Die Lebensfrohen

Far Mile Club

- Warum und wie wir auf unserer Weltreise fliegen

In den letzten Jahren sind Christoph und ich sehr viel geflogen. Und ich meine sehr viel. Schon vor der Weltreise sind wir regelmäßig geflogen, das ist nun einmal so, wenn man einen Teil der Familie in Norddeutschland hat und man selber aber in Österreich lebt. Der Besuch zu Geburtstagen, Feiertagen und Ferien ist dabei obligatorisch und mit dem Flugzeug zu fliegen, war die schnellste und günstigste Variante. Auf unserer Weltreise hat sich unsere Benutzung von Flugzeugen natürlich drastisch erhöht, denn obwohl wir auch mal den Bus oder die Bahn (besonders innerhalb Europas und Nordamerikas) genommen haben, sind wir im Jahr 2023 auf 39 Flüge gekommen, das heißt wir sind fast jede Woche geflogen und im Jahr 2024 waren es fast 30 Flüge.  

Warum wir so viel fliegen, lässt mich mit mehreren Sachen begründen. Meistens ist die Strecke einfach zu weit, zwischen Ländern liegen Meere, Flüsse, Ozeane oder ganze Gebirgsketten, die nicht so einfach zu überwinden sind. Manchmal ist es auch wesentlich einfacher und unbürokratischer, mit dem Flugzeug in ein Land einzureisen als auf dem See- oder Landweg. In bestimmten Ländern sind öffentliche Verkehrsmittel unzulänglich ausgebaut oder schlichtweg zu gefährlich. Wir waren schon immer begeistert vom Konzept des Fliegens, denn es trägt nicht nur zur Globalisierung bei, es ist auch einfach ein super angenehmer und schneller Weg von A nach B zu kommen. Man kann hier natürlich alle Vor- und Nachteile des Fliegens nacheinander auflisten, aber schlussendlich mögen wir es zu fliegen und es passt zu unserem Lebensstil. 

Fliegen bei Nacht
Fliegen Sonnenaufgang
Fliegen Sonnenaufgang
Fliegen Meer

Wir haben auch immer eine gute Zeit am Flughafen, denn mithilfe der American Express Platinum Card haben wir kostenlosen Zutritt zu 1.400 Airport-Lounges weltweit und das entspannt ganze Erlebnis schon sehr. Nicht jeder Flughafen hat eine Lounge oder eine Lounge für American Express Mitglieder, aber das kommt selten vor. Ich kann die Vorteile einer Lounge am Flughafen nicht genug betonen, auch wenn einige Lounges nur ein paar Getränke und Snacks zur Verfügung stellen, ist es immer ein Ort der Ruhe. Abgeschirmt vom restlichen Trubel und Lärms des Flughafens, kann man sich in gemütlichen Sesseln breit machen, die Füße ausstrecken, arbeiten oder kurz die Augen schließen. Neben dem üblichen Kaffee, Tee, Säften und Softdrinks bieten die besseren Lounges ebenfalls alkoholische Getränke an, wie Bier, Wein, Sekt, manchmal sogar Cocktails. Und dann das Essen, bestehend in den meisten Fällen aus einem Buffet, einer Salatbar und kleinen Desserts. In besonderen Fällen kann man sogar manche Leckereien à la carte bestellen. Und all das gibt es kostenlos! Manche Lounges bieten sogar kostenlose Schultermassagen an, besitzen ein Spielzimmer oder einen Fernsehraum. Diese besonderen Räumlichkeiten findet man aber meistens nur bei den großen Airlines und ihrem Heimatflughafen. Mit dem Priority Pass oder anderen Karten muss man keine Eintrittsgebühr zahlen und kann sogar kostenlos einen Gast mitnehmen. Essen, Getränke, Wifi – alles völlig gratis. Es ist eine Oase in der turbulenten Welt der Flughäfen, wo Hausverstand und höflicher Umgang an der Haustür abgegeben wurden. 

Natürlich benötigt man nicht immer eine spezielle Mitgliedskarte, um sich bei den Lounges Zutritt verschaffen zu können. Bucht man eine höhere Klasse, wie Business Class oder First Class, sind die Lounges inbegriffen (leider ändert sich das auch immer mehr). Bei bestimmten Flughäfen gibt es sogar spezielle Lounges, die nur für Passagiere der Business Class und/oder First Class zugänglich sind (das hängt von der Airline und dem Standort ab). 

Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge
Flughafen Lounge

Ich denke, fast jeder saß schon einmal auf einem Langstreckenflug in der “Holzklasse”, eingequetscht zwischen einem 200 kg Mann und einem schreienden Baby, während das geschmackloseste Essen, das man sich vorstellen kann, serviert wird, und hat sich gefragt, wie es wohl vorne in der Business Class aussieht. Im Gegensatz dazu? – Wie im Himmel. 

Die Vorteile in der Business Class zu fliegen, sind in jeder Sekunde zu spüren, vom Eintreten in den Flughafen bis hin zum Gepäckabholen. Beim Check-in hat man einen eigenen Schalter, bei dem meistens kaum Menschen stehen und meistens ist nicht nur ein Gepäckstück, sondern zwei im Ticketpreis enthalten. Einige Flughäfen (leider noch sehr wenige) haben eine Sicherheitskontrolle speziell für Menschen, die Business und First Class fliegen oder in irgendeinem Programm Diamond Status erreicht haben. Und dann geht es direkt in die Lounge, von deren Vorzügen ich schon eben vorgeschwärmt habe. Ich kann aber gar nicht damit aufhören, denn für mich persönlich ist es immer eine kurze Verschnaufpause an einem stressigen Reisetag, auf die ich mich immer sehnlichst freue. Beim Einsteigen ins Flugzeug wird man priorisiert und man bekommt noch vor dem Türen schließen ein erstes Erfrischungsgetränk. Oder wie im Fall von Christoph und mir ein erstes Champagnerglas. 

Fliegen Champagner
Fliegen Sitzeinstellungen
Fliegen Willkommensgetränk

Die einzelnen Sitze sind voneinander abgeschirmt, breiter und wesentlich weicher als in der Economy Class. Man kann den Sitz sehr weit zurückschieben und manchmal sogar ganz in eine Liegeposition bringen (kommt auf den Flugzeugtyp an). Der Fernsehbildschirm ist größer, man hat eine kleine Ablagefläche und bekommt Decke, Kissen, Kopfhörer und das sogenannte Amenity Kit, eine kleine Kulturtasche, in der sich eine Schlafmaske, Handcreme, Socken, Gesichtscreme etc. befindet, kostenlos dazu. Aus einer recht üppigen Speisekarte kann man sein Essen bestellen, das aus Aperitif, Hauptgang (hin und wieder Zwischengang) und Dessert besteht. Es gibt Fisch, Fleisch, Vegetarisch, kalte oder warme Speisen und oft etwas, was aus der Heimatküche der Airline stammt, wie Satay-Spieße von Malaysia Airlines oder Fried Rice von Air China. Flugzeugessen schmeckt ja bekanntermaßen nach nicht sehr viel, aber in der Business Class bekommt man Salz, Pfeffer und sogar Öl dazu, damit man es nach seinem eigenen Geschmack würzen kann. Dazu gibt es eine Auswahl an Weinen, Softdrinks, Bieren oder (wieder für uns) Champagner. Oft gibt es sogar härtere Sachen zu trinken, wie Whiskey oder Vodka. Besonders nett ist auch immer der Willkommensdrink, das kann ein Saft, Champagner oder eine Kaffee sein. Man muss das Getränk nur vor dem Start austrinken, da man keine losen Gläser herumstehen lassen darf.  

Amenity Kit Kopfhörer
Amenity Kit Kopfhörer
Amenity Kit Kopfhörer

Unseren ersten Business Class Flug hatten Christoph und ich Anfang des Jahres 2023, als wir von Südafrika über Istanbul nach Buenos Aires geflogen sind, insgesamt waren wir über 30 Stunden unterwegs. Jetzt kann man natürlich sagen: “Flug ist Flug” und ja, selbstverständlich waren wir danach erledigt. Egal, mit was man reist, man reist schließlich und es strengt an. Aber die Kleinigkeiten machen den Unterschied. Man bekommt ständig etwas zu trinken, Dehydration ist besonders in der hohen Luft wichtig, man bekommt statt eines lauwarmen Schnellgerichts im Alubehälter ein ordentliches Essen auf Tellern serviert, kleine Snacks zwischendurch, eine weiche, große Decke und kein winzig kleines Kissen, das so flach ist, dass es keinen Unterschied machen würde, ob es nun da ist oder nicht. Und man muss nicht sämtliche benachbarten Passagiere aufwecken, wenn man auf Toilette oder sich einfach die Beine vertreten möchte. Man wird in seinem abgeschiedenen Sitz in Ruhe gelassen und durch die begrenzte Sitzanzahl ist es ruhiger, was besser für den so benötigten Schlaf ist. Auf dem zweiten Teil dieser Reise war gab es sogar eine Massagefunktion für den Sitz. Der hat leider nur kurz funktioniert, aber witzig war es.

Business Class Flug Sitz
Business Class Flug Sitz
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Sitz

Christoph und ich haben die Erfahrung genossen und uns wie Prinz und Prinzessin gefühlt. Jedem Wunsch wurde nachgekommen, jede Bestellung augenblicklich erfüllt und das Essen war wirklich auf Restaurantniveau. Das müssen wir wiederholen, haben wir uns gedacht, doch die nächste Chance ließ leider etwas auf sich warten, denn bei kürzeren Flügen zwischen den Ländern, wo wir oft nur 2-3 Stunden fliegen, reicht immer noch die Economy aus. Erst im Jahr 2024, als wir einen 10 Stunden Flug von Kuala Lumpur nach Auckland hatten, ergab es sich wieder. Diesmal flogen wir mit Malaysia Airlines in einem A330-300 und konnten jeden Augenblick genießen, da der Flug diesmal tagsüber war. Süßes Gebäck, Eierspeisen und frisches Obst zum Frühstück, Nasi Lemak, Satay-Spieße oder ein Steak als Hauptspeise und ein Philly Cheese Steak Sandwich oder eine Käseplatte für Zwischendurch, hier wurden wir so vollgestopft wie bei Oma. Eines war leckerer als das andere und natürlich gab es Champagner, Wein, Säfte oder Kaffee dazu. Gegessen wurde im Halbliegen, mit den Füßen hoch gelegt und nebenbei läuft einer der neuen Kinofilme. Da interessiert einen fast nicht mehr die Aussicht aus dem Fenster. 

Business Class Flug Sitz
Business Class Flug Sitz
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen

Ein weiteres Mal, die Business-Class zu nutzen, ergab sich Ende 2024, als wir von Bangkok nach Wien geflogen sind. Jedes Jahr zu Weihnachten besuchen wir die heimische Familie und auch dieses Jahr wollten wir nicht die Chance verpassen, unsere Familien und Freunde zu sehen. Wie jeder denken kann, ist die Strecke von Thailand nach Österreich aber keine Kleinigkeit und selbst als Direktflug benötigt man über 10 Stunden. 10 Stunden in der Economy Class? Nein, danke, haben wir uns gesagt und ein tolles Angebot von Air China gefunden. Auf der Strecke wurde ein Umweg über Peking gemacht und wir mussten dort umsteigen, sodass sich natürlich die gesamtheitliche Zeit des Flugs erhöht hat, aber wir hatten es nicht eilig und fanden den Zwischenstopp, auf dem man sich bewegen konnte, eher angenehm. Zudem konnten wir uns eine Meinung über die Business Class von Air China bilden und zu unserer Überraschung ist sie positiver ausgefallen als gedacht. Die Sitze waren breit und bequem und obwohl man sie nicht zu 100% flach ausfahren konnte, haben die 90% vollkommen ausgereicht, um in einen Dornröschenschlaf zu fallen. Die Stewardessen waren nett und aufmerksam, doch ihre Kenntnisse über Weine und Champagner hätte etwas Auffrischung vertragen können. Allerdings sind wir ja auch nicht in einem Restaurant und das ist meckern auf höchstem Niveau. Das Essen war sehr lecker, wurde standesgemäß in Porzellan-Schalen serviert und sogar die chinesischen Weine, die wir neugierig probieren wollten, waren von solider Qualität. Alles in allem ein angenehmer, entspannter Flug, auf dem wir genügend Schlaf bekommen haben und den wir auf der Hinreise genauso genossen haben, wie auf der Rückreise. 

Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Essen
Business Class Flug Sitz

Es gibt nur wenige Flüge, auf denen man in einer First Class fliegen kann, denn nur wenige Airlines bieten diese überhaupt an. Christoph und ich wollten aber unbedingt auch einmal First Class fliegen, allein um sie mit der Business Class vergleichen zu können und zu überprüfen, ob sie wirklich so viel besser ist. Doch wollte Christoph gleich aufs Ganze gehen und im A380 fliegen. Also die beste Reiseklasse im größten Flugzeug der Welt! Eigentlich wollten wir daher mit Emirates fliegen, denn die Dusche über den Wolken ist wohl das Statussymbol schlechthin, aber es kam anders als gedacht, wie so oft. Wir haben ein tolles Angebot von Qatar Airways, der aktuell zur besten Airline der Welt gewählten Fluglinie, gefunden für die Strecke von Perth nach Dubai, die längste Strecke auf unserer Reise, denn die Zeit im Flugzeug soll sich ja auch lohnen. Die Lounge in Perth gehörte nicht zu Qatar (es war nur eine Partnerschaft), aber die war auch schon sehr nett. Gutes Essen und eine kleine Auswahl an Weinen – was will man mehr, um sich auf einen Flug von fast 12 Stunden einzustimmen. 

Im A380 ist die Business und First Class im oberen Geschoss und hat einen eigenen Eingang. Jeder Sitz war eine eigene kleine Kabine mit extra breiten Sitzen, bezogen mit weichem Leder, eingerahmt von edlen Lackoberflächen. Sie war so groß, dass meine ausgestreckten Beine kaum an die Ablagefläche gegenüber reichten. Eine Trennwand, die man hinunterfahren konnte, trennte Christophs von meiner Kabine, also ideal für Paare, die die Reise zusammen genießen möchten oder sich vor dem Flug gestritten haben, je nachdem. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, kam schon die Stewardess, redete uns mit unserem Namen an und stellte sich persönlich vor. Ein Jahrgangs-Champagner, in meinem Fall der Rosé von Bollinger Grand Anne 2008, zum Anstoßen war da natürlich obligatorisch. Die Speise- und Getränkekarte war etwas länger als bei unseren bisherigen Business Class Flügen und das man jederzeit und immer etwas bestellen kann, ist klar ein Vorteil. Eine riesige Portion Kaviar mit Lachs als erstes Entrée zu nehmen gehört zum guten Ton und war ein fulminanter Einstieg. Rind, Huhn oder Schwein? Kein Problem, leckeres Fleisch mit den köstlichsten Beilagen serviert auf einem komplett eingedeckten Tisch, der sich vor einem Restauranttisch nicht genieren muss. Das ist Fine Dining auf (wortwörtlich) hohem Niveau. 

First Class Flug Sitz
First Class Flug Sitz
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen

Die Highlights des Fluges sind aber gar nicht das Essen oder die Sitze, sondern die Dinge, die man erlebt, wenn man aufsteht. Durchquert man die First und Business Class befindet sich eine Bar im hinteren Teil des Flugzeugs. Von einem Barkeeper kann man sich hier stilecht Cocktails servieren lassen, während man an der Theke steht oder sich auf einem der bequemen Sofas niederlässt. Die Cocktails waren nicht außergewöhnlich, aber ganz lecker und das Personal war, wie die ganze Zeit über, sehr freundlich und zuvorkommend. Man muss sich nur wieder ins Gedächtnis rufen, dass man in einem Flugzeug in ca. 12000 m Höhe, angelehnt an einer echten Bar, einen Cocktail schlürft – ein witziger Gedanke. Christoph hat dieses Angebot besonders gut gefallen und es bis zum Schluss ausgekostet (wer hätte es gedacht ;P). 

Nach einem füllenden Essen und einem ausgedehnten Barbesuch, war es für mich Zeit, ins Bett zu gehen. Dafür sollte man sich natürlich bettfertig machen und auch dafür stellt die Airline alles zur Verfügung. In seinem geschenkten Kulturbeutel findet man nicht nur Socken, Zahnbürste, Schlafmaske und Gesichtscreme, sondern auch einen Schlafanzug, der super bequem ist. Das Bad ist für ein Flugzeug riesig (ca. 5m²) und ist so edel ausgestattet, dass man sich fühlt, als wäre man einfach in einem Bad in einem Hotelzimmer. Man hat viel Platz sich umzuziehen und noch mehr Produkte, die man benutzen kann, wie Mundwasser, Abschminktücher und sogar kleine Handtücher, um sich abzutrocknen. Ein Wahnsinn, ich wusste gar nicht, dass ich so von einem Badezimmer schwärmen kann, aber es ist ein solcher Unterschied zu den üblichen Flugzeugtoiletten, dass man fast vom Glauben abfällt. Kommt man zurück, wurde für einen schon das Bett bereit gemacht. Der Sitz ist komplett ausgefahren, sodass man eine gerade, große Liegefläche hat, ausgestattet mit einer echten Daunendecke und einem flauschigen Kissen, hier schläft man wie in einem Himmelbett. Am nächsten Morgen wird man von Kaffee- und Brötchengeruch geweckt. So schnell kann ein Flug vergehen und das ist wohl das erste Mal, dass man nichts dagegen hätte, würde der Flug noch etwas dauern. 

First Class Flug Bar
First Class Flug Bar
First Class Flug Sitz

Wir sind von Perth nach Doha geflogen und hatten dann einen Anschlussflug nach Dubai. Wir hatten allerdings eine Layover-Zeit von 18 Stunden. Das ist wirklich lang, also was macht man? Man geht in die First Class Lounge, denn Doha ist der Heimatflughafen von Qatar und diese haben dann in den meisten Fällen dort ihre eigenen Lounges. Aber wer spricht hier von einer Lounge? Das war eher ein luxuriöses Hotel mitten im Flughafen. Eine riesige Marmorhalle und mitten darin ein kleiner Teich mit einem Wasserfall von oben. Feinste Kunst und Antiquitäten wurden in Schaufenstern ausgestellt, was den Eindruck eines schicken Museums verstärkt hat. Hier war alles von edelster Qualität und die Annehmlichkeiten waren überraschend. 

Wir waren doch recht erledigt vom Flug (weil wir zu wenig geschlafen haben, nicht, weil wir nicht schlafen konnten), doch die Qatar Lounge ist natürlich auch darauf vorbereitet. Eigene kleine Zimmer, die aussehen wie in einem Hotel, mit eigenem Badezimmer und Dusche stehen zur Benutzung bereit und zum Glück mussten wir nicht einmal lange warten, um eines zu bekommen (hier gilt: First come – first serve). 6 Stunden hatten wir Zeit, um etwas Schlaf nachzuholen und uns nach einer Dusche wieder fit zu fühlen. Danach ging es für Christoph in den Spabereich, um sich in einem Whirlpool den Stress von den Schultern massieren zu lassen. Männer und Frauen sind leider getrennt, deshalb konnten wir das nicht zusammen genießen. Es gibt auch noch andere Entspannungsmöglichkeiten, aber die kosten extra. Ich habe es mir in der Zwischenzeit in einem der bequemen Liegestühle gemütlich gemacht, bevor wir dann zusammen essen gegangen sind. Im Gegensatz zu den meisten Lounges gab es hier kein Buffet, sondern ein Restaurant mit à la carte Menü. Eine Sterneküche vom Feinsten und die Desserts waren ein Traum. Weil die Lounge aber so groß war haben wir dann später noch entdeckt, dass es in einem anderen Teil sehr wohl noch ein Buffet mit Sushi und Salaten gab. Wir konnten uns aber nicht beschweren und waren mehr als zufrieden mit unserer Auswahl vorher.

First Class Lounge
First Class Lounge
First Class Lounge
First Class Lounge
First Class Lounge Essen
First Class Lounge Essen
First Class Lounge Essen
First Class Lounge Essen

Von so viel Luxus verabschiedete man sich nur ungern, aber der nächste Teil der Reise stand an. Der Flug von Doha nach Dubai ist nur ein Katzensprung, also gab es auf diesem Flug so gesehen keine First Class. Wir konnten aber die neuen Q Suites in der Business Class ausprobieren und der Service blieb gleich. Bei den Q Suites sind einige Sitze in entgegengesetzter Flugrichtung ausgerichtet und wir hatten die Ehre es ausprobieren zu dürfen (oder das Pech, je nachdem, ob man so etwas verträgt). Es war ungewöhnlich, die Landebahn rückwärts davon rasen zu sehen, aber ansonsten hat man wenig davon wahrgenommen. Die Kabinen, Ablageflächen und Bildschirme waren etwas kleiner in einer First Class, aber es war nicht weniger unbequem. Und verhungert oder verdurstet sind wir wie immer nun wirklich nicht, selbst in dieser kurzen Zeit haben es die Stewardessen geschafft uns mit den besten Speisen und Getränken zu verwöhnen, sodass wir gemästet auf der Landebahn angerollt sind. 

First Class Flug Sitz
First Class Flug Essen
First Class Flug Essen

Den direkten Vergleich von Business zu First Class ziehen zu können, war aber aufschlussreich. Wir haben die Business Flüge und den First Class Flug in vollen Zügen genossen und sehen auf jeden Fall einen erheblichen Unterschied zu der Economy Class. Wegen zwei Stunden Flugs macht man sicherlich keinen Aufstand, bei Langstreckenflügen lohnt sich der Aufpreis aber auf jeden Fall, denn die Vorteile und Annehmlichkeiten machen die Reise um so vieles angenehmer, dass sich der Flug endlich mal anfühlt, als würde er schon zum Urlaub gehören. Man hat Gepäck, Loungezugang, Priority Boarding, Essen und Getränke alles im Preis inkludiert (auch hier wieder muss ich betonen, dass das mittlerweile leider vom Ticket abhängt und keine Selbstverständlichkeit mehr ist), während man sich auf der Strecke bei Entertainment wirklich entspannen kann oder man macht sich einfach breit und hält ein Nickerchen, um pünktlich für das nächste Champagnerglas aufgeweckt zu werden. Besonders für Menschen mit körperlichen Belastungen ist die Business Class ein lohnendes Investment, denn der größere Raum bietet mehr Platz zum Ausstrecken, Hochlegen oder Aufstehen, um die Beschwerden zu mindern. 

Ob sich der Aufpreis von der Business zu der First Class lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Bei unserer First Class waren wirklich das unglaublich nette Personal, das riesige Badezimmer und die extravagante Lounge in Doha absolute Pluspunkte. Das Mehrgepäck und den Loungezugang in Perth hat man auch in der Business Class und das Essen war in beiden Klassen sehr lecker und ausreichend. Ich persönlich mochte die Champagnersorte auf den Business Class Flügen weniger (und der Champagner ging bisher jedes Mal aus, absoluter Minuspunkt), aber das ist persönlicher Geschmack. Die Cocktails in der höchsten Bar der Welt waren zwar ein cooles Erlebnis, aber wenn wir ehrlich sind, nicht unbedingt notwendig. Wir denken, dass man noch einmal First Class auf einem Langstreckenflug fliegen kann, wenn das Angebot stimmt. Ansonsten würden wir immer zuerst auf die Angebote der Business Class schauen. 

Und hier sind wir auch schon bei der essentiellen Frage: Wie können wir uns das leisten? Bei unserem ersten derartigen Flug haben wir die kompletten Kosten mit Geld bezahlt, aber das war ein absolutes Schnäppchen. Für zwei Business Class Flüge mit einer Flugzeugzeit von insgesamt über 30 Stunden haben wir zusammen ca. 3500€ bezahlt. Wenn man bedenkt, dass die meisten internationalen Business Class Flüge zwischen 2000€ und 4000€ pro Person kosten (dabei ist meistens nur von einer Strecke die Rede), war das ein ziemlich guter Deal. Den Business Class von Air China haben wir ebenfalls komplett gezahlt, doch auch hier war es ein guter Deal für 2000€ pro Person hin- und zurück. Den Malaysia Airlines-Business Class und den First Class Flug haben wir mit Meilen bezahlt. Seit einigen Jahren sammeln wir beim Bezahlen mit der American Express Platinum oder Miles and More-Kreditkarte Punkte, die man bei verschiedenen Partnern einlösen kann. Damit kann man meistens einen Teil oder den gesamten Preis bezahlen, zum Beispiel bei Hotels, Flügen, Aktivitäten oder direkt beim Shopping. Wir haben unsere Meilenpunkte für Flüge aufgespart, da wir wussten, dass wir sie auf unserer Reise sicher brauchen können. Die ganze Sache, wie man die gesammelten Punkte umwandeln kann, ist eine Kunst für sich und wir müssen zugeben, dass wir Hilfe dabei hatten, alleine wären wir da nie durchgestiegen. 

Fliegen
Fliegen
Fliegen

Manche Reisenden werden bei diesem Thema zu Experten*innen, aber dafür muss man sich wirklich damit auseinandersetzen und sich immer auf dem Laufenden halten. Dank der großzügigen Hilfe und gutem Timing haben wir bei diesen Flügen den Vogel abgeschossen. Für den 10 Stunden Business Class Flug nach Neuseeland haben wir 162.000 Meilen eingesetzt und mussten damit nur noch 260€ zusätzlich bezahlen, für zwei Personen! Normalerweise kostet der Flug im Durchschnitt 1500€ pro Person. Noch besser wurde es beim First Class Flug. 225.000 Meilen und nur 440€ haben wir insgesamt für einen Flug bezahlt, der eigentlich 9000€ pro Person kosten würde! Wer da nicht sagt, dass wir ein Schnäppchen geschlagen haben, kann nicht rechnen. Man kann mit etwas Geduld, Flexibilität und ein paar Meilen auf seinem Konto einige tolle Angebote annehmen und stilvoll in Business oder First Class reisen. So bringen sogar die längsten Flugstrecken Spaß und die Reise fängt schon mit einem Highlight an. Wer zu diesem Thema Fragen hat oder einen Bonus bei der Anmeldung für die American Express Karte haben möchte, kann gerne kommentieren oder uns eine E-Mail schicken. 🙂

Die meisten Airlines haben eigene Programme, mit denen man Meilen sammeln kann. Der Vorteil von solchen Programmen ist, dass man Punkte sammelt, die man für Flüge einlösen kann, und gleichzeitig wird der Status angehoben, was Annehmlichkeiten wie Freigepäck oder Priorität beim Einsteigen mit sich bringt. Doch die Vorteile kann man nur bei der jeweiligen Airline in Anspruch nehmen. Wenn man ein Geschäftsmann ist, der immer auf der gleichen Strecke mit der gleichen Fluggesellschaft reist, macht das natürlich Sinn. Christoph und ich sind aber fast jede Strecke mit einer anderen Fluglinie geflogen, daher hat sich ein solches Programm für uns nicht gelohnt. Wir haben speziell Kreditkarten genommen, die mehrere Airlines als ihre Partner haben, damit wir flexibel die Punkte benutzen können. Bei dem Umtausch der Punkte zu den unterschiedlichen Airline-Punkten geht zwar ein kleiner Teil des Wertes verloren, aber es ist immer noch sinnvoller, als würde man auf Biegen und Brechen mit nur einer Airline fliegen müssen. 

Business Class Flug
Business Class Flug
Business Class Flug
Business Class Flug

Unsere Erfahrungen mit Fluggesellschaften reichen von grauenhaft bis traumhaft. Das hängt nicht nur von der Klasse ab (obwohl die Business Class natürlich angenehmer ist), sondern auch von der allgemeinen Politik der Airline. Es gibt Billig-Airlines, die einem nicht einmal Wasser auf einem fünfstündigen Flug anbieten (Vietjet), Mittelklasse Airlines, die mittlerweile auch die Snacks gestrichen haben (Austrian Airlines) oder lokale Airlines, die zwar keine besonderen Annehmlichkeiten anbieten, aber wo das Personal sehr freundlich ist (Bhutan Airlines). Geht es um alltägliche, kurze Flüge, haben wir eine echt Überraschung: Unsere absolute Lieblings-Airline hier ist Southwest, eine amerikanische Fluggesellschaft, die nur von kleineren Flughäfen operiert. Dafür ist in jedem Ticket ein Gepäck gratis enthalten, man kann einmal kostenlos umbuchen (sogar noch 24-Stunden vorher) und kostenlos stornieren. Es gibt gratis Snacks und Getränke an Bord und selbst das Personal ist in den meisten Fällen freundlich (kommt heutzutage auch immer seltener vor). Leider fliegt Southwest nur innerhalb der USA, denn als wir die Vorteile der Airline aus erster Hand erfahren haben, wollten wir nur noch mit ihr fliegen. In Südostasien ist Scoot übrigens eine gute Alternative, da die Preise niedrig sind, die Buchung einfach und der Service ausreichend. Scoot ist lange nicht so gut wie Southwest, aber wie gesagt immerhin eine Alternative. 

Ob man fliegt oder auf eine andere Art reist, muss jeder für sich entscheiden, aber zu Christoph und mir passt es und wir mögen es. Für jeden kann das Fliegen mal eine Qual werden, doch den Komfort einer Business Class sollte man nicht unterschätzen und setzt die Lebensqualität auf ein erhöhtes Niveau. Doch schon ein Besuch in der Flughafenlounge kann den Stress eines Reisetags spürbar senken und sollte eine Überlegung bei der Anschaffung einer neuen Kreditkarte wert sein. Na dann, auf zum nächsten Flug. 

Weltreise Zwischenfazit 2024

Weltreise Zwischenfazit 2024

Auch 2024 war wieder ein aufregendes Jahr für Christoph und mich. Es ist viel passiert, wir haben viel erlebt und wie immer viel gegessen. ;P Sobald wir zu Hause in Wien und Hamburg waren, wurden wir wieder mit Fragen durchlöchert. Wer aber keine Gelegenheit hatte, uns zu fragen, kann sich hier unsere Highlights des Jahres 2024 durchlesen.

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Weltreise finanzieren Beitragsbild

Weltreise finanzieren

Die große Frage lautet also: Wie finanzieren wir uns unsere Weltreise? Relativ früh hatten wir die Idee der Weltreise, aber es sollte eine Reise nach unseren eigenen Vorstellungen werden! So zu reisen kostet dementsprechend und so musste ich mir etwas einfallen lassen, damit wir uns auch die gesamte Reise leisten können und nicht nur einen Bruchteil. Wer mich kennt, weiß, dass ich Herausforderungen liebe oder gerne auch Risiken eingehe und neuen Sachen gegenüber aufgeschlossen bin. So haben wir die letzten Jahre verschiedene Online-Geschäftsmodelle ausprobiert und auch umgesetzt.

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