Die Lebensfrohen

Oslo Stadt

Oslo

- Der eisige Norden bleibt sommerlich

Etwas übertrieben, aber das ist halt künstlerische Freiheit.😋 Denn obwohl wir hier langsam unsere Pullover rausholen mussten, hatten wir doch viel Glück und einige Sonnentage waren uns bei unserem Besuch in Oslo auch vergönnt. Also, nachdem wir mit dem Bus durch das ruhige Mittelschweden gefahren sind, kamen wir gegen Abend beim Busbahnhof in Oslo an. Die rote Abendsonne begrüßte uns und der kurze Fußmarsch von der Central Station bis zu unserem Hotel wurde nur durch eine riesige Menschenmenge gestört (es war gerade Einlass zu einem Konzert). Unser Hostel hatte eine gute Lage, mal wieder nur 20 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt und direkt neben einer großen Einkaufsstraße, doch leider war ein kurzer Abschnitt auf diesem Weg zugepflastert mit Obdachlosen und…ähm… anderen Leuten. Daher würde ich diese Gegend niemandem empfehlen, besonders abends sollte man sie meiden. 

Oslo Stadt
Oslo Einkaufsstraße

Wie immer um eine Stadt kennenzulernen, haben wir eine Walking Tour mitgemacht. So haben wir im Vorbeigehen schon zumindest die Hauptattraktionen gesehen. Oslo hat viele architektonische Schönheiten zu bieten, wie die Börse, das Nationaltheater oder der Bankettsaal, indem der Nobelpreis verliehen wird. Aber auch die älteren Villen in den Wohnvierteln können sich sehen lassen. Und dazwischen sieht man immer wieder die neuen Glasbauten, obwohl keines davon wirklich in den Himmel ragt. Anscheinend mögen es die Norweger nicht hoch zu bauen. So wirkt die Stadt nicht überladen und die neuen Gebäude überschatten nicht die Pracht der Urgesteine. 

Oslo Stadt
Oslo Stadt
Oslo Stadt
Oslo Stadt
Oslo Stadt

Wie immer um eine Stadt kennenzulernen, haben wir eine Walking Tour mitgemacht. So haben wir im Vorbeigehen schon zumindest die Hauptattraktionen gesehen. Zugegeben war diese Tour nicht die spannendste, auf der wir je waren, aber die Tipps, die uns der Reiseleiter mit auf den Weg gegeben hat, waren Weltklasse. So haben wir uns auf seinen Rat hin die Deichman Bjørvika-Bücherei und das Rathaus nicht nur von außen, sondern auch von innen angesehen. 

Die Bücherei zählt zu den besten der Welt und wenn man sich drinnen umsieht, versteht man auch warum. Gespickt mit viel Kunst, Cafès und sehr vielen Tischen zum Lernen und Lesen verliert sie doch nicht ihren eigentlichen Zweck aus den Augen und man vergisst nie, das man sich in einer Bücherei befindet. Eine ganze Etage für Kinder, Computer und abgeschiedene Lernecken machen den Ort zu einem beliebten Treffpunkt und daher ist es kein Wunder, dass das Leben vibrierte als wir dort waren. Das lässt einen hoffen, das Büchereien doch nicht aussterben. 

Das Rathaus kann man ebenfalls kostenlos besichtigen und ist für alle Menschen jeden Tag zugänglich. Und ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall. Die große Halle ist mit wunderschönen Bildern und Reliefs geschmückt, die sich durch das viele Licht, das durch die großen Fenster hinein scheint, gekonnt in Szene setzen. “Leider” fand zum Zeitpunkt unseres Besuchs eine Hochzeit statt, ansonsten hätten wir uns eines der 4 “Schrei-Bilder” und Edvard Munch ansehen können, das dort im Rathaus hängt. 

Oslo Rathaus
Oslo Rathaus
Oslo Bibliothek
Oslo Bibliothek

Apropos Munch [der wird übrigens Muŋk ausgesprochen, Christoph und ich hatten eine ziemlich lange Diskussion darüber], das erst vor ca. einem Jahr neu eröffnete zum Namen passende Museum haben wir uns natürlich auch angeschaut. Hier ein kleiner Tipp von mir: jeden Mittwoch ab 18 Uhr kann man kostenlos in das Museum, man muss sich nur vorher online anmelden! Daher konnten wir gratis ins Museum gehen und ganz ehrlich: gut so. Es waren ca. 6 Etagen mit Kunstausstellungen, wovon 2 Munch gewidmet waren. Die restlichen Etagen waren Sonderausstellungen anderer moderner Künstler. Wie vielleicht schon vorher erwähnt, sind Christoph und ich nicht die größten Fans von Contemporary Art und zeitgenössischer Kunst und fanden daher die Ausstellungen eher mittelmäßig. Die Bilder von Munch waren aber sehenswert, insbesondere natürlich der “Schrei”. In diesem Museum kann man 3 verschiedene Versionen davon bewundern, leider aber nur eine zur Zeit. Das heißt, jede Stunde kann man ein anderes Bild von dieser Reihe bewundern, während die anderen beiden während dieser Zeit verschlossen sind. Und hier kommt wieder ein hilfreicher Tipp unseres Tourguides zum Einsatz: man sollte zuerst zum “Schrei” gehen, dann die anderen Räume anschauen und dann zum Schluss noch einmal sich zum “Schrei” begeben, so kann man sich zumindest 2 Versionen anschauen. Gesagt, getan und so konnten wir ein Gemälde und eine Zeichnung davon bewundern. Doch alles in allem fanden wir das Museum nicht sooo spannend und auch der architektonische Aufbau des Gebäudes hätte für ein Museum klarer und strukturierter sein können.

Oslo Munch Museum
Oslo Munch Museum
Oslo Munch Museum
Oslo Munch Museum

Ein anderes Museum, das wir besucht haben, war das National Museum of Norway. Erst im August dieses Jahres (2022) eröffnet, gilt es als eines der modernsten Museen der Welt. Großer Titel, dem es leider nicht gerecht werden konnte. Verwirrender Aufbau, bei dem man sich dreimal verläuft, ein komplizierter und viel zu detaillierter Audioguide und doch etwas langweilig gestaltete Ausstellungen haben die Freude über dieses neue Gebäude ziemlich schnell wieder verfliegen lassen. Natürlich waren einige Gegenstände sehenswert, insbesondere die Skulpturen und Kostüme, aber ohne Kontext kann das schönste Gemälde schnell vergessen werden. Die einzelnen Ausstellungen hatten keinen roten Faden und durch die komplexe Architektur musste man teilweise durch Räume doppelt gehen. Führungen sind auf der Webseite noch nicht zu finden und waren zum Zeitpunkt unseres Ankommens nur auf Norwegisch. Wer immer sich das ausgedacht hat, ist selber kein Museumsgänger. Den Besuch hätten wir uns schenken können.

Oslo National Museum of Norway
Oslo National Museum of Norway
Oslo National Museum of Norway
Oslo National Museum of Norway

Durch unsere Spaziergänge haben wir auch den Palast, das Parlamentsgebäude und die doch sehr schlichte Domkirche von Oslo gesehen. Was man aber auf keinen Fall verpassen sollte, ist ein Abstecher zur Oper in Oslo. Das Gebäude aus weißem Marmor liegt direkt am Hafen und ist bis zu diesem Zeitpunkt die einzige Oper der Welt, auf die man hinaufsteigen kann. Und das ist wortwörtlich gemeint, denn man kann mit Leichtigkeit auf das Dach der Oper spazieren und so einen tollen Ausblick über den Hafen genießen. 

Oslo Parlament
Oslo Palast
Oslo Kirche
Oslo Oper
Oslo Oper
Oslo Oper
Oslo Oper

Einer unserer zahlreichen Spaziergänge führte uns quer durch die Stadt zum Vigeland-Skulpturenpark. Bei gutem Wetter sind wir durch die Bezirke Uranienborg und Frogner geschlendert und haben die wunderschönen Villen und coolen Auslagen der Läden bewundert. Doch das Highlight war der Park, in dem man unzählige Skulpturen des Bildhauers Gustav Vigeland bestaunen kann. Eine schöner und imposanter als die andere muss man aufpassen, dass man sich nicht in der Zeit verliert oder vom Weg abkommt. 

Oslo Vigeland-Skulpturenpark
Oslo Vigeland-Skulpturenpark
Oslo Vigeland-Skulpturenpark
Oslo Vigeland-Skulpturenpark
Oslo Vigeland-Skulpturenpark

Wer weiß, was das Lieblingsgericht der Norweger ist? Richtig, Tacos! Kein Scherz, die von spanischen Einwanderern hergebrachte Köstlichkeit ist so beliebt, dass es jeden Freitag auf die Tische der Norweger kommt. Leider werden die Tacos im norwegischen Stil nur Zuhause mit Hilfe des Familienrezepts zubereitet und so muss man sich erst einmal mit Norwegern anfreunden, um diese ganz besonderen Tacos testen zu dürfen. Das haben wir leider nicht geschafft und so sind wir auf traditionelleres Essen ausgewichen und haben “nur” Elch, Rentier und Wal probieren dürfen (letzteres schmeckt nicht besonders gut).

Norwegen Essen
Norwegen Essen

Oslo ist an sich eine schöne Stadt, die schöne Ecken mit edlen Villen und tollen Parkanlagen besitzt, leider durchquert man auch immer wieder Straßen, die nicht so heimisch wirken und von Obdachlosen und Drogensüchtigen beherrscht werden. Man sollte also besonders abends darauf achten, wohin man geht. Es gab zwar einige Dinge zu erleben, aber die Museen haben uns nicht vom Hocker gehauen, die Leute auch nicht und selbst das Essen war eher mittelmäßig. Oslo kann man sich mal anschauen, aber wir persönlich würde andere skandinavische Städte der vorziehen. 

Stockholm Beitragsbild

Stockholm

Eine weitere, doch länger als gedachte Zugfahrt später erreichten wir Stockholm. Unser etwas heruntergekommenes, aber immer noch bequemes Hotel lag in dem “Hipster-Viertel” Södermalm. Man musste nur über eine Brücke gehen und schon war man in der Altstadt und Stadtzentrum, keine 20 Minuten zu Fuß entfernt. Diesmal haben wir 2 Stadtführungen mitgemacht, eine für die Altstadt und eine durch die “moderne” Geschichte Stockholms. So haben wir gleich 2 verschiedene Bezirke und deren Gebäude und Geschichten kennengelernt. Wir sind an Regierungsgebäuden, Palästen, Kirchen vorbei und durch die Altstadt geschlendert und haben die Stelle gesehen, an der das Süßwasser des Mälarsees und das Salzwasser der Ostsee zusammentreffen bzw. durch eine Schleuse getrennt werden.

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Norwegen Beitragsbild

Norwegen Rundreise

Um den hohen Norden und seine Wildnis besser kennenzulernen, haben wir beschlossen, uns ein Auto zu mieten und für eine Woche im mittleren und südlichen Teil von Norwegen herumzufahren. Und damit fingen die Probleme an… Zuerst muss ich die Verkehrslage in Norwegen beschreiben: alles kostet. Dieses Land hat Mautgebühren für Straßen und Fähren. Nicht bei allen, aber bei sehr, sehr vielen. Eine gute und schnelle Straße zu nehmen kostet. Eine Strecke ohne eine Fähre zu finden (insbesondere im Westen), ist fast unmöglich, wenn man nicht unzählige Stunden im Auto in Kauf nehmen möchte.

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