Die Lebensfrohen

Kapstadt

Kapstadt

- Das Kap am Ende der Welt

Von Plettenberg Bay fuhren wir noch ein paar Stunden nach Kapstadt. Weite Felder, nur noch Hügel statt Berge und das Meer immer links von uns säumten den Weg und ließen unsere Fahrt verträumt erscheinen. Dieser Traum wurde aber schnell zerstört, umso näher man der Stadt kam. Die Außenbezirke bestanden aus kleinen Hütten mit Wellblechen und die Anzahl der Bettler an den Straßenkreuzungen nahm rapide zu. Den Tafelberg und die Aussicht über die Stadt konnten wir bei der Fahrt zu unserem Apartment bewundern. Zum Glück lag unser Apartment in Kapstadt zentral in einer schönen und sauberen Gegend. 

Warum wir übrigens nicht auf den Tafelberg hinaufgefahren sind, lag an zwei Dingen. Erstens fanden wir, dass man die Schönheit des Berges bzw. seine Einzigartigkeit eher von unten und/oder aus der Ferne erst richtig wahrgenommen werden kann. Dass die Bergspitze fehlt und der Berg komplett flach ist, sieht man schließlich nicht, wenn man darauf steht. Zweitens konnte man zwar mit einer Seilbahn hinauffahren, aber die Karten dafür fanden wir persönlich zu teuer, besonders weil wir auf dem Rückweg vom Kap der guten Hoffnung einen tollen Ausblick über Kapstadt bekommen haben, und das völlig kostenlos. Man muss aber natürlich selber entscheiden, ob man das machen möchte oder nicht. Vielleicht bei einem nächsten Besuch in Kapstadt werden wir auch dort rauf klettern.

Kapstadt Vorstadt
Kapstadt Tafelberg

Den letzten Tag, an dem wir das Auto noch zur Verfügung hatten, wollten wir natürlich noch ausnutzen und so haben wir einen Ausflug zum Kap der guten Hoffnung gemacht, das an der Spitze des Cape Point Naturreservats liegt. Um dorthin zu gelangen, fährt man durch die Ortschaften Simon’s Town und Fish Hoek. Zwei direkt nebeneinander liegende verschlafene Örtchen, die in der Hochsaison von Rentnern und Touristen heimgesucht werden. Die schönen Strände werden von Menschen überschwemmt und lassen den Eindruck von einem Paradies verblassen. Mit unserem kleinen Renault kämpften wir uns den steilen Hang zum Eingang des Nationalparks hinauf. Angekommen, erwartete uns eine etwas trocken wirkende, kniehohe Graslandschaft mit einigen wenigen Tieren, wie einem Strauß. Ganz unten stand am Cape Point ein Leuchtturm, den man über einen Wanderweg und etlichen Stufen hochkraxeln konnte. Die Schufterei bei über 30°C hat sich aber gelohnt, denn als man ganz oben stand und über das weite, nicht enden wollende Meer blickte, hatte man wirklich das Gefühl, als wäre man am Ende der Welt angekommen. Am Horizont bricht die Kugel ab und man fällt hinunter. Ein gruseliges und gleichzeitig aufregendes Gefühl, mit dem die Seefahrer von früher besser versteht, die entdecken wollten, was sich hinter dem Rand versteckt.

Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung

Das Kap der guten Hoffnung selbst war vom Leuchtturm eine Viertel Stunde Autofahrt entfernt und bot, um ehrlich zu sein, nicht den gleichen Ausblick wie der Leuchtturm. Zudem musste man nicht gesicherte Felstreppen herauf klettern, was es für Menschen mit Höhenangst (wie ich einer bin) den Weg zum Aussichtspunkt versperrte. Der Strand, die Gischt und wie die hohen Wellen gegen die Felsen schlugen, war aber auch schon einen Anblick wert und vertieften das Gefühl der gefährlichen See und der Abgeschiedenheit des Ortes noch mehr. Der Ausflug dorthin hat sich gelohnt und das Ende der Welt hinterlässt einen tiefen Eindruck.

Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung

Wenn man in Kapstadt ist, darf man nicht die Umgebung von Kapstadt vernachlässigen. Warum? Weil sich dort das Weinbaugebiet Südafrikas befindet. Eine ganztägige Weinverkostung lieferte uns nicht nur wertvolle Informationen zu dem Gebiet, den Rebsorten und Besonderheiten der Weine, sondern verabschiedete sich von uns auch in einem leicht erheiterten Zustand (also wir, nicht das Weinbaugebiet). Unser Guide selbst war begeisterter Weinliebhaber und diesen Enthusiasmus wusste er auch an uns weiterzureichen. Wir besuchten insgesamt 4 verschiedene Weingüter, die uns mindestens 3 verschiedene Weine zu verkosten gaben. Bei einem Weingut gab es dazu Schokolade, bei einem anderen dazu passenden Käse. Bei einem weiteren hatten wir ein köstliches Mittagessen, bei dem ich eines der südafrikanischen Nationalspeisen essen durfte. Bobotie ist ein Auflauf, den man mit Rinder- oder Lammhackfleisch, Kräutern, Gewürzen, Currypulver, Früchten und einem Finish aus goldbraunen Eiern mit Zimt und Muskat macht. Und obwohl uns ehrlich gesagt keines der Weine wirklich zugesagt hat, war es ein heiterer, freundlicher Ausflug, der uns Lust auf mehr gemacht hat. Die Landschaft dieser Umgebung ist übrigens ebenfalls sehenswert. Grüne Weinberge umschlossen von felsigen Bergen im Hintergrund lassen die Gegend reich an Farben und Natur erscheinen. Eine Gegend, die den Sommer widerspiegelt und man sich einfach wohlfühlt. 

Stellenbosch Wein
Stellenbosch Wein
Stellenbosch Wein
Stellenbosch Wein
Stellenbosch Wein
Stellenbosch Wein

Jetzt hatten wir also nur noch einen halben Tag für die Erkundung von Kapstadt. Aber die wenige Zeit, die wir hatten, haben wir voll ausgenutzt. Gleich zwei Free Walking Touren hintereinander ließen uns ganz in die Geschichte von Kapstadt und Südafrika eintauchen. Zuerst ging es um die Gründung und die Entwicklung Kapstadts und im zweiten Teil um die tragische und gruselige Geschichte der Apartheid. Bei beiden Touren haben wir dabei die Innenstadt von Kapstadt besichtigt. Und eines kann dabei vorweggenommen werden: Kapstadt ist so viel schöner als Johannesburg! Die Architektur wurde hier mehr von den Europäern geprägt, besonders den französischen Stil findet man häufig. Die Stadt wirkt durch die öffentlichen Parks und vermehrten Bäumen am Straßenrand viel grüner und schattiger. Die Innenstadt ist auch viel aufgeräumter und mehr Plätze laden zum Sitzen und Verweilen ein. In der Mittagspause zwischen den Touren haben wir noch einmal die südafrikanische Küche ausprobiert. Sandwiches sind hier sehr beliebt und bei dem riesigen Gatsby-Sandwich konnte Christoph natürlich nicht widerstehen. Aber auch mein Curry im Brot hatte es in sich und es ließ uns fast traurig werden, dass wir nun so leckeres Essen hinter uns lassen mussten. Die Touren waren wieder sehr interessant und ließen das Land und seine Bewohner in einem neuen, von Leid durchzogenen, aber kämpferischen Licht erscheinen. Dennoch muss man sich auch eingestehen, dass Südafrika weiterhin von Korruption, Armut und Drogen beherrscht wird und dabei kaum ein Ende in Sicht ist.

Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt
Kapstadt Innenstadt

Kapstadt ist einen Abstecher wert, aber länger als ein paar Tage muss man hier auch nicht verbringen. Zudem ist die gesamte Stadt sehr schwer zu erkunden, da sie nicht nur sehr bergig, sondern auch verteilt ist. Das bedeutet, dass es nicht so einfach ist, von einem Bezirk in den nächsten zu gelangen und obwohl die Innenstadt schon schön ist, kann man anhand dessen nicht auf die gesamte Stadt schließen. Das Kap der guten Hoffnung ist jedoch ein Highlight und sollte zum Pflichtprogramm bei einem Besuch in Südafrika werden. 

P.S.: In Kapstadt gibt es kein Load Shedding, denn es wird als eigentliche Hauptstadt und Wirtschaftszentrum von Südafrika und die meisten Politiker und reichen Menschen leben hier. Das sagt auch schon so einiges aus…

Südafrika Rundreise

Mit all diesen Regeln und Vorschlägen im Kopf haben Christoph und ich uns von Johannesburg auf unsere Rundreise durch Südafrika begeben. Unser erster Halt nach ca. 6 Stunden Fahrt durch eine hügelige und recht trockene Landschaft: Hazyview. Diese Kleinstadt ist für viele Touristen der Ausgangspunkt zum Kruger National Park. Das galt auch für uns und so wurden wir am nächsten Tag um 5 Uhr morgens von einem Safari-Jeep abgeholt, der uns den ganzen Tag in einer Kleingruppe durch den Nationalpark fuhr. Der Kruger National Park ist einer der ältesten Nationalparks Afrikas und bekannt dafür, dass man dort die Big Five sehen kann.

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Buenos Aires

Buenos Aires

Die Wohnung lag in einer sehr schönen und stillen Gegend, nicht weit von der Av. 9 de Julio entfernt. Das ist die breiteste Allee der Welt mit 140 Metern, auf der man auch den bekannten Obelisk findet. Ein richtiger Hotspot für alle Touristen, denn durch die riesigen Büsche, die in einem B und A geformt wurden und direkt vor dem doch recht schlichten Obelisken stehen, weiß jeder sogleich, dass man sich in Buenos Aires befindet. Apropros Straßenverkehr: Hier haben wir zum ersten Mal auch die Straßenordnung, die in den meisten südamerikanischen Ländern vorherrscht, kennengelernt.

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