Die Lebensfrohen

Champagne-Region

Reims

- Champagner für alle!

Wer Christoph und mich gut kennt, der weiß, dass wir Champagner besonders lieben und dass wir uns daher besonders auf Reims (ausgesprochen “Räns”, wie wir gelernt haben) gefreut haben. Wieder mit dem Flixbus von Luxemburg zu einem Bahnhof etwas außerhalb von Reims,wobei die Reise an sich eigentlich gut geklappt hat, nur dass wir am Ende knapp den Zug verpasst haben, sodass wir eine Stunde hätten warten müssen. Also doch ein Uber und dann hat die Fahrt zu unserer Unterkunft nur 15 Minuten gedauert. Dort standen wir vor dem nächsten Problem. Wir haben ein Airbnb gemietet, doch der Türcode war falsch. Die Vermieterin konnte kein Englisch und mein Internet für die Kommunikation war fast erschöpft. Nach etwas hin und her haben wir es doch reingeschafft und wurden gleich wieder enttäuscht. Die üble Nachrede, dass man dem Internet nichts glauben darf, stimmt in diesem Fall leider. Auf den Fotos sah das Airbnb nämlich viel größer und schöner aus. Ein kleines Bett mit einem weiteren Lattenrost und einer Matratze zum Ausziehen darunter, ein Tisch mit 2 Stühlen und eine Küchenzeile nahmen schon den gesamten Raum ein. Das wäre ja noch in Ordnung gewesen, aber das Bad war teilweise dreckig und die Wände so dünn, dass wir jeden Schritt unserer Nachbarn über uns gehört haben. Die waren nicht mal sonderlich laut und trotzdem hat man es so deutlich gehört, als wären wir in derselben Wohnung. Und dafür, dass wir noch 20 Minuten immer zum Bahnhof laufen mussten, war die Unterkunft leider eine herbe Enttäuschung.

Reims Stadt
Champagner Trauben

Dennoch war das nur ein kleiner Rückschlag und nahm uns nicht die Vorfreude auf die Champagne (Region) und den Champagner (Getränk). Wir wollen euch natürlich an unseren Erlebnissen teilhaben lassen und stellen euch daher die vier Champagnerhäuser, die wir besucht haben, detailliert vor. Davor sei aber dazu noch etwas gesagt, damit ich mich nicht ständig wiederhole. Bei allen Führungen hat man etwas über die Geschichte des jeweiligen Hauses erfahren, über den Entstehungsprozess des Champagners und hat die Kellergewölbe, wo sie ihren Champagner lagern, besichtigt. All diese Punkte hatten sie gemeinsam und waren uns auch wichtig, wollten wir doch die geheimsten Geheimnisse des Champagnerprozesses erfahren. Vielleicht könnten wir dann selber einen produzieren. ;P

Moët & Chandon:

Das berühmteste Haus der Champagnerwelt befindet sich in Epernay, etwa eine halbe Stunde mit dem Zug von Reims entfernt. Es ist ein wunderschönes Anwesen mit einem eigenen Hotel nebenan. Die Führung wurde von einem Guide persönlich im perfekten Englisch und mit einem fröhlichen Lächeln durchgeführt. Nach der 45 minütigen Führung konnten wir 2 Champagner von ihnen verkosten, den Imperial und den Rosé (beide natürlich bekannt, aber immer wieder sehr lecker). Die Führung hat 35€ pro Person gekostet, was wirklich nicht teuer ist und hat sehr viel Spaß gemacht. Die Leiterin hat uns mit viel Charme durchgeführt und konnte alle Fragen beantworten. Sie konnte sogar einige Sätze in Deutsch sprechen und hat uns nicht nur die richtige Aussprache für Reims vorgesagt, sondern auch für Moet. Bei Moet spricht man nämlich das “T” mit, denn der Name ist ursprünglich holländisch und nicht französisch. Dom Pérignon gehört zwar zu Moet & Chandon, aber um den zu verkosten, muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Das werden wir aber bei unserem nächsten Besuch wahrscheinlich machen, wird man bei dieser Tour nämlich auch durch das private Hotel geführt und bekommt noch tiefere Einblicke in die Geschäfte. 

Epernay Moet & Chandon
Epernay Moet & Chandon
Epernay Moet & Chandon
Epernay Moet & Chandon

Mercier:

Ebenfalls in Epernay liegt das Haus Mercier, in dessen Eingang ein riesiges, 20 Tonnen schweres Fass zur Bewunderung liegt. Das Fass wurde 1889 für die Weltausstellung in Paris gebaut und musste mit 20 Ochsen von Ungarn nach Frankreich transportiert werden. Für 30€ pro Person wird man zwar von einer Person von einem Ort zum anderen geleitet, aber alles andere hört man durch einen Audioguide (dann kann man sogar Deutsch auswählen). Ein kleiner Einführungsfilm und eine Fahrstuhlfahrt später steigen wir im Keller in eine kleine Bimmelbahn ein, die uns im Schneckentempo durch die kilometerlangen Tunnel fährt. Es war zwar beeindruckend zu sehen, aber da man nirgends aussteigen kann, konnte man nicht richtig die Atmosphäre dieses Kellers einsaugen, so wie bei den anderen Touren. Auch hier gab es nach der 30 minütigen Führung eine Verkostung. Diesmal gab es 3 verschiedene Champagner, den “Normalen” Brut, den Rosé und den Brut Reservé. Unserer persönlichen Meinung nach hat uns keiner von denen geschmeckt und war eher ein billiger Sekt. Für uns eine Enttäuschung.

Epernay Mercier
Epernay Mercier

Bollinger:

Christoph und ich mögen den Champagner von Bollinger sehr gerne und daher wollten wir uns das Haus unbedingt ansehen. Bollinger macht aber nur selten Führungen für Privatpersonen, normalerweise nur für Verkäufer oder Clubmitglieder. Das Champagnerhaus liegt in Aÿ-Champagne, einem kleinen 5000-Seelen-Dorf in der Nähe von Epernay. Für satte 95€ pro Person konnten wir doch eine Führung buchen. Und die war wirklich interessant, denn hier haben wir einen ihren ganz speziellen Weingärten gesehen (die Trauben werden nur für einen ganz besonderen Champagner verwendet, bei dem nur 2000 Flaschen produziert werden), durften die Eichenfässer bewundern, die sie für den Reifeprozess benutzen und natürlich ebenfalls ihren Keller. Nach 2 Stunden wurden wir mit 3 verschiedenen Champagner verköstigt, die (wie immer) hervorragend waren. Die Gruppe bestand aus gerade einmal 8 Personen und war somit wesentlich intimer als die anderen Touren. Man konnte in Ruhe seine Fragen stellen und sich bei der Erkundung des Geländes Zeit lassen. Obwohl diese Tour am teuersten war, hat man einen tollen Einblick in das Haus Bollinger bekommen. Für immer ein Favorit. 

Epernay Bollinger
Epernay Bollinger
Ay Bollinger
Ay Bollinger

Le Clos Clorbier:

Das ist ein kleines Weingut ebenfalls in Aÿ, das einmal zum größeren Champagnerhersteller Bernot gehörte, doch nun seine eigenen Champagner macht. Daneben führen sie noch ein Hotel und ein Restaurant. Wir haben dort eine spezielle “Meisterklasse” gebucht, wozu wieder eine Führung durch das Anwesen und eine Einführung in die Kunst der Champagnerherstellung, bei der wir hier auch zum ersten Mal eine alte Presse anschauen durften, gehörte. Danach gab es ein kleines Quiz über das vorher Gelernte und dann gab es die Meisterklasse. Hier wurden uns Fläschen mit verschiedenen Gerüchen vorgesetzt, die wir erraten mussten, bevor es zu einer Blindverkostung von 3 verschiedenen Champagnern kam. Da es ein kleines Haus ist, wurden uns auch Champagner von anderen Häusern vorgestellt. Obwohl sich das jetzt alles kompliziert liest, war es absolut für Anfänger geeignet und hat sehr viel Spaß gemacht. Leider waren sie beim Schnuppern sehr genau und unser Buttertoast wurde uns nicht als Brioche durchgelassen. Da müssen wir wohl noch mehr üben. Beim inkludierten Mittagessen konnten wir nicht nur 3 weitere Champagner kennenlernen, sondern auch die restlichen Mitglieder dieser kleinen Gruppe, die aus aller Welt stammten. 

Ay Le Clos Clorbier
Ay Le Clos Clorbier

Zusammengefasst war das Highlight die Meisterklasse bei einem kleinen Hersteller. Das Anwesen war wunderschön, die Betreuer waren sehr nett und man hat mal was anderes gemacht. Und auch der Preis (60€ pro Person) war absolut angemessen. Ebenfalls ein Must-see ist das Moet & Chandon-Haus. Die Führung war charmant gemacht, leckere Verkostung und dafür war der Preis mehr als angemessen. Abraten würden wir von Mercier oder nur denen empfehlen, die Champagner nicht so gerne trinken. Es war zwar günstig und nett, mal gesehen zu haben (besonders den Zug im Keller), aber der Audioguide macht es etwas unpersönlich und mit 20 Minuten ist die Führung auch nicht gerade aussagekräftig. 

Das waren die Champagner-Häuser, in denen wir waren, aber es gibt natürlich noch unzählige weitere. An Perrier Jouet, Taittinger, Pommery oder Billecart-Salmon sind wir nur vorbeigegangen und haben die wunderschönen Anwesen bewundert. Überall in der Region findet man Champagner- oder Weinhäuser, von groß bis klein und von süffig bis überragend. Die kleineren Häuser bieten zwar nicht immer Touren an, aber wenn man mehr Zeit hat und die größeren schon kennt, sollte man sich umschauen. Da entdeckt man wahrscheinlich den ein oder anderen Diamanten, aber man sollte sich rechtzeitig informieren, denn besonders die kleinen Häuser haben meistens nur bestimmte Tage offen, manchmal sogar nur einmal im Monat oder nur in den Sommermonaten. Wer weniger Zeit hat, kann sich auch in einer der Weinhandlungen beraten lassen, da haben wir schon Schätze gefunden.

Ay Billecart-Salmon
Reims Pommery
Epernay Perrier Jouet

Jetzt noch ein kleiner Absatz über die Städte in der Champagnerregion. Wir waren in Reims, der größten Stadt, weil wir zum einen größere Städte mögen, zum anderen weil wir dachten, dass sei ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gegend. Reims ist eine schöne Stadt mit einer herrlichen Kathedrale (eher von außen als von innen) im Zentrum und einem Ausgehviertel, sodass die Innenstadt auch abends voller Leben ist. Allerdings muss man, wie vorher erwähnt, mit dem Zug nach Epernay, Ay, etc. fahren, das kostet Zeit und Geld. Daher würden wir Reims eher jungen Leuten, die abends noch ausgehen möchten, empfehlen. Ay, Epernay und die anderen kleinen Dörfer leben nur von Champagner und das merkt man auch. Riesige Villen inmitten wunderschöner Landschaften laden zum Flanieren ein, aber weit und breit keine Menschenseele (außer natürlich den obligatorischen Touristen), was die Gegend ausgestorben erscheinen lässt. Das Durchschnittsalter würden wir nach einigen Tagen dort auf 60 plus schätzen und die Gehsteige werden nach 18 Uhr hochgeklappt. Dafür sind die herumliegenden Landschaften wunderschön und wenn man eine Bar mit einer Terrasse findet, kann man von dort die schönsten Sonnenuntergänge sehen. 

Reims Kathedrale
Reims Kathedrale
Reims Stadt
Reims Stadt
Champagne Ay
Champagne Ay

Wir können jedem, der gerne Champagner, Sekt oder Wein trinkt, die Champagne nur ans Herz legen! Natürlich kann man die Gegend auch besuchen, wenn man nicht trinkt oder Liebhaber anderer Getränke ist, aber dann gibt es doch ehrlicherweise nicht viel zu tun. Auch Familien mit Kindern sollten es sich gut als Urlaubsziel überlegen. Die Touren der Häuser sind zwar liebevoll aufbereitet, aber zu jeder Tour gehört natürlich eine Verkostung und seien wir mal ehrlich, genau das macht doch eine solche Tour aus. Es wird erst interessant, wenn man trinken kann 😉

Luxemburg-Stadt

Von Brüssel ging es mit dem Zug nach Luxemburg. Der Stadtstaat ist ungefähr so groß wie das danebenliegende Saarland, hat aber mit etwas über 700.000 Einwohner sogar eine kleinere Bevölkerung. Dafür gibt es aber umso mehr Natur, flogen die Wälder und Wiesen doch nur so am Zugfenster vorbei und wurden nur bei wenigen Ausnahmen von Häusern unterbrochen. Am Zentralbahnhof von Luxemburg-Stadt angekommen, hatten wir noch etwas Zeit bis zum Check-in und so schlenderten wir gemütlich die Straßen entlang und gewannen so einen ersten Eindruck von Luxemburg-Stadt.

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London

Ein paar Worte über die Stadt London selbst: unser Hotel und eigentlich der ganze Bezirk Kensington sah aus wie in den englischen Filmen. Weiße Häuser mit einer schwarzen oder roten Eingangstür, 2 Stufen um diese zu erreichen und Säulen um sie einzurahmen. Dicht an dicht gereiht würde man denken, dass die Straßen überladen und beengt wirken würden, doch es sah eher heimisch und klassisch aus. Und auch wenn sich ab und zu rote Backsteinhäuser oder Plattenbauten heimlich dazu mischen, stören sie das Gesamtbild von diesen Bezirken nicht. Die Innenstadt sieht natürlich ganz anders aus. Riesige Glaspaläste reihen sich nebeneinander auf und wollen sich gegenseitig übertrumpfen. Modern ragen sie in die Höhe und bilden die Skyline von London.

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