Die Lebensfrohen

Peking Skyline

Peking

- There are 9 million bicycles in Beijing…

Ah, endlich wieder die chinesische Luft einatmen (Hust, Hust). Nach einem kleinen Zwischenstopp in Amsterdam ging es 10 Stunden nach Peking, unserer ersten Station auf der nächsten Etappe unserer Weltreise. Wer uns kennt, weiß, dass China eine ganz besondere Bedeutung für uns hat, haben Christoph und ich uns doch dort kennen und lieben gelernt. Nach 11 Jahren und vielen Erinnerungen kehren wir wieder zu unseren Anfängen zurück und da wird es ab und zu schon mal sentimental. Wir beide sind nicht zum ersten Mal im großen Reich der Mitte, daher kennen wir natürlich schon einige Städte, aber da es schon so lange her ist, kann man alles noch einmal von neuem erkunden.

Peking ist eine riesige moderne Stadt, in der man immer wieder alte, historische Gebäude entdeckt. Und auch wenn es natürlich Hochhäuser gibt, ist die Stadt so großflächig, dass es trotzdem nicht beengt wirkt. Es ist ein gutes Beispiel für eine chinesische Großstadt, von der Europäer überrascht sind, wie groß, sauber und interessant diese sein können. Wenn man nach China reist, sollte man sich vorher mindestens zwei Apps herunterladen: 1. WeChat, eine Art WhatsApp über die fast alle Kommunikation läuft und 2. Alipay, eine Bezahlapp ohne die fast gar nichts läuft. Bargeld braucht man fast gar nicht mehr. Besonders Alipay hat uns jetzt schon öfters geholfen, zum Beispiel beim Kaufen von Tickets der öffentlichen Verkehrsmittel. Die U-Bahn ist übrigens super ausgebaut und auch gut ausgeschildert, sodass man auch als Ausländer gut überall hinkommt.

Peking Skyline
Peking Innenstadt

Was sieht man also an in dieser Megacity? Natürlich die “Verbotene Stadt”, der ehemalige Kaiserpalast. Aber Achtung, die Tickets muss man mindestens eine Woche vorher buchen, sonst ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man nicht hineinkommt. Die Ausmaße der Palastanlage sind gewaltig und nur von Süden bis Norden (die Nebenpaläste nicht mitgezählt) geht man schon fast eine Stunde. Ein Tourguide lohnt sich hier auf jeden Fall, aber da Christoph und ich schon einmal hier waren, haben wir uns auf einen Audioguide beschränkt, der zwar wesentlich weniger, dennoch interessante Informationen hatte. Sämtliche Gebäude sind in einem guten Zustand, reingehen darf man allerdings nicht. Allein aus einem geschichtlichen Hintergrund sollte man die Verbotene Stadt unbedingt gesehen haben, aber die wunderschönen Verzierungen und Farben versüßen einem den Aufenthalt.

Peking Verbotene Stadt
Peking Verbotene Stadt
Peking Verbotene Stadt
Peking Verbotene Stadt
Peking Verbotene Stadt Statue
Peking Verbotene Stadt Statue
Peking Verbotene Stadt Statue
Peking Verbotene Stadt Verzierungen

Hinter der Verbotenen Stadt ist ein kleiner Park, in dessen Mitte auf einem Hügel ein kleiner Tempel steht. Von dort hat man eine fantastische Aussicht über Peking und vor allen Dingen über die riesige Anlage des Kaiserpalastes. Da sollte man auf jeden Fall nach der Tour durch den Palast hin, liegt er doch praktischerweise auch genau gegenüber des Ausgangs. Der Umweg lohnt sich auf jeden Fall. Der Verbotenen Stadt vorgelagert ist der Tiananmen Platz, der größte Platz der Welt. Leider muss man dafür mittlerweile ebenfalls zahlen und ein Ticket vorher reservieren. Da Christoph und ich, wie gesagt, ihn schon einmal gesehen haben, haben wir ihn diesmal bewusst ausgelassen. Für Erstbesucher würden wir ihn aber auf jeden Fall empfehlen.

Peking Aussicht
Peking Tempel in Park
Peking Aussicht

Der zweite Grund, warum man Peking besuchen sollte, ist natürlich die große Mauer. Die chinesische Mauer ist so lang, dass man sie auch von anderen Städten aus besuchen kann, aber von Peking aus kann man in einer Stunde an verschiedenen Stellen sein und es gibt die meisten Ausflüge. Auch wir haben uns einer Gruppe angeschlossen, da so ein organisierter Tagesausflug immer leichter ist. Hier sind wir auch auf mehr Ausländer getroffen, ansonsten scheint es wirklich keine Besuchszeit in China zu sein. Der Guide konnte ganz gut Englisch und konnte uns dadurch noch einiges über die Mauer mitteilen. Wir sind zu einer Stelle gefahren worden, die eher von Chinesen angepeilt wird und erst vor kurzer Zeit restauriert wurde. Sie ist in zwei Abschnitte aufgeteilt, Westen und Osten. Zum Glück hatten wir genügend Zeit, um uns beide Abschnitte anzusehen, wobei wir im Osten gestartet sind. Mit einem Skilift ging es rauf und zum ersten Mal konnte man eine wahnsinnige Aussicht genießen. Berge soweit das Auge reicht und mittendrin entdeckt man immer wieder Türme oder die Mauer selbst. Erst jetzt wird einem bewusst, was für eine architektonische Meisterleistung diese Mauer ist. So hoch oben schlängelt sie sich über jeden Hügel und Berg drüber und an einem klaren Tag (wir hatten Glück und es war strahlender Sonnenschein) kann man sie noch kilometerweit sehen. Im Osten kann man bis zu 6 Wachtürme besuchen, aber um ehrlich zu sein interessiert hier nur der eine. Das Generals Haus ist das größte Gebäude und grenzt mit seinen Fensterläden und mehreren Räumen fast schon an Luxus. Den Berg wieder runter kommen, kann man mit einer Sommerrodelbahn. Die hätte auch sicherlich Spaß gemacht, wenn vor uns nicht jeder so sehr gebremst hätte, dass man teilweise sogar stand. 

Peking Große Mauer von China
Peking Große Mauer von China Route
Peking Große Mauer von China

Die westliche Route fährt man mit einer Gondel hinauf und beginnt mit einer Aussichtsplattform, von der man einen tollen Blick auf den Verlauf der Mauer hat. Dekoriert mit ein paar in blühte stehenden Kirschbäumen (natürlich unecht, aber ansonsten wäre die Landschaft im Winter etwas karg) ergab sich ein Bild wie auf einer Postkarte. Dieser Abschnitt ist länger und wenn man, wie Christoph, viel Energie hat, kann man den höchsten Turm erklimmen. Wer das schafft, darf sich laut einer Legende sogar Held nennen! Wer es gemütlicher mag (so wie ich), muss sich trotzdem auf etwas Bewegung einstellen, denn es geht ganz schön auf und ab mit einigen Stufen dazwischen. Weil wir anscheinend noch nicht genug Bewegung hatten, sind wir am Ende den Berg runter gegangen, anstatt wieder die Gondel zu nutzen. Ich muss sagen, ich war froh, dass es wenigstens nicht bergauf war, aber danach taten die Beine trotzdem weh. Die chinesische Mauer gehört nicht umsonst zu den sieben Weltwundern und sollte auf jeder Reiseliste stehen, denn um es wirklich erfassen zu können, wie groß und lang diese Mauer tatsächlich ist, muss man schon davor bzw. oben drauf gestanden haben.

Peking Große Mauer von China
Peking Große Mauer von China Gondel
Peking Große Mauer von China
Peking Große Mauer von China
Peking Große Mauer von China

Es gibt natürlich noch andere wunderschöne und interessante Dinge in Peking zu besichtigen. Christoph und ich haben uns für den Sommerpalast und den Lama Tempel entschieden. Den Himmelstempel kennen wir beide schon und wir dachten, nach der Menschenmasse in der Verbotenen Stadt, wäre es dort sicherlich nicht anders. War dann bei den zwei anderen auch nicht besser, aber wenigstens konnten wir die Tickets dort spontan kaufen und mussten sie nicht im voraus reservieren. Der Sommerpalast wurde von der Kaiserwitwe Cixi (sehr interessante Persönlichkeit) im Norden der Stadt vor ca. 200 Jahren wieder aufgebaut und gehört noch heute zu den schönsten Palästen der Welt. Die riesige Gartenanlage verbindet eine große Tempelanlage mit einem noch größeren Palast auf einem Berg und endet an einem großen See, auf dem jetzt zur Winterzeit tausende Menschen Schlittschuh fahren. Wirklich schön anzusehen, obwohl die Anlage sicherlich im Frühling oder Sommer mehr hergibt. 

Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast
Peking Sommerpalast

Der Lama Tempel ist der größte lamaistische Tempel außerhalb von Tibet. Da das chinesische Neujahr vor der Tür steht, machen natürlich alle Buddhisten dort ihre Aufwartung und oh mein Gott 🫣sind das viele. Von den ganzen Räucherstäbchen, die zum Beten angezündet werden, entstand eine solche Rauchwolke, dass man entweder einen Raucherhusten oder Angst vor einem Großbrand entwickelt hat. Die Tempelanlage an sich ist aber wunderschön und in einem Topzustand. Das Highlight ist eine 20m hohe Buddha-Statue aus Holz, bei deren Bewunderung man sich fast den Nacken bricht. 

Peking Lama Tempel
Peking Lama Tempel
Peking Lama Tempel
Peking Lama Tempel Holzstatue

Der Winter ist wortwörtlich eisig in Peking und so friert alles zu, was nicht direkt neben einer Heizdecke steht und so auch alle Flüsse und Kanäle, die durch die Stadt fließen. Das hat nicht nur die Einheimischen dazu animiert ihre Eislaufkünste hervor zu zerren, sondern auch Christoph dazu verleitet ein paar Runden auf dem Eis zu drehen. Wer nicht so begeistert von der Rutschgefahr ist, der kann auch gemütlich durch die Stadt spazieren. Breite Gehwege, regelmäßige Zebrastreifen oder Brücken zum Überqueren von den mehrspurigen Straßen oder eine aufgeräumte Umgebung machen das Flanieren angenehm und schnell hat man seine 10.000 Schritte oder mehr zusammen. Und wer nicht mehr laufen möchte, kann einfach in die U-Bahn steigen. 

Peking Fluss
Peking Schlittschuhfahren
Peking Innenstadt

Wenn wir auf Reisen sind, dann steht immer eines im Vordergrund: Essen! Und was kann man besseres essen in Peking als Ente? Nichts, daher ist es kein Wunder, dass es unser erster Halt war. Es gibt viele Restaurants, die dieses Gericht anbieten, aber nur wenige, die es wirklich können. Wir sind zum ältesten und etabliertesten gegangen. Die Bekanntheit kommt aber einem nicht immer zugute, denn so kann es passieren, dass man mehrere Stunden auf einen Tisch warten muss. Daher sind wir nicht abends, sondern nachmittags hingegangen und mussten nur 20 Minuten warten. Aber für diese Peking-Ente hätten wir auch länger gewartet. Die kunstvoll vor unseren Augen zerlegte Ente wickelt man in hauchdünne Fladen gespickt mit Gurkenstücken und Sellerie und einer superleckeren Sauce und schlingt sie in einem oder zwei Bissen herunter. Einfach nur lecker! Mit unseren anderen Speisen hatten wir ansonsten leider nur mittelmäßig Erfolg, aber wir sind ja noch eine Weile in China.

Peking Ente Restaurant
Peking Ente Essen
Peking chinesisches Essen

Sobald man die Stadt betritt, fällt einem das Lied “There are 9 millions bicycles in Beijing…” ein, denn treffender könnte man die Metropole nicht beschreiben. Die Stadt ist sauber und sicher, aber auch einfach überlaufen. Besonders die Mopedfahrer fahren wie die Verrückten und lassen sich von roten Ampeln und Verkehrsschildern nicht vom Weg ablenken. Das kann manchmal ganz schön nervenaufreibend sein, sollte aber einen auf keinen Fall daran hindern, dieses historische und kulturelle Zentrum von China zu besuchen. Allerdings sollte man hier auf sein Verhalten achten, denn Peking ist auch das politische Machtzentrum und die militärische Stärke des Landes wird großzügig zur Schau gestellt. Dadurch fühlt man sich sehr beobachtet, aber auch sicher. Man sollte immer einen Pass mithaben, denn an bestimmten Punkten wird man kontrolliert, wenn man diesen Weg gehen möchte. 

Zwischenfazit 2023

2023 haben wir auf unserer Weltreise Länder in Afrika, Südamerika und Nordamerika besucht. Wir haben die tollsten Abenteuer erlebt, gut gegessen und einfach das Leben genossen. Wie es genau war, was unserer Highlights waren und welche Fragen uns nach unserer Rückkehr gestellt wurden, erfahrt ihr hier.

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Shanghai

Die Phrase “east meets west” hat noch nie so zugetroffen wie auf Shanghai. Eine riesige Metropole, die aussieht wie ein besseres, sauberes New York. Riesige Wolkenkratzer reihen sich aneinander und werden nur von größeren Shopping Malls unterbrochen. Denn eins ist ganz sicher, Shanghai ist das Paradies für alle Einkaufsliebhaber. Findet man nicht? Gibt’s nicht, jedenfalls nicht in Shanghai. Am berühmtesten ist wohl die Nanjiang Straße, ein ca. 2km lange Fußgängerzone, die links und rechts von Luxusmarken eingegrenzt wird. Rote Laternen, glitzernde Schilder und köstliche Gerüche locken gigantische Menschenmengen an, von denen man eigentlich nur mitgezogen wird. Wirklich mal in ein Geschäft reinzugehen, scheint so gut wie unmöglich. Macht aber nichts bei diesen Preisen.

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