein bei der Suche nach dem richtigen Gate sieht man so einiges vom Flughafen. Man sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen, der dieser Flughafen kann man manchmal durch seine Größe etwas unübersichtlich werden.

Singapur Stadt grün
Singapur Stadt grün
Singapur Stadt grün

Vom Flughafen gibt es einen direkten Zug in die Innenstadt, was in Südostasien eine Seltenheit ist, aber nur die tolle Infrastruktur dieses Landes widerspiegelt. Das öffentliche Verkehrsnetz ist toll ausgebaut und auf dem neuesten Stand (Stichwort: mit EC-Karte bezahlen). Kommt nun in die Innenstadt, ist man nicht von einem Asphaltdschungel umgeben, sondern von modernen Hochhäusern, die das Konzept von “Grün” gekonnt adaptiert haben. Fassaden oder Terrassen voller Grünzeug lassen die Stadt wie einen riesigen Garten erscheinen. Dabei werden die tatsächlichen Parkanlagen noch nicht einmal dazu gerechnet. Die Straßen sind sauber, die Gehwege breit genug und es gibt überall extra Fahrradwege, was im restlichen Asien eine Unart wäre. Gesetze werden streng eingehalten und Fehlverhalten werden hart bestraft. Kameras gibt es fast überall und so ist es kein Problem auch für Frauen nachts alleine durch die Straßen zu ziehen, da Singapur eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat (insbesondere Gewaltverbrechen). 

Singapur Stadt grün

Und das obwohl Singapur ein Schmelztiegel der Kulturen ist. Little India ist bekannt für seine günstigen Einkaufsmöglichkeiten, dem bunten Treiben und den Gerüchen der Gewürze aus aller Welt. Eine der bekanntesten Hindutempel Sri Mariamman steht aber überraschenderweise nicht in Little India, sondern in Chinatown, das wiederum bekannt ist für sein gutes Essen und dem buddhistischen Buddha Tooth Relic Tempel, in dem sich angeblich die echten Zähne Buddhas befinden sollen. Etwas verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Tempel erst 2007 gebaut wurde. Aber die Architektur in Anlehnung an die Tang-Dynastie ist so oder so einen Besuch wert. Aber auch die Sultan Moschee im muslimischen Viertel ist einen Abstecher wert, glänzt das Gold der Kuppel doch kilometerweit. Es gibt natürlich noch unzählige andere Religionsstätten und wenn man einfach durch diese Viertel streift, wird man auf die ein oder andere schon treffen. 

Singapur Hindutempel Sri Mariamman
Singapur Buddha Tooth Relic Tempel
Singapur Sultan Moschee

Singapur wird auch “Gartenstadt” genannt und wie vorher erwähnt, kann man verstehen warum. Aber die Begrünung der Häuser ist nicht das einzige Grünzeug, was man hier finden kann. Überall gibt es kleine oder große Parkanlagen, wobei der Botanische Garten eine der größten ist. Hier findet man alles, um Rad zu fahren, zu picknicken, Ball zu spielen oder einfach nur durch die Natur zu schlendern. Große Bäume spenden genügend Schatten für Menschen und Tiere, wie Eichhörnchen, Insekten, Vögel oder auch Warane, und Teiche bieten Lebensraum für Fische und rundherum gibt es genügend Sitzplätze zum Ausruhen. Es sind viele Einheimische unterwegs und genießen ihre Freizeit, aber warum man auch als Tourist hierher kommen sollte, ist der Orchideengarten. Dieser spezielle Garten kostet zwar Eintritt, aber ist jeden Cent wert für jeden Blumenliebhaber. Orchideenarten aus aller Welt, aber auch eigene Züchtungen sind hier ausgestellt. Man kann sich an den fragilen Blüten gar nicht sattsehen und sich schon 1-2 Stunden in diesem Garten verlieren. 

Singapur botanischer Garten

Wem das noch nicht genügend Blumen sind, kann auch in die “Gardens by the Bay”-Gartenanlage gehen. Highlight sind hier die riesigen Metallgestelle in Baumform, auf die man hinauf gehen kann, um eine tolle Aussicht über den Park und auf die Stadt zu haben. Abends werden die Bäume von bunten Lichtern beleuchtet und bieten eine tolle Lichtershow. Leider kostet es etwas hinaufzufahren, genauso wie der Eintritt zum “Flower Dome” und “Cloud Forrest”, aber für alle drei Attraktionen lohnt es sich, Geld auszugeben. Der “Flower Dome” und “Cloud Forrest” sind riesige Glaskuppel, in denen ein Blumengarten und ein Regenwald nachgepflanzt wurden. Beide mit Technik und einer einzigartigen Atmosphäre ausgestattet, lassen sie Besucher mit dem Gefühl zurück, tatsächlich einen Garten in Frankreich und einen Regenwald im Amazonas besucht zu haben. Wer die Natur oder einfach nur Pflanzen liebt, dem wird es hier gefallen, und das alles mitten in einer Großstadt. 

Singapur Gardens by the Bay
Singapur Gardens by the Bay
Singapur Gardens by the Bay
Singapur Cloud Forrest
Singapur Cloud Forrest
Singapur Cloud Forrest
Singapur Cloud Forrest
Singapur Flower Dome
Singapur Flower Dome

Christoph und ich lieben es, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, aber das ist in vielen Ländern leider nur Wunschdenken. Schlechte Fußwege, schlechte öffentliche Verkehrsverbindungen, Smog und oft die drückende Hitze sind Hindernisse, die man nicht so leicht überwindet, wie man hofft. Und obwohl Singapur ebenfalls heiß und schwül ist, kann man in der entsprechenden Saison Glück haben und bei angenehmem Wetter durch die Stadt schlendern. Und das sollte man auf jeden Fall tun, denn die Stadt hat so viel zu bieten. Architektonisch, kulturell, kulinarisch, eine Stadt mit tausend Gesichtern und trotzdem fühlt man sich überall wohl und sicher. Und wer nach einem langen Fußmarsch eine Abkühlung benötigt, kann einen Halt im Raffles Hotel machen. Die Bar dort im zweiten Stock ist die Geburtsstätte des Singapur Slings. Eingerichtet im Stil einer kubanischen Hacienda lädt sie zu dem erfrischenden Cocktail regelrecht ein. Man setzt sich auf Rattanmöbel, von oben verbreiten Fächer einen kühlen Luftzug und den Abfall der Erdnüsse zum Knabbern darf man auf den Boden werfen, wahrscheinlich am einzigen Ort in Singapur, wo Müll auf dem Boden erlaubt ist. Dann lehnt man sich zurück und schlürft an seinem Singapur Sling oder Singapur Sakura Sling (eine Abwandlung des Originalrezeptes, sehr lecker) und genießt einfach das Leben. Ein absoluter Touristenmagnet und auf jeden Fall ein Ort, an dem man mal vorbeigeschaut haben sollte. 

Singapur Innenstadt
Singapur Innenstadt
Singapur Innenstadt
Singapur Innenstadt
Singapur Long Bar
Singapur Long Bar Singapur Sling

Singapur ist ein Shoppingparadies, insbesondere für die Reichen und Schönen. Die eine Mall hat mehr Luxusgüter als die nächste und die andere ist noch prunkvoller ausgestattet als die vorherige. Die Orchard Road ist als Einkaufsstraße schlechthin verschrien, hier findet man alles, was das Herz begehrt. Und wenn man sich vom Norden in den Süden vorgearbeitet hat, kann man sich nach einem langen Shoppingtag in der Lau Pa Sat Foodhall mit den leckersten Köstlichkeiten belohnen. Auch im Bereich Essen ist Singapur ein kultureller Mischmasch und so findet man aus allen Teilen der Welt die leckersten Gerichte. Ob Pad Thai aus Thailand, Dim Sum aus China, Banh Mi aus Vietnam, Sushi aus Japan oder auch westliche Gerichte, in der Markthalle findet man alles an einem Ort und so ist dieser Platz nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch ein beliebter Treffpunkt bei Einheimischen. 

Singapur Lau Pa Sat Foodhall
Singapur Lau Pa Sat Foodhall

Wir hatten das große Glück, dass ein Freund von uns (aus Italien) und seine Freundin (von den Philippinen) seit einigen Jahren in Singapur leben und arbeiten. Sie haben uns nicht nur unglaubliche Gastfreundlichkeit entgegengebracht und haben uns herumgeführt, sie haben uns auch Einblick in ihren Alltag gewährt und wie es ist, als Ausländer in Singapur zu leben. Und dann klingt die Utopie plötzlich gar nicht mal so rosig. In Singapur wird sehr auf die eigenen Leute geachtet, was in einem Sinne ja gar nicht so schlecht ist, aber wenn es dazu führt, dass Ausländer ausgegrenzt und von oben herab behandelt werden, geht es leider zu weit. Als Ausländer zahlst du sehr hohe Steuern, um in Singapur leben zu können. Zudem gibt es bei Arbeitsplätzen eine Mindestquote, die von Singapurianern besetzt werden muss. Auch das ist nicht falsch, aber wenn diese dann nicht richtig arbeiten, weil du sie ja eh einstellen musst und dich als Chef missachten, nur weil du Ausländer bist, ist das definitiv die falsche Einstellung. Singapur ist sehr teuer und wer hier leben möchte, muss es sich leisten können. So ist es kein Wunder, dass hier viel auf Markenware geachtet wird, was natürlich den Druck zusätzlich erhöht, erfolgreich sein zu müssen. Und obwohl sich hier und dort mal beschwert wird, haben sie uns auch die guten Seiten von Singapur gezeigt. Ein kurzer Spaziergang vom Lau Pa Sat runter zum Clarke Quay hat uns nicht nur gezeigt, wie sicher Singapur nachts ist, sondern auch, dass hier ordentlich was los sein kann. Restaurants, Bars, Clubs – alles hat offen und bietet einen tollen Blick auf den Fluss und auf das luxuriöse Fullerton Hotel, das abends toll beleuchtet ist. Rundum ein gelungener und freudiger Abend. 

Singapur bei Nacht
Singapur bei Nacht
Singapur bei Nacht
Singapur bei Nacht

Umrundet man nun den Kai, kommt man zum Wahrzeichen der Stadt. Eine große Steinstatue eines Merlions, ein Mischwesen aus dem Kopf eines Löwen und dem Körper eines Fischs. Der Wasserspeier ist ein beliebtes Fotomotiv und befindet sich an der Spitze des Kais. Von dort kann man entweder die Jubiläumsbrücke überqueren und der Esplanade folgen, auf der oftmals Konzerte veranstaltet werden, bis man auf das Riesenrad von Singapur stößt. Oder man genießt einfach nur den Ausblick auf die andere Seite. Die Helix-Brücke mit ihrer DNA gleichenden Struktur, die abends bunt beleuchtet ist, das ArtScience Museum, das wie eine geöffnete Blume sich dem Himmel entgegenstreckt und natürlich das neue Wahrzeichen der Stadt – das Marina Bay Sands Hotel. 

Singapur Merlion
Singapur Skyline
Singapur Skyline
Singapur Innenstadt
Singapur Innenstadt
Singapur Innenstadt

Das Marina Bay Sands Hotel ist nicht nur ein Luxushotel bekannt für seinen Infinitypool mit Blick auf die Skyline der Innenstadt von Singapur, es hat sich im Laufe der Zeit zu einer eigenen Stadt in der Stadt entwickelt. Das Hotel mit mehreren Restaurants ist direkt an die hauseigene Mall und das Casino angeschlossen. Man kann hier essen, feiern, shoppen, spielen, ins Kino gehen, man kann sogar eine kleine Bootstour in einer Gondel auf dem Teich inmitten der Mall machen, wie in Venedig. Geht man hinaus, findet man direkt das ArtScience Museum auf der einen und “Gardens by the Bay” auf der anderen Seite. Das Hotel wird sogar zur Zeit als die erste Sehenswürdigkeit in Singapur gehandelt. Christoph und ich wollten das unbedingt erleben und haben uns eine Übernachtung in diesem Luxusobjekt gegönnt. 700€ hat uns der Spaß gekostet, aber es war jeden Cent wert (obwohl ich mit weniger auch zufrieden gewesen wäre 😛). Eine prunkvolle Eingangshalle, super freundliches Personal, riesige Zimmer mit einem der bequemsten Betten, die wir auf unserer Reise je hatten, eine tolle Aussicht auf die beleuchteten Bäume im “Garten”. Und dann natürlich der Pool, obwohl es natürlich eigentlich nur ein stinknormaler Pool ist, ist die Aussicht von dort oben einmalig. Ohne dicke, verschmutzte Fenstergläser hat man einen direkten Blick auf die Hochhäuser, den Kai, den Merlion und noch vieles mehr. Der Pool ist strikt nur für Gäste des Hotels, möchte man also diese Aussicht genießen, muss man zumindest einmal übernachten. Es gibt aber wenige Ausblicke, die so faszinierend sind. So mussten wir einmal abends und einmal morgens in den Pool, um es voll auszukosten. Und danach zum Frühstücksbuffet. Ah, da läuft mir noch heute das Wasser im Mund zusammen. Egal, ob westliches oder asiatisches Frühstück, Brot, Dessert, Säfte, Suppen oder das beste frisch gemachte Omelett der Welt, hier findet man alles und alles ist köstlich. 

Singapur Marina Bay Sands Hotel
Singapur Marina Bay Sands Hotel Pool

Übrigens ist Singapur ja in Sachen Umwelt ganz vorne dabei und somit auch beim Thema Rauchen. Es gibt nur noch ausgewiesene Zonen, in den man Rauchen darf, auch draußen. Eine Ausnahme gibt es allerdings, das Casino. Wer also mit seinem Freund italienische Zigarren genießen möchte (hüstel *Christoph*), der ist im Casino wunderbar aufgehoben. Es gibt dort sogar kostenlose Softgetränke, die man sich immer wieder nachfüllen kann. Und während die Herren sich nach Herzenslust die Lunge verpestet haben, habe ich die Familienehre gerettet und habe im Casino gewonnen! Nicht viel, aber das war das erste Mal, dass ich mit mehr Geld aus einem Casino gegangen bin als ich hineingegangen bin. Vielleicht mag ich diese Stadt auch so sehr, weil sie mir Glück bringt.^^

Singapur Casino
Singapur Casino

Von vielen Sachen kann sich die Welt an Singapur ein Beispiel nehmen und obwohl es noch nicht die Utopie ist, wie man es wünscht, ist es doch eines der wenigen Länder, die auf einem guten Weg dorthin sind. Der einzige Nachteil sind die Preise, alles in Singapur ist teuer. Selbst das Straßenessen ist nicht günstig, wie in den benachbarten Ländern. Wer also länger bleiben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Dennoch sagen wir, dass es eine tolle und aufregende Stadt ist, die man mal gesehen haben sollte. Auch wenn sie nur ein Traum bleibt. Wir träumen gerne von dieser Stadt und wollen auf jeden Fall wiederkommen, um in diese Idylle nochmals eintauchen zu können.

Thailand Maya Beach

Phuket

Wir wollten noch mehr von Thailand erkunden und so fiel unsere Wahl auf Phuket. Die größere Insel ist bei Jung und Alt ein beliebtes Reiseziel und bekannt für seine tollen Strände. Die Größe ist hier aber, um ehrlich zu sein, ein Hindernis, denn so gibt es viele Dörfer oder Kleinstädte, in denen es tausende von Unterkünften gibt. Wir haben uns für die kleine Stadt Patong an der Westküste entschieden, denn wir wollten schon etwas Leben um uns herum haben, aber gleichzeitig nah am Strand sein.

Read More »

Jakarta

Wir präferieren das bunte Stadtleben statt einer ruhigen Insel und so flogen wir lieber nach Jakarta, in die Noch-Hauptstadt von Indonesien. Ich sage noch Hauptstadt, denn durch die Nähe zum Meer, ergeht es Jakarta wie vielen anderen Städten auch: es versinkt. Natürlich sehr langsam, aber jedes Jahr holt sich das Wasser mehr Land zurück und so haben die Führungskräfte des Landes entschieden, dass die neue Hauptstadt Nusantara auf der Insel Borneo extra für diese Zwecke von Grund auf neu gebaut wird.

Read More »