Die Lebensfrohen

Vancouver Hafenansicht

Vancouver

- Kanada, wie grün sind deine Blätter

Eigentlich hatten wir noch eine Station zwischen San Francisco und Vancouver, aber sobald wir in Seattle ankamen, wurden wir krank. Wir hatten uns mal wieder Corona eingefangen und haben daher die ganze Woche, in der wir eigentlich Seattle hätten erkunden wollen, im Hotelzimmer verbracht. Naja, die meiste Zeit hat es eh geregnet und so etwas passiert halt auch mal auf Reisen. Kann man eh nicht mehr ändern und so bleibt Seattle weiterhin ein Ziel auf unserer Reiseliste. Von Seattle haben wir den Bus genommen, um ins 2 Stunden 30 Minuten entfernte Vancouver zu reisen. Der Grenzübertritt war übrigens sehr leicht und wenn man über Land einreist, benötigt man nicht einmal das ETA-Visum und erspart sich so die 20€. 😉

Kanada im Hochsommer ist wirklich ein Traum und wir hatten herrliches Wetter. Jeder schwärmt immer von den Herbstfarben der Ahornbäume und wahrscheinlich ist dieser Anblick es wert, nach Kanada zu reisen, aber überall um uns herum, war es grün, die Sonne schien, wir hatten kein einziges Mal Regen und die Temperaturen lagen die ganze Zeit zwischen 20-25°C. Was will man mehr? Besonders weil Vancouver direkt an der Küste liegt und vor dem offenen Ozean wird die Stadt nur von der davorliegenden Vancouver-Insel geschützt.

Vancouver Wolkenkratzer
Vancouver Stadtzentrum
Vancouver moderne Architektur

Die mit ihren gerade einmal knapp über 160 Jahren junge Stadt gehört heutzutage zu den wichtigsten Städten in Kanada und mit 2,7 Millionen Einwohnern auch zu den größten. Die Ausläufe der Stadt sind sehr groß und besonders als Tourist zählt wie immer die Lage. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind zwar gut ausgebaut, aber in der Innenstadt zu übernachten bietet viele Vorteile, insbesondere wenn der Besuch nur kurz ist. Wenn man in der Hochsaison dorthin reisen möchte, dann empfehle ich aber dringend, rechtzeitig zu buchen! Christoph und ich haben keine 2 Monate vorher gebucht und es waren nur noch die kläglichen Reste übrig. Unsere einzige Option war am Ende ein heruntergekommenes Hotel in einer Spitzenlage, aber trotzdem zu einem unverschämten Preis. Die Hotelpreise generell können mit denen in den USA locker mithalten. Wer die größte Auswahl an Hotels in Vancouver haben möchte, der sollte über booking.de buchen. Da findet man sicher etwas zu dem passenden Budget.

Vancouver St Rosemary Kirche
Vancouver Bibliothek
Vancouver Kriegsdenkmal

Downtown Vancouver erstreckt sich von der Science World bis zum West End und wird sofort an seinen sauberen Straßen und sehr modernen Architektur erkannt. Gläserne Türme ragen in den Himmel und werden nur selten von älteren Gebäuden unterbrochen wie die Holy Rosary Kathedrale, das Provincial Courthouse von 1913, in dem sich heute die Vancouver Art Gallery befindet, oder das Marine Building, gebaut 1930 und einst das höchste Gebäude im britischen Empire war. Aber selbst diese Gebäude sehen nicht wirklich alt aus, sind die wenigsten doch keine 100 Jahre alt. Das ist zwar aus der Sicht eines Geschichtsliebhabers vielleicht nicht so interessant, aber die Jugendlichkeit der Stadt hat den Vorteil, dass sie teilweise noch nicht erschlossen ist, beziehungsweise dass sie die Bedürfnisse der Moderne in der Stadtplanung berücksichtigen kann. Vancouver ist das perfekte Beispiel für eine Großstadt, die genügend Erholungszonen eingebaut hat und eher mit der Natur als gegen sie arbeitet.

Kommt mit auf einen Stadtrundgang, der euch hoffentlich zeigt, warum mich Vancouver so begeistert hat. Beginnen wir beim Hafen, der mit seinem Kongresszentrum in Form eines Schiffes und seiner Statue “The Drop” (eine Art Regentropfen) das maritime Thema voll aufgegriffen und durchgezogen hat. Von hier hat man die Möglichkeit, die Promenade auf dem Seawall Water Walk entlang zu spazieren oder man bahnt sich seinen Weg, wie wir, durch die Stadt und bewundert dabei die neuesten Apartmenthäuser.

Vancouver Skyline Downtown
Vancouver Statue "The Drop"

Schon nach einer kurzen Zeit erreicht man das “Ende” der Stadt und den Beginn der Halbinsel, auf der sich das Naturschutzgebiet Stanley Park befindet. Auf dem riesigen Areal kann man spazieren gehen, Fahrrad fahren, schwimmen, Boot fahren, den Rosengarten bewundern, mit einer altertümlichen Eisenbahn den wilden Park erkunden oder das Aquarium besuchen. Kurzum, man kann hier alles machen, was einem zum Thema “Freizeit” einfällt. Und das nutzen nicht nur Touristen aus, hat man doch das Gefühl, die Hälfte der Bevölkerung von Vancouver dort anzutreffen. Aber es war ja auch Sommer und das gute Wetter muss man ausnutzen. Der geschützte Park ist sauber, ruhig und vielfältig – schöner kann man sich einen Park nicht vorstellen und wenn ich hier leben würde, würde ich auch jedes Wochenende dorthin gehen. Den Park haben wir übrigens nicht ganz umrundet, sondern nur zur Hälfte und haben dafür über 2 Stunden gebraucht.

Vancouver Aussicht auf Wasser
Vancouver Stanley Park
Vancouver Brücke Wasser
Vancouver Aussicht vom Stanley Park aus

Vom Park aus durchquert man das West End mit seinen endlosen Hügeln und schönen, aber schlichten Einfamilienhäusern und Apartmentblocks. Ein netter Spaziergang, der hoffentlich an der Beach Avenue endet, einer Straße, die direkt an den Stränden von Vancouver liegt. Ja, Kanada hat Strände und sogar ganz hübsche. Ich weiß nicht, ob ich hier schwimmen gehen würde (es sind schließlich doch nur Außentemperaturen von 25°C und ich denke nicht, dass sich die Englisch Bay, die schließlich im Pazifik mündet, sich so schnell aufheizt), aber das macht nichts, kann man hier doch andere Dinge entdecken. Als wir dort waren, fand dort gerade ein Flohmarkt und Straßenfest statt. Laute Musik, Essen und Trinken und Einzelstücke zum Kaufen wurden angeboten und von vielen Menschen dankend angenommen. Der Sunset Beach Park, der wieder etwas weiter Richtung Innenstadt liegt, soll übrigens einen tollen Sonnenuntergang präsentieren, mit Blick auf die Stadt und das Meer. Bestätigen können wir das leider nicht, waren wir doch tagsüber dort, aber auch dann ist es ein toller Anblick und lässt einen die Stadt im Rücken vergessen.

Vancouver Strand

Ein paar Querstraßen vom Strand entfernt befindet sich die Davie Street, bekannt für seine vielen Restaurants, Bars und individuellen Läden. Wer feiern und genießen möchte, ist hier genau richtig und die Atmosphäre ist entspannt und frei. Aber auf unserem Spaziergang wäre es ein kleiner Umweg und wir folgen der Beach Avenue bis zur Granville Street Brücke. Von dieser Brücke hat man einen atemberaubenden Blick auf Downtown, auf den Venier Park, wo sich das Vancouver Museum und das Maritim Museum befinden, auf den False Creek Fluss, mit seinen vielen Bootsanlegestellen und der sich am Ende befindenden Science World, und auf die darunter liegende Granville Island. Die kleine Halbinsel wird als eine Art Freizeitpark betrachtet und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Dort ist nämlich eine große Markthalle ansässig, umgeben von Restaurants, Künstlerateliers und anderen Geschäften. Es werden viele Aktivitäten für Kinder angeboten und Stand-up Paddling und Kajakfahren sind bei den Großen beliebt. Es ist ein beliebter Treffpunkt, mit einer eigenen Fähre zur Innenstadt rüber, aber dadurch fanden wir es persönlich etwas überfüllt und auf die Fähre hätte man länger warten müssen.

Vancouver Markthalle Granville Island

Dadurch setzen wir unseren Spaziergang fort und das ist das Beste, was man machen kann. Denn man kann dem False Creek direkt an seinem Ufer entlang folgen und kann dabei den Charleson Park, das Stamp’s Fährterminal, den Grassy Knoll Aussichtspunkt oder den Habitat Island Park entdecken. Gleichzeitig muss man nur den Kopf etwas drehen und man kann permanent die Skyline von Downtown Vancouver bewundern. Hat man genug Wasser, Boote und schöne Landschaften gesehen, kann man sich dem Wissenschaftsmuseum mit seiner auffallenden Kuppel am Ende der Bucht zuwenden. Das Museum ist eher geeignet für Kinder und Teenager und bietet viele Lernspiele und interaktive Experimente an, daher haben Christoph und ich den Besuch dort ausgelassen.

Vancouver Blick auf Stadion
Vancouver Hafen Skyline

Folgt man nun der Hauptstraße in den Norden, durchquert man automatisch Chinatown, das, wie überall, immer eine Sehenswürdigkeit ist. Dort in der Nähe kann man einen Abstecher zu der Statue von Terry Fox machen. Über diesen bewundernswerten Mann werde ich aber in meinem nächsten Artikel sprechen. Darüber liegt Gastown, ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es ein kunterbuntes Durcheinander an coolen Bars, hippen Restaurants und überteuerten Boutiquen. Leider gibt es hier auch viele Obdachlose und Drogenabhängige und besonders nachts sollte man am östlichen Ende angrenzend zu Japantown sehr auf sich aufpassen. Eher im Westen von Gastown Richtung Waterfront findet man versteckt an einer Ecke die berühmte Steamclock. Naja, von versteckt kann keine Rede sein, wenn sich stündlich dort richtige Menschenmengen ansammeln, um die mit Dampf betriebene Uhr von 1977 pfeifen zu hören. Die Uhr ist ein cooles Fotomotiv und ein kurzes Video wert, aber nach nur 20 Sekunden ist der Spaß vorbei und man muss auf die nächste Stunde warten.

Steamclock Uhr Dampf

 

Nun sind wir auch schon am Ende unseres Spaziergangs angekommen. Ich hoffe, es euch genauso gut gefallen wie uns und lädt euch ein, Vancouver auf eure Liste von Städten, die ihr mal besuchen wollt, zu setzen. Obwohl wir feststellen mussten, dass auch Kanada nicht mehr das Traumland mit nur grünen Bergen und kristallklarem Wasser ist, und die Zeichen der Großstadt (Müll und Kriminalität) sich auch hier nicht ignorieren lassen, haben wir unseren Aufenthalt in Vancouver sehr genossen. Da die Stadt noch sehr jung und formbar ist, ist es sicherlich interessant, noch einmal in einigen Jahren hierher zukommen und die Stadt neu zu entdecken. Aber auch jetzt kann sie sich mit ihrer Balance zwischen Stadt und Natur sehen lassen, denn Vancouver war eine der leisesten Städte, die wir je besucht haben. Was faszinierend ist, bedenkt man die Größe und Einwohnerzahl. Kann sie sich noch steigern? Da bin ich mir sicher und freue mich auf unseren nächsten Besuch.

Sushi
Japadog Hotdog
Essensauswahl Japadog

P.S.: Normalerweise schreibe ich immer noch einen Absatz über das Essen, welches wir in der Stadt oder dem Land besonders gut finden und weiterempfehlen würden. Die kanadische Küche ist jedoch leider nichts besonderes, ähnelt sie der amerikanischen doch sehr. Viel Fast Food und zwischendurch die kulinarischen Köstlichkeiten anderer Länder. Kanada ist halt (wie Amerika) ein Einwandererland und das spiegelt sich zwar in der Vielfalt der Gerichte wider, aber nicht in ihrer Einzigartigkeit. Doch von zwei Gerichten möchte ich hier dennoch kurz erzählen. Wenn eine Stadt so nah am Meer liegt, fällt es einem nicht schwer, ein Fischgericht zu finden. Da ich aber nicht so ein Freund von Fisch bin, haben wir uns für Sushi entschieden. Und das war definitiv genau das Richtige, zählt es doch zu dem besten Sushi, das ich bisher gegessen habe. So frisch und zart, dass es auf der Zunge zerging wie Butter. Ein anderes Gericht aus Japan kommend ist der Japadog – ein japanischer Hotdog. Eigentlich ist es ein ganz normaler Hotdog, doch die Geschmacksrichtungen sind viel vielfältiger und exotischer, gibt es doch Varianten mit Avocado, Reis oder Nudeln, scharf, mit Käse und Speck oder anderen japanischen Zutaten. Kein Wunder also, dass diese Hotdogs auf TikTok viral gingen. In Vancouver findet man immer etwas zu essen und wenn es nicht unbedingt “kanadisch” ist, ist es zumindest lecker.

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