Die Lebensfrohen

Auckland

Auckland

- Auf der anderen Seite der Welt im Auenland

Obwohl Malaysia doch schon recht östlich und weiter im Süden ist, fliegt man immer noch 10 Stunden nach Auckland, Neuseeland. 10 Stunden reichen aus, um sich in der Business Class an Satay-Spießen satt zu essen und mit Champagner zu betrinken. Das haben wir aus erster Hand erfahren.🤭 Das Verwöhnprogramm bei diesem Langstreckenflug hatten wir aber auch nötig, denn sobald wir den ersten Fuß auf die weit entfernte Insel gesetzt haben, sprangen die Uhren um und wir hatten einen Zeitunterschied von 11 Stunden nach Zuhause (vorher waren es nur um die 5 Stunden). Das setzt nicht nur dem Körper zu, sondern macht die Kommunikation ins Heimatland fast unmöglich, außer wenn wir bis in die Nacht aufbleiben wollen (und nein, wollen wir nicht). 

Das Land Neuseeland, bestehend aus zwei großen und vielen kleinen Inseln, ist nur etwas kleiner als Deutschland und bekannt für zwei Sachen: Es gibt mehr Schafe als Einwohner und hier wurden die Herr der Ringe-Filme gedreht. Wie wir im Laufe unserer Reise aber feststellen durften, hat das kleine, fortschrittliche Land aber wesentlich mehr zu bieten. Neuseeland ist teuer und wir wussten nicht viel darüber, also haben Christoph und ich uns nur für einen kurzen Aufenthalt mit Auckland als Angelpunkt ausgesucht, um das Land kennenzulernen und um festzustellen, ob wir wiederkommen wollen. Spoiler: Ja, wollen wir. 

Obwohl Auckland nicht die Hauptstadt ist, ist sie doch mit etwa 1,5 Millionen Einwohner die größte Stadt in Neuseeland. Das ist übrigens ein Fünftel der Gesamtbevölkerung, man kann sich also vorstellen, wie dünn besiedelt die restliche Umgebung ist. Gelegen im nördlichen Teil der Nordinsel ist Auckland oft das Eingangstor zum Rest von Neuseeland und so befindet sich nicht nur der größte Hafen, sondern auch das Wirtschafts- und Finanzzentrum in der Stadt. Das Stadtbild wird aber nicht von den wenigen Wolkenkratzern dominiert, sondern versprüht mit seinen roten Backsteinhäusern eher den Charme einer  mittel-westlichen Kleinstadt. Die Stadt ist sauber, ruhig, und mit seinen breiten Gehwegen ideal für Menschen, die es lieben eine Stadt zu Fuß zu erkunden, wenn man über die ständigen Steigungen und Abhängen hinwegsieht. Auckland ist in diesem Punkt fast so schlimm wie San Francisco und das will echt was heißen. 

Auckland Innenstadt
Auckland Innenstadt
Auckland Innenstadt
Auckland Innenstadt
Auckland Innenstadt

Der Stadtkern ist klein und direkt am Hafen, von wo man mit unzähligen Fähren zu den anderen Inseln überlegen kann. Der Platz vor dem Fährterminal wurde so gestaltet, dass er wie ein riesiger Teppich wirkt, der die Geschichte der Ankuft der Māori auf traditionelle Weise erzählt. Seit einigen Jahren tut Neuseeland einiges dafür, die alten Traditionen wieder aufleben zu lassen und die Geschichte so gut es geht zu verarbeiten. Überall in dem Land sieht man Zeichen, Denkmäler und Hinweise auf die Geschichte und Kultur der Māori und es wurde sogar wieder die Sprache der Māori als Unterrichtsfach aufgenommen. Eine so große Bemühung, die alten Traditionen nicht aussterben zu lassen, sieht man selten und verdient Applaus.

Übrigens ist Neuseeland auch politisch einzigartig, denn es ist bis heute nicht ganz klar, ob Neuseeland vollkommen unabhängig ist oder immer noch der britischen Krone untersteht. Ein damaliges Dokument wurde nämlich von beiden Seiten unterschrieben, aber je nachdem welche Version (in Englisch oder Māori) man liest, steht etwas vollkommen anderes drin. Für den Frieden wird aber zur Zeit alles so belassen wie bisher. Wer übrigens mehr über die Māori und die Geschichte Neuseelands erfahren möchte, sollte sich das Auckland War Memorial Museum anschauen. Dort gibt es täglich sogar eine Aufführung der traditionellen Tänze. Oder für ein authentisches Erlebnis kann man einen Ausflug zu einem der Stämme unternehmen und dort die Traditionen aus nächster Nähe kennenlernen. 

Auckland Fährterminal
Auckland Fährterminal
Auckland Fährterminal

Die Geschichte der Maori und die Besiedelung von Neuseeland wird immer wieder aufgegriffen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Auckland Art Gallery, dessen Architektur den maorischen Einfluss leicht erkennen lässt und drinnen heimische Künstler ausstellt. Aber die Neuseeländer können nicht nur in diesem Sinne stolz auf ihre Geschichte sein, denn Neuseeland war das erste Land, das das Frauenwahlrecht eingeführt hat. Diese Vorreiter-Eigenschaft hat das kleine Land bis heute behalten und wird stolz an der Suffragetten-Treppe präsentiert. 

Auckland Art Gallery
Auckland Suffragettenzentrum

Der Einfluss der britischen Besatzung kann dennoch nicht geleugnet werden und viele Gebäude im viktorianischen Architekturstil sind immer noch vorhanden. Zum Beispiel das alte Postgebäude, das heute eine U-Bahnstation ist, oder der Aotea Square, der durch seine Turmuhr besticht und für öffentliche Kundgebungen oft genutzt wird. Eines der schönsten Überbleibsel der Kolonialzeit ist wohl der Albert Park. Der nach dem damaligen Prinzen Albert benannte Park ist zwar nur einer von vielen Parks in Auckland, doch zählt er sicher zu den schönsten. Hier findet man Baumarten aus aller Welt, denn jeder Staatsbesuch brachte der Regierung in Neuseeland seinen jeweiligen Nationalbaum als Gastgeschenk mit, der dann in diesem Park angepflanzt wurde. So gesellt sich eine riesige Eiche neben einem Palmenbaum. Ein toller Anblick und man lernt viel über die Flora der Welt. 

Auckland Stadtkern
Auckland Stadtkern
Auckland Stadtkern
Auckland Stadtkern Albert Park

Wer einen Überblick über die Stadt haben möchte, hat zwei Optionen. Zum einen kann man auf den Fernsehturm hinauf, den höchsten Fernsehturm in der südlichen Hemisphäre. Der ist übrigens auch ein idealer Orientierungspunkt, denn trotz der hügeligen Landschaft von Auckland kann man ihn von überall in der Stadt entdecken. Oder man wandert den Mount Eden hinauf, einen Berg am Stadtrand von Auckland. Wir haben uns für letzteres entschieden und es nicht bereut. Vom Stadtzentrum bis hinauf auf die Spitze hat es uns ca. 1 Stunde Anstrengung gekostet, aber durch das klare Wetter wurde daraus ein schöner Spaziergang durch die Stadt und wir wurden mit einer unglaublichen Aussicht belohnt. Um uns herum grün und erst ab den Ausläufen des Berges erkennt man Häuser. Am Horizont erkennt man die Skyline von Auckland und dahinter liegt das Meer. Mount Eden ist eigentlich ein Vulkan, der aber schon lange Zeit still liegt, dadurch aber einen Krater in der Mitte hat. Man kann an der Kante des Kraters herumgehen und so die Aussicht auf alle Seiten genießen. Wahrscheinlich einer der schönsten Aussichtsplätze der Welt, aber sicherlich ein wunderschöner Ausflug zum Wandern. 

Auckland Fernsehturm
Auckland Fernsehturm
Auckland Aussicht Mount Eden
Auckland Aussicht Mount Eden
Auckland Aussicht Mount Eden
Auckland Aussicht Mount Eden

Wie schon angemerkt, ist Neuseeland bekannt für zwei Dinge. Und ich als Herr der Ringe-Fan, die alle Filme mehrmals geschaut hat und sich sogar die ersten 2 Stunden des Hörbuchs gequält hat, nur um dann festzustellen, dass die Hobbits noch nicht mal das Auenland verlassen haben (man, ist das Buch ein Schinken 😅), kann mir natürlich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, mir wenigstens ein Teil der Filmkulisse anzuschauen. Viele Szenen wurden zwar auf der Südinsel gedreht, aber keine 2 Stunden von Auckland entfernt liegt Hobbiton. Das Filmset für das Auenland wurde auf einer privaten Farm gebaut und ist heute für Besucher zugänglich. Mit Hilfe von Bussen und Guides werden die Massen an Besuchern vom Treffpunkt zum eigens errichteten Auenland chauffiert, um dort hautnah und mit tollen Fakten und Informationen zu den Filmen und der Kulisse selbst Hobbiton erleben zu können. Und lasst euch eins sagen, die Details sind der Hammer. Die kleinen Häuser mit Fenstern, Türen und Werkstätten vor denen man sich als normaler Mensch riesig vorkommt oder die Gärten, die so aussehen als wäre der Gärtner nur kurz um die Ecke gegangen, rauben mit ihren Verzierungen und kleinsten Details einem den Atem. Das Filmset sieht aus, als wäre es ein echtes, belebtes Dorf, nur halt um die Hälfte kleiner. In einige Häuser kann man sogar hineinschauen oder sich davor setzen. 

Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton

Natürlich darf in dieser Reihe auch nicht Bilbo Beutlins Haus fehlen mit dem künstlich fabrizierten Baum obendrauf. Das Innenleben dieses Hauses findet man witzigerweise in einem anderen Haus, weiter unten am Hang. Durch die Haustür muss man zwar mit eingezogenem Kopf schlüpfen, aber danach kann man aufrecht stehen und das Haus von den Beutlins erkunden. Auch hier wurde auf die kleinen Details geachtet und man kann sich im Schaukelstuhl, beim Essen am Esstisch oder beim Schreiben der Memoiren fotografieren lassen. Zum Abschluss trinkt man noch ein Bier im “Green Dragon Inn” vor dem Kaminfeuer, bevor das Abenteuer zu Ende geht. Nicht nur als Fan hat man hier einen riesigen Spaß, denn obwohl das Set kleiner als gedacht ist, kann man hier so viel machen und erleben. Es wurde toll umgesetzt und erhalten und sollte auf jeder Besucherliste eines echten Fans stehen. Übrigens, auf der Reise dorthin bzw. zurück haben wir auch die zweite berühmte Sache von Neuseeland gesehen: grüne Wiesen und sehr viele Schafe. 

Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Hobbiton
Neuseeland Landschaft

Neuseeland besteht nicht nur aus den beiden Hauptinseln, sondern auch viele kleine Inseln zählen zum Hoheitsgebiet. Nur eine halbe Stunde von Auckland erreicht man zum Beispiel mit der Fähre die Insel Waiheke. Berühmt ist die Insel für ihren Weinanbau und das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Eine Weintour muss her und gesagt, getan. Weil wir außerhalb der Saison waren, war die Insel sehr ruhig, aber das hatte seine eigenen Vorteile. Die kleine Insel besticht durch ihre natürliche, grüne Landschaft, die wie gemacht ist für die vielen Weinberge, obwohl die Insel erst vor einigen Jahren ein beliebtes Weinanbaugebiet wurde. Auch wenn die Weinbauern recht neu sind, verstehen sie anscheinend einiges von ihrem Handwerk, denn jedes Weingut, was wir besucht haben (insgesamt 4), hatte großartige Weine. Das war eines der besten Weintouren, die wir je gemacht haben. Und wenn man nach einem langen Tag leicht beschwipst auf einem Berggipfel steht und auf die umliegenden Weinreben, den Hafen mit ihren Segelbooten und das Meer hinausschaut und die Nachmittagssonne einem das Gesicht wärmt, weiß man das Leben doch zu genießen. 

Neuseeland Waiheke Island
Neuseeland Waiheke Island
Neuseeland Weinregionen Karte
Neuseeland Waiheke Island Weintour
Neuseeland Waiheke Island Weintour

Auch Neuseeland ist ein Zusammenwurf an verschiedenen Kulturen und so ist es kein Wunder, dass man kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt findet. Beim “Nationalgericht” haben auch hier wieder die Briten die Oberhand. Den Pie oder auf deutsch Pastete kann man besonders gut in einer der alten Bars in der Vulcan Lane genießen. Die Kneipen hier gehören zu den ältesten in Auckland und bieten täglich eine andere Art von Pastete an. Ich hatte Glück und der Pie des Tages war bei mir mit Hackfleisch – super lecker und stopft ganz schön. Generell ist Neuseeland essenstechnisch gesehen genau meins, denn hier haben sie die höchste Kunst meines Lieblingsgerichtes entwickelt: Lammkrone. Allein beim Gedanken an das zarte, rosa Fleisch läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Natürlich haben sie auch andere Arten von Fleisch und Steak und so ist Christoph sicherlich nicht verhungert. Neuseeland wird oft als Testgebiet für neue Produkte genommen, das lässt den Bereich Essen natürlich nicht aus, und so lohnt es sich auch einfach mal in den Supermarkt zu gehen, um nach den neuesten Trends zu stöbern. 

Neuseeland Essen
Neuseeland Essen
Neuseeland Essen
Neuseeland Essen

Die Neuseeländer sind sehr freundlich, ruhig und gelassen. Das beschreibt nicht nur die Menschen, sondern das ganze Land. Die Landschaft ist traumhaft, die Luft sauber, das Grün grünt vor sich hin und die Straßen sind ruhig. Und doch gibt es hier so viel zu sehen und zu erleben, dass einem selbst nach einem Monat nicht langweilig wird. Christoph und ich waren im Winter (also wann eigentlich in Europa Sommer ist) dort und obwohl es kälter (ca. 12°C) war und immer wieder der Regen dazwischen funkte, schien immer wieder die Sonne und wir konnten unsere Reise genießen. Da die Sommermonate in Neuseeland aber nicht wirklich heiß werden, würden wir nächstes Mal im Sommer kommen, um die Landschaft einfach noch mehr genießen zu können. Wir wollen wiederkommen und dann auch die Südinsel erkunden. Wir freuen uns jetzt schon darauf. 

Kuala Lumpur

Wer kennt die Hauptstadt von Malaysia? Ganz ehrlich, wahrscheinlich nur die wenigsten und mir erging es nicht anders. Was viele auch nicht wissen, ist dass die 2 Millionen Stadt Kuala Lumpur aber auch Drehpunkt für viele Flüge ist und eine Brücke zwischen Asien und Australien bildet. So haben wir Kuala Lumpur als letztes Ziel in Asien ausgewählt, bevor wir weiter nach Neuseeland fliegen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum wir unbedingt hier einen Stopp einlegen wollten.

Read More »
Sydney Beitragsbild

Sydney

Von Neuseeland ging es wieder 3 Stunden zurück nach Sydney und nur noch 9 Stunden Zeitunterschied zu Daheim. Nun sind wir endlich in Down Under gelandet, dort wo wir eigentlich gar nicht hin wollten. Der Gedanke an drückende Hitze, die sogar Waldbrände verursachen kann, an tödliche Insekten, Schlangen und Spinnen und die schiere Größe dieses Kontinents, die einen so verloren und klein erscheinen lässt, hat uns um ehrlich zu sein, nicht gerade angelockt. Und begonnen haben wir mit der wohl berühmtesten Stadt Australiens – Sydney.

Read More »