Bevor man nach Kuba fliegt, sollte man sich informieren und unbedingt einige Dinge wissen.
Erstens: Kuba hat natürlich seine eigene Währung, aber die staatlichen Umrechnungskurse sind absolut verbrecherisch, daher sollte man nie in Kuba bei einer Bank Geld abheben, sondern in Dollar zahlen oder bei der normalen Bevölkerung und auf der Straße sein Geld wechseln. Man sollte auch vorher bei einer Person, der man vertraut (z.B. einem Rezeptionisten), nach dem aktuellen Wechselkurs auf der Straße fragen, ansonsten wird man schnell ausgenommen. So ist das uns passiert, haben wir doch das erste Mal Geld bei einem Taxifahrer ein paar Dollar gewechselt zu einem vermeintlich besseren Kurs als beispielsweise am Flughafen, nur um 10 Minuten später von unserer Gastgeberin zu erfahren, dass er uns ausgenommen hat. Ab dann haben wir nur noch bei ihr Geld gewechselt.
Zweitens: Kuba ist eine kommunistische Diktatur, das heißt zum einen, man sollte aufpassen, was man sagt und vor allen Dingen über wen man etwas sagt. Für Diffamierung oder eine negative Aussage über das Staatsoberhaupt kann man schnell im Gefängnis landen. Zum anderen ist die Korruption hier sehr hoch, die Bevölkerung ist sehr arm und jeder (und ich meine jeden einzelnen) möchte dein Geld. Natürlich tun die Menschen einem Leid, aber das heißt nicht, dass man sich ausnehmen lassen sollte. Man sollte überall angemessenes Trinkgeld geben, aber nicht exzessiv, und auch nicht für Sachen, die man nicht wollte. Wir wurden öfters auf der Straße angesprochen, in ein Gespräch verwickelt und dann wollten sie uns irgendwohin führen, um dort vom Laden Provision oder von uns “Weggeld” zu erhalten, egal ob wir dorthin wollten oder nicht. Man wird schnell mitgerissen und überrumpelt, aber es ist okay, Nein zu sagen.
Drittens: Kommunismus bedeutet, dass alles “gerecht” aufgeteilt wird, aber auch, dass Güter nur begrenzt zur Verfügung stehen. Im echten Leben sieht das dann so aus: jede kubanische Familie bekommt eine Wohnung, die ihnen gehört. Nett, oder? Nicht, wenn die Familie aus 10 Personen besteht und all diese Personen sich diese eine Wohnung teilen müssen. Staatliche Beamte, Ärzte, Polizisten, etc. bekommen alle dasselbe Gehalt (ca. $500 im Jahr!), aber wenn man mit ausländischen Gästen zu tun hat, wie Hotelpersonal oder Taxifahrer und Trinkgeld bekommen kann, verdient man das Drei- bis Vierfache. Und ja, dadurch wählen die meisten Menschen hier solche Berufe. Jeder Kubaner bekommt Essensmarken zugeteilt, jeden Monat stehen einem Erwachsenen 500 g Huhn, 500 g Zucker, 250 ml Speiseöl, 6 Eier, 1 kg Mehl und 1 kg Reis zu. Zu wenig? Dann hat man Pech gehabt und man muss die anderen Sachen im fast leeren Supermarkt zu einem unverschämten Preis kaufen. Verknappung gibt es natürlich auch, so ist Milch nur sehr schwer zu bekommen und nur für Kinder bis 6 Jahren bestimmt. Auch Fleisch ist teuer und wird meistens nur auf dem Schwarzmarkt angeboten. Wir waren in einem Supermarkt und dort waren die meisten Regale leer. Nur Pfirsichmarmelade und Tomatensauce in 5 kg Dosen und Alkohol waren im Überfluss vorhanden. Christoph wollte für uns Brötchen bei einem Bäcker für uns kaufen, stellte sich 30 Minuten an, um dann festzustellen, dass er keine bekommt, weil er keine Essensmarke hat. Solche Situationen gehören zum Alltag der Bevölkerung.