Die Lebensfrohen

Atlanta Centennial Olympic Park

Atlanta

- Coke schwimmt ganz oben

Ach Atlanta, was soll man nur über dich sagen? Atlanta ist sicherlich nicht die bekannteste oder touristischste Stadt in den Vereinigten Staaten, doch warum hat man trotzdem schon einmal von Atlanta gehört? Zum einen, weil der Flughafen einer der größten Umschlagplätze der Welt ist und zum anderen hat es eine entscheidende Rolle im Bürgerkrieg und in der Bürgerrechtsbewegung gespielt. Zwei Gründe, warum Christoph und ich uns dafür entschieden haben, Atlanta einen Besuch abzustatten. Die Stadt gehört mit einer halben Millionen Menschen eher zur Klassifizierung der mittelgroßen Städte, aber mit gerade einmal 1.462 Einwohner pro km² ist Atlanta weitläufiger als gedacht. Zum Glück gibt es wenigstens ein vernünftig ausgebautes Verkehrsnetz, sodass man überall recht gut hinkommt. Denn wenn man die Sehenswürdigkeiten von Atlanta anschauen möchte, dann muss man nach Downtown.

Atlanta Downtown
Atlanta Downtown
Atlanta Downtown

Atlanta wird gerade als das infrastrukturelle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der südöstlichen Vereinigten Staaten gehypt. Wer kennt nicht die süße Orange am Ende eines Films, die zeigt, dass der Film in Georgia und damit meistens in Atlanta gedreht wurde? Atlanta ist natürlich als Drehort wesentlich günstiger als Los Angeles und wurde damit vor einigen Jahren als neues “Hollywood” entdeckt. Zudem ist die Stadt Sitz von zehn der 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA, darunter auch die Coca-Cola Company. Die hat hier nicht nur ihren Hauptsitz, sondern auch ein eigenes Museum, das wir selbstverständlich sofort aufsuchen mussten. Mit über $40 Eintritt ist es zwar recht teuer, aber jede Sekunde lohnt sich.

Bei einer kurzen anfänglichen Führung wird einem die Geschichte von Cola erklärt und wer das leckere Getränk erfunden hat. Es gibt zahlreiche Ausstellungsstücke und obwohl es einem jemand erzählt, kann man es sich selbst auch noch einmal durchlesen. Zum Abschluss der Tour kann man sich den Tresor anschauen, indem die geheime Rezeptur für die originale Coca-Cola aufbewahrt wird. Danach kann man alleine die restlichen Räume erkunden. Alte Werbeplakate, Fanartikel, Events, es gibt nichts, was hier nicht ausgestellt wird. In einem kleinen Kino wird einem ein Kurzfilm über Coca-Cola gezeigt, der mehr einer Werbung gleicht, aber das macht nichts, denn danach wird einem bewusst, warum Coca-Cola so erfolgreich ist: es ist nicht nur der Geschmack, sondern auch das Marketing, darin sind sie Meister. In einem anderen Raum kann man seine eigene Colaflasche designen oder die übergroßen Flaschen bewundern, die von berühmten Künstlern bemalt wurden.

Atlanta Coca Cola Museum
Atlanta Coca Cola Museum
Atlanta Coca Cola Museum
Atlanta Coca Cola Museum Vault
Atlanta Coca Cola Museum
Atlanta Coca Cola Museum

Das Highlight des Museums war aber natürlich der Tasting-Room! Die Coca-Cola Company verkauft ja nicht nur Cola, sondern ist mittlerweile das Mutterunternehmen von unzähligen anderen Marken, wie Sprite und Fanta. In diesem Raum kann man alle Getränkemarken, die unter der Marke “Coca-Cola Company” laufen, testen. Da gab es Getränke aus Peru (Inka-Cola), China (eine Art Pflaumensoda, die zuerst merkwürdig geschmeckt und dann irgendwie süchtig gemacht hat), die englischen “Innocent”-Säfte, die aufputschenden Powerade-Sorten oder der italienische “Beverly”-Softdrink (der zu den ekligsten Getränken der Welt gehört). Hier hätte man Stunden verbringen können, wenn man nicht schon einen Glugger-Bauch von der ganzen Kohlensäure hätte. Das Coca-Cola-Museum hat richtig viel Spaß gemacht und zählt zu den interaktivsten und witzigsten Museen, die wir besucht haben. Jeder, egal ob groß, klein, alt oder jung, sollte dieses Museum besuchen, auch wenn er oder sie nur einen Tag in Atlanta ist. Einer meiner Lieblingsorte in ganz Amerika.

Atlanta Coca Cola Museum
Atlanta Coca Cola Museum

Gleich gegenüber dem Coca-Cola-Museum befindet sich die zweite Hauptattraktion von Atlanta, das Georgia Aquarium. Auch hier sind die Tickets nicht gerade billig (auch $40), aber dieses Aquarium gehört zu den größten der Welt und ist dauerhafter Wohnsitz für die tausenden von Meeresbewohnern. Schildkröten, Otter, Pinguine, Walhaie, Belugawale, Alligatoren, Piranha, Seesterne – und das sind nur einige wenige der ausgestellten Lebewesen. Hier kann man stundenlang zubringen, die exotischen Meerestiere und ihren Alltag zu beobachten. Christoph war natürlich am meisten fasziniert von den Haien und hätte ihnen durch das riesige Glasfenster ewig zuschauen können. Aber irgendwann schließt auch ein Aquarium. Ein schönes und sorgfältig durchdachtes Aquarium, bei dem sich ein “Vorbeischauen” wirklich lohnt.

Wer bei den Attraktionen übrigens etwas Geld sparen möchte, kann sich einen Atlanta CityPass kaufen. Dabei sucht man 3-5 Attraktionen im Bündel aus und dafür bekommt man auf die Gesamtsumme Rabatt angerechnet. Das lohnt sich für alle Personen, die eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abklappern möchten oder mehrere Tage in Atlanta verbringen und die Stadt intensiver kennenlernen möchten. 

Atlanta Georgia Aquarium
Atlanta Georgia Aquarium
Atlanta Georgia Aquarium

Abgesehen von diesen zwei Museen ist die Innenstadt von Atlanta nicht sehr aufregend. Der Centennial Olympic Park war 1996 Schauplatz der Olympischen Spiele und leider auch eines Terroraktes, heute erinnert der grüne Park nur noch mit den Olympischen Ringen und einer Statue daran. Das Riesenrad im Park ist für diejenigen, die es mögen eine Stadt von oben zu betrachten, einen Besuch wert, aber es ist kein Muss. Ansonsten findet man hier die typischen Bars, Restaurants und Bürogebäude. Die Universität von Atlanta gehört noch zu den hübscheren Gebäuden, ist aber auch nichts besonderes.

Atlanta Olympic Park
Atlanta Olympic Park

Das Sweet Auburn Viertel ist noch interessant, wenn man sich für Geschichte und die Bürgerrechtsbewegung begeistert. Dort haben wir wieder an einer Free Walking Tour teilgenommen, da wir, um ehrlich zu sein, wenig Kenntnisse über diese Thematik hatten, aber dachten, dass es mit etwas Hilfe zu einem spannenden Thema werden könnte. Und recht hatten wir, erlebt man Geschichte doch gleich ganz anders, wenn es einem erzählt wird und man sich genau an dem gleichen Ort befindet, wo die historischen Ereignisse stattgefunden haben. In diesem Fall gehört dazu die Ebenezer Baptist Church, wo schon der Vater von Martin Luther King gepredigt hatte, das King Center mit einem kleinen Museum und einer Art Grabstätte davor, das Besucherzentrum für die Parkanlage mit einer der beeindruckendsten Statuen, die wir je gesehen haben, und natürlich das Geburtshaus von Martin Luther King. Das winzige Haus ist immerzu mit Besuchern überfüllt, also muss man sich auf eine lange Warteschlange einrichten und frühzeitig die Tickets buchen. Dazu ist das Haus das einzige Gebäude, das Eintritt kostet, die anderen Anlagen sind frei zugänglich. Durch die Tour haben wir viel über die Bürgerrechtsbewegung, aber auch über Atlanta selbst und dessen Bewohner/innen erfahren. Die Geschichte wurde hier lebendig und brachte uns dieser komplizierten Seite der USA näher.

Atlanta Martin Luther King Denkmal
Atlanta Martin Luther King Kirche
Atlanta Martin Luther King Statue
Atlanta Martin Luther King Geburtshaus
Atlanta Martin Luther King Denkmal
Atlanta Martin Luther King Denkmal

Und das war es auch schon, was wir in Atlanta großartiges unternommen haben. Es gibt einfach nicht mehr. Wir haben im Süden der Stadt gewohnt und haben uns auch dort die Umgebung angeschaut und obwohl die Gegend eher ruhig, grün und in Ordnung war, haben wir uns auch dort nicht wirklich wohl gefühlt. Wir haben uns in ganz Atlanta nicht sicher und geborgen gefühlt. Die Stadt ist dreckig und an jeder Ecke stinkt es. Es gibt wieder viele obdachlose Menschen und Bettler, von den Drogenabhängigen ganz abgesehen. Man erkennt uns immer ganz gut als Touristen, aber hier hatte man das Gefühl, dass jeder einen angestarrt hat und man als Opfer gesehen wurde. Sehr unangenehm und lässt einen nicht den Wunsch verspüren, dieses Erlebnis noch einmal zu wiederholen. Was wirklich schade ist, denn wie gesagt, gibt es mindestens zwei Orte, die einen Besuch absolut wert sind. Aber um die Stadt selbst kann man getrost einen Bogen machen und auch uns wird man dort nicht mehr so schnell sehen.

Washington DC

Washington, D.C. – Die “weißeste” Stadt Ah, endlich mal wieder tief durchatmen. Nach den ganzen Großstädten in Amerika können wir endlich wieder saubere Straßen, nur

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New Orleans

New Orleans – Hier tanzen sogar die Alligatoren Puh, kaum ist man in New Orleans, schon bricht einem der Schweiß aus. Nein, nicht wegen des

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